Unverhofft haben Martin Vortkamp und der FC Ottenstein drei Punkte auf ihrem Konto verbucht. © Sascha Keirat
Fußball

Überraschung: FC Ottenstein bekommt drei Punkte geschenkt

Punkte verdient hatte sich der FC Ottenstein im Spiel gegen Vorwärts Epe II ganz sicher nicht. Doch weil der Gegner sich einen Fehler in der Aufstellung leistete, gehen drei Zähler jetzt frei Haus nach Ottenstein.

Schon zur Halbzeit der vorgezogenen Partie gegen Vorwärts Epe II am Dienstag hatten die Ottensteiner nahezu hoffnungslos mit 0:4 hinten gelegen. Am Ende hieß es sogar 0:5, womit sich die Vorwärts-Reserve an die Tabellenspitze geschossen hatte.

Doch dieses Ergebnis hat Staffelleiter Manfred Nieland nun aus der Statistik gestrichen, das Spiel stattdessen mit 2:0 für die Ottensteiner gewertet. Die sind dadurch unverhofft auf Platz fünf hochgerückt, die Spitzenposition teilen sich nun anstelle der Eperaner (auf Platz vier abgerutscht) der ASC Schöppingen und GW Lünten, die am Sonntag im direkten Duell aufeinandertreffen.

Der Grund für die Spielwertung ist die Tatsache, dass die Eperaner mit Luca Laufer einen Spieler eingesetzt haben, der wegen einer Schonfrist nicht hätte für die Reserve hätte auflaufen dürfen. „Luca hat letzte Saison bei unserer ersten Mannschaft in der Bezirksliga eine Rote Karte gesehen und wurde für vier Wochen gesperrt“, erklärt Vorwärts‘ Sportlicher Leiter Dirk Werenbeck. Ein Spiel davon habe Laufer bereits in der alten abgesessen und auch in den ersten drei Partien der neuen Saison stand er nicht auf dem Platz. „Wir sind also davon ausgegangen, dass er jetzt wieder spielen darf“, so der Sportliche Leiter.

Den Eperanern sei im DFBnet, wo vor jedem Spiel die Aufstellungen angelegt werden, auch nicht angezeigt worden, dass Laufer nicht spielberechtigt ist, schildert Dirk Werenbeck. Normalerweise seien gesperrte Spieler mit einem Schloss-Symbol gekennzeichnet, sodass die Mannschaftsverantwortlichen eine Sperre sofort erkennen. „Warum das in diesem Fall nicht geklappt hat, wundert mich“, so der Sportliche Leiter.

Ein wenig bremst Stefan Kurtdili die Erwartungen: „Wir sind immer noch eine zweite Mannschaft.
Ein wenig bremst Stefan Kurtdili die Erwartungen: „Wir sind immer noch eine zweite Mannschaft.“ © Angelika Hoof © Angelika Hoof

Die Regel, die sich dahinter verbirgt, ist in diesem Fall eine, mit der die Vereine nicht jede Woche in Berührung kommen. Bekannt ist seit einiger Zeit die so genannte Schutzfrist von fünf Tagen: Spielt ein Spieler beispielsweise in der ersten Mannschaft seines Vereins, darf er an den folgenden fünf Tagen in keiner anderen Mannschaft des Klubs zum Einsatz kommen. Und der entscheidende Zusatz: „Bei Sperrstrafen beginnt die Schutzfrist erst nach Ablauf der Sperre“, besagt die Spielordnung des Fußballverbands.

Hätte die Partie also am Wochenende statt am Dienstag stattgefunden, hätte Laufer bei der Reserve eingesetzt werden dürfen. „So unglücklich es auch gelaufen ist, liegt der Fehler natürlich bei uns“, sagt Dirk Werenbeck. „Die Regularien sind, wie sie sind. Daher werden wir wohl auch keine Chance haben, etwas gegen die Spielwertung zu unternehmen.“

Für die Mannschaft von Trainer Stefan Kurtdili natürlich eine besonders bittere Pille. „Egal, wer die Schuld daran trägt – für die Mannschaft ist das unheimlich schade und traurig. Da gewinnt man so klar mit 5:0 und steht hinterher mit leeren Hände da. Meine Woche ist damit auf jeden Fall im Eimer“, so der Trainer. Im Übrigen ist Luca Laufer erst beim Spielstand von 4:0 in die Partie gekommen, spielte also nicht mal eine ganz entscheidende Rolle für den Sieg. Das sein Treffer im ersten Einsatz nach elf Monaten in der Schlussphase zum 5:0 nun nicht zählt, macht die ganze Angelegenheit auch für ihn sehr bitter.

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Sportredaktion Ahaus

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