Timo Hübers von Hannover 96, hier nach einem Treffer gegen den VfL Osnabrück, hat Wurzeln in Vreden und Ellewick. © picture alliance/dpa
Fußball

Timo Hübers: Begehrter Bundesligaprofi mit Wurzeln in Vreden

Er hat schon gegen Robert Lewandowski verteidigt und ist zur neuen Saison ein gefragter Mann bei vielen Klubs. Aktuell spielt Timo Hübers bei Hannover 96, seine Wurzeln liegen aber in Vreden.

In seiner noch recht jungen Laufbahn als Profifußballer hat Timo Hübers schon einiges wegstecken müssen. Allein zwei Kreuzbandrisse hat der heute 24-Jährige bereits überstanden – bislang ist er aber immer wieder aufgestanden.

Geboren ist Timo Hübers im Juli 1996 zwar in Hildesheim. Doch seine Eltern Ewald und Claudia (geborene Kemper) stammen beide aus Vreden beziehungsweise Ellewick. „Ich habe damals beim ASV Fußball gespielt. Ende der 80er-Jahre, als das kleine Ellewick groß rauskam“, erinnert sich Ewald Hübers unter anderem an den Aufstieg in die Bezirksliga. 1990 ging es dann für den Bruder des früheren ASV-Obmanns Berni Hübers aus beruflichen Gründen ins niedersächsische Hildesheim.

Hier wurde das sportliche Talent an die nächste Generation weitergegeben: Neben Timo Hübers, nebenbei in der Jugend ein richtig guter Handballer, entwickelte sich auch sein älterer Bruder Oliver zu einem vielversprechenden Kicker. So wurden beide im Jahr 2008 nach einem Turnier von den Scouts von Hannover 96 angesprochen und zum Probetraining eingeladen. „Man kann sogar sagen, dass Oliver immer ein bisschen mehr Talent hatte (spielte bis zur Landesliga, d.R.), Timo dafür aber mehr Ehrgeiz“, erzählt der Vater.

Daniel Stendel wollte Timo Hübers zunächst nicht im Kader

So setzte sich letztlich auch nur der jüngere Bruder bei Hannover 96 durch. Allerdings auch erst mit Verzögerung, wie sich Vater Ewald erinnert: „Timo hatte das gleiche Problem wie ich, nämlich eine späte Pubertät.“ In seiner Jugendzeit gab Hübers übrigens auch mal in Vreden seine Visitenkarte ab, als er mit 96 beim C-Juniorenturnier der SpVgg Vreden antrat.

Dennoch stand in den Jugendteams in Hannover oft auf der Kippe, ob 96 weiter auf den Verteidiger setzen würde. Der damalige U19-Trainer Daniel Stendel habe Hübers eigentlich gar nicht in seinem Kader haben wollen, letztlich habe dieser dann aber beim Vorspielen überzeugt, wie sich Vater Hübers erinnert.

Der junge Timo Hübers beim Sport-Niehuis-Cup 2009 in Vreden
Der junge Timo Hübers beim Sport-Niehuis-Cup 2009 in Vreden © Bernhard Mathmann © Bernhard Mathmann

In der A-Jugend zog sein heute 1,90 Meter langer Sohn dann körperlich nach und setzte sich durch. So folgte auch bald eine Einladung zur U18-Nationalmannschaft, für die er letztlich aber kein Spiel bestreiten durfte. Auch in Hannover ging es für ihn vorerst nicht weiter. Stattdessen lief er in der Saison 2015/16 ein Jahr lang für den FC Köln II auf, wo er auch bei den Profis mittrainieren durfte.

Zurück in Hannover folgte der erste Akt der Verletzungsmisere: Eine Schambein-Entzündung warf den Abwehrmann zurück, ehe er sich unter Trainer Stendel, mittlerweile bei den Profis, zurückkämpfte. In Form eines Kreuzbandrisses folgte der nächste Nackenschlag. Doch Hübers gab nicht auf und debütierte am 14. April 2018 unter Trainer Andre Breitenreiter tatsächlich in der Bundesliga. An der Seite des heutigen Schalker Innenverteidigers Salif Sané half Hübers mit, einen Punkt beim VfB Stuttgart zu holen (1:1).

Trikot von Robert Lewandowski gesichert

Gleich in Hübers‘ zweitem Startelf-Einsatz ging es gegen Bayern München und damit auch gegen Über-Stürmer Robert Lewandowski. Auf dem Platz gab es für Hübers und Co. bei der 0:3-Niederlage zwar wenig zu holen, dafür aber nach dem Schlusspfiff, als sich der Hannoveraner das Trikot des späteren Weltfußballers und Bundesliga-Rekordtorschützen sicherte.

Timo Hübers spielte sich fest in der 96-Abwehr – zunächst aber nur für fünf Spiele, ehe ein erneuter Kreuzbandriss in der Saison-Vorbereitung 2018/19 die Karriere abermals in Stocken brachte. Der Genesungsprozess inklusive Knie-Operation sollte sich eine Weile hinziehen, bis der Abwehrmann im Februar 2020 in Bielefeld endlich wieder auf den Rasen zurückkehrte.

Besonders dank seiner Schnelligkeit – Hübers wurde schon mit 34,71 km/h gemessen – avancierte er wieder zum Stammspieler und absolvierte nahezu alle möglichen Spiele. Begrenzt blieb die Anzahl aber erneut wegen Verletzungen: Knieprobleme im Herbst und eine Muskelverletzung von Februar bis April ließen Hübers zwölf Zweitliga-Partien verpassen.

Zu Gast auf der Vredener Kirmes?

Wegen seiner Qualitäten, aber auch weil er im Sommer ablösefrei zu haben ist, haben dem Vernehmen nach mehrere Traditionsklubs wie Schalke 04, Werder Bremen, FC Köln oder auch der Hamburger SV ihre Fühler nach Timo Hübers ausgestreckt. Eine Entscheidung wird der Verteidiger wohl erst nach dem letzten Spieltag an diesem Wochenende fällen.

Egal, für welchen Klub der BWL-Student sich entscheidet: In der elterlichen Heimat Vreden dürfte er auch in Zukunft ab und an auftauchen. Entweder zu Familienfeiern bei den zahlreichen Verwandten – allein Vater Ewald hat sieben Geschwister –, oder vielleicht sogar zur Vredener Kirmes, auf der er schon mehrfach zu Gast gewesen ist.

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Sportredaktion Ahaus
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