Jeroen van der Veen sieht seinen FC Oeding derzeit auf Kurs. Es gibt aber noch einiges zu tun. © Sascha Keirat
Fußball

Van der Veen zum Oedinger Spitzenrang: „Nicht jeder hat uns das zugetraut“

Nach fünf Spieltagen grüßt der FC Oeding von der Spitze der Kreisliga A. Spielertrainer Jeroen van der Veen sieht vor allem in einer Sache den Grund für den Erfolg.

Die Bilanz des FC Oeding in der aktuellen Saison liest sich gut. Aus fünf Spielen holte die Mannschaft zwölf Punkte, stellt mit 17 Toren den Bestwert aller Teams und zählt mit fünf Gegentreffern zu den besten Defensivketten der Liga. Dabei verlief der Start mit einer 0:2-Niederlage gegen den FC Ottenstein am zweiten Spieltag nicht ideal.

Mittlerweile hat der FC Konstanz gefunden und damit die Tabellenspitze erobert. Spieltrainer Jeroen van der Veen erzählt, wie er den Saisonstart gesehen hat, welche Gefahr er mit Blick auf die restliche Saison sieht und welcher Spieler ihn am meisten überrascht hat.

Ihre Mannschaft steht nach fünf Spieltagen auf Platz 1. Wie fällt Ihr Fazit zum Saisonstart aus?

Wenn ich zurückblicke, bin ich recht zufrieden. Wir haben jetzt vor allen Dingen in den letzten Spielen groß aufgespielt und uns damit nach oben gekämpft. Wir haben in fast jedem Spiel guten Fußball gespielt und waren die dominante Mannschaft. Das ist mir als Trainer wichtig. Was mich aber immer noch extrem nervt, ist die Niederlage gegen Ottenstein.

Das Spiel liegt jetzt schon ein paar Wochen zurück. Konnten Sie in der Aufarbeitung Gründe für die Leistung ausmachen?

Nein, nicht wirklich. Wir hatten einfach einen schlechten Tag. Ich könnte jetzt auch einige Spieler aufzählen, die uns an dem Tag gefehlt haben, und die Ausfälle als Grund für die Niederlage nennen, aber das ist mir zu einfach. Mit den Spielern, die auf dem Platz gestanden haben, hätten wir das Spiel definitiv gewinnen müssen. Das ist uns leider nicht gelungen. Man kann es aber auch positiv sehen: Wir haben uns davon nicht runterziehen lassen und haben in den Wochen darauf eine perfekte Reaktion gezeigt. Das ist ein gutes Zeichen.

Ihr habt dann gegen den FC Epe II und die SF Ammeloe jeweils sechs Tore geschossen. Ist die Offensive die größte Stärke des FC Oeding?Wenn man sich die Zahlen anschaut, würde ich dem zustimmen. Wir haben in den fünf Spielen sehr viele Tore geschossen. In den letzten Jahren waren wir offensiv häufig stark. Es freut mich deshalb umso mehr, dass die Jungs auf mich diese Saison auch defensiv einen sehr stabilen Eindruck machen. Ich sehe aber in etwas anderem die größte Stärke von uns: Wir haben den absoluten Willen, uns weiterzuentwickeln. Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass unser Saisonziel ist, besser zu werden und das sehe ich bei den Spielern. Jeder Spieler gibt Vollgas und möchte dazulernen.

Auf der anderen Seite gibt es sicherlich auch Schwächen. Worin muss das Team sich noch verbessern?

Ich sehe immer die Gefahr, dass wir uns selbst schlagen. Das war gegen Ottenstein auch so. Wir müssen konstanter werden, indem wir auch Spiele, die nicht perfekt laufen, für uns entscheiden. Letztes Jahr hatten wir das gleiche Problem. Bei uns waren immer mal wieder Ausrutscher dabei. Wenn wir nicht fokussiert bleiben, kann uns das auf die Füße fallen. Ich bin aber optimistisch, dass wir das im Laufe der Saison lernen.

David Schuering hat laut Trainer van der Veen gute Entwicklungsschritte gemacht und sich dadurch einen Stammlatz erkämpft.
David Schuering hat laut Trainer van der Veen gute Entwicklungsschritte gemacht und sich dadurch einen Stammlatz erkämpft. © Sascha Keirat © Sascha Keirat

Mit Hendrik Brügging hat im Sommer ein Leistungsträger den FC Richtung SpVgg Vreden verlassen. Inwiefern ist der Abgang kompensiert worden?Das war nicht leicht. Hendrik war in der letzten Saison einer unserer besten Spieler. Wir hätten ihn natürlich gern behalten, aber hatten Verständnis für seine Entscheidung. Nicht jeder hat uns zugetraut, dass wir ohne ihn oben mitspielen können, aber die Mannschaft hat den Abgang ohne Probleme aufgefangen. Daniel und Tobias Bröring machen das im Sturm richtig gut. Ich bin froh, dass wir zeigen konnten, dass wir nicht von ihm abhängig sind.

In fünf Spielen stand drei verschiedene Keeper im Tor. Was hat es mit der Rotation auf sich?Dennis Mechlinski hat sich gleich am ersten Spieltag verletzt. Im zweiten Spiel stand dann Marcel Lieske im Tor, aber auch der hat sich dort verletzt. Wir hatten dann kaum noch Optionen und konnten Chris Harmeling reaktivieren, der eigentlich schon aufgehört hat. Er hat jetzt ein paar Spiele absolviert, ist aber für den Kader im Normalfall nicht vorgesehen. Dennis ist jetzt wieder fit, sodass wir jetzt wieder auf ihn setzen können.

Gibt es im Kader einen Spieler, der positiv überrascht hat, weil man diesen vor der Saison nicht unbedingt auf dem Zettel hatte?

Allgemein hebe ich ungern einzelne Spieler hervor, weil wir als Mannschaft die Siege geholt haben. An dieser Stelle würde ich aber David Schuering nennen wollen. Die letzten Jahre waren bei ihm oft ein Hin und Her, aber er hat sich mit starken Leistungen fest in die Mannschaft gespielt. Auf der Linksverteidigerposition ist David aktuell gesetzt.

Abschließend lässt sich festhalten, dass sich am Oedinger Saisonziel nichts verändert hat. Kann man das so sagen?

Wir haben uns ja bewusst vor der Saison keine konkreten Platzierungsziele gesetzt, aber alle anderen Dingen, die wir uns vorgenommen haben, bleiben bestehen. Wir wollen attraktiven Fußball spielen und uns nach und nach in allen Bereichen verbessern. Wenn wir das schaffen, können wir es nach oben schaffen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auf einem guten Weg sind.

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