Ein wenig bremst Stefan Kurtdili die Erwartungen: „Wir sind immer noch eine zweite Mannschaft.“ © Angelika Hoof
Saison-Vorschau: Fußball-Kreisliga A1

Vorwärts Epes Trainer ist überzeugt: „Das ist die beste Doppel-Sechs der Liga“

Eine spannende Frage wird leider nie beantwortet werden. Nämlich jene, wohin die Reise die zweite Mannschaft von Vorwärts Epe wohl in der annullierten Saison 2020/21 noch geführt hätte?

Eine andere Antwort kann das Team von Stefan Kurtdili ab Ende August dann aber selbst liefern. Indem es einfach das wiederholt, was ihm vor knapp einem Jahr gelungen ist.

Rückblick

Denn als die Spielzeit 2020/21 nicht fortgesetzt werden konnte und später dann für annulliert erklärt wurde, belegten die Eper Kicker überraschend den zweiten Platz. Mit 16 Punkten – und damit mit nur einem Zähler weniger als der Klassenprimus ASC Schöppingen. Der hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings auch eine Partie mehr auf dem Konto.

„Wir haben einfach gelernt, nicht direkt immer einem 0:2- oder 0:3-Rückstand hinterherzurennen. Das war der Unterschied zur Vorsaison“, erinnert sich Stefan Kurtdili an den Traumstart. Die Vorwärtsler holten fünf Siege aus ihren sieben Begegnungen. Drei Mal spielten sie zu null, drei Mal gewannen die Eperaner mit drei Toren Differenz darüber hinaus sehr deutlich. Vor allem mit dem 3:0-Auswärtssieg bei Union Wessum direkt zum Start setzten die Grün-Weißen prompt ein sportliches Ausrufezeichen.

Mannschaft

Viel verändert hat sich beim A-Ligisten aus Epe nicht. Mit Julien Wiedermann kommt vom FC Epe 3 eine Verstärkung fürs offensive, primär zentrale Mittelfeld. „Ein technisch starker Spieler, der im bisherigen Training einen guten Eindruck hinterlassen hat“, findet Kurtdili. Dazu rücken mit Luca Laufer als Stürmer und Ferdinand Lepping für die Abwehr zwei gestandene Spieler aus der ersten Mannschaft runter.

Keine Frage, das Duo steigert die Qualität im Kader enorm. „Aber alle Spieler beginnen bei null, da gibt es keinen Bonus“, betont Stefan Kurtdili. Zumal sich der Coach keine großen Gedanken über personelle Engpässe machen muss.

Personal

„Wenn wir es ganz genau nehmen, haben wir 32 Spieler im Kader“, schmunzelt Kurtdili. Des Rätsels Lösung: „Einige Spieler werden erst einmal die dritte Mannschaft unterstützen. Aber die Tür zu unserem Team bleibt definitiv nicht geschlossen. Genauso ist es möglich, dass wir ab und an Unterstützung aus der Ersten bekommen. Wir als verantwortliche Trainer aller drei Mannschaften stehen da in einem sehr guten, sehr engen Austausch“, betont Stefan Kurtdili. Echte Abgänge musste der A-Ligist jedenfalls keine verzeichnen. Tobias Hellkuhl in der Innenverteidigung und vor allem Dominik Buß und Hendrik Huesmann im defensiven Mittelfeld zählen zu den Schlüsselspielern. Stefan Kurtdili geht sogar noch einen Schritt weiter: „Meiner Meinung nach sind Dominik und Hendrik die beste Doppel-Sechs der Liga.“

Trainer

Für Stefan Kurtdili bricht die dritte Saison als Trainer bei Vorwärts Epe 2 an. Bisher hatte er sich den Job im Gespann mit Dirk Werenbeck geteilt. Weil der aber nun den Posten des Sportlichen Leiters bekleidet, übernimmt Dominik Buß als spielender Co-Trainer die vakante Stelle. Für Buß ist es zwar die erste Station als Coach im Seniorenbereich. Als Übungsleiter im Nachwuchs war er allerdings zuvor schon am Eper Wolbertshof tätig. Betreuer bei den Grün-Weißen sind Ludwig Hellkuhl, Guido Baring und Daniel Kurtdili.

Erwartungen

Den starken Saisonstart 2020/21 haben natürlich viele Fans noch im Hinterkopf. Aber ein wenig drückt Stefan Kurtdili dann doch auf die Bremse. „Schlussendlich bleiben wir immer noch eine Reservemannschaft“, betont er. „Das heißt aber nicht, dass ich jetzt lediglich den Klassenerhalt als Ziel ausrufe. Gemeinsam mit dem Team haben wir uns darauf eingeschworen, einen einstelligen Tabellenplatz erreichen zu wollen. Das ist unser Ziel.“

Vorbereitung

Dazu gehöre aber auch, „vorsichtig mit der Belastungssteuerung im Training umzugehen“, so Kurtdili. Seit knapp vier Wochen befindet sich der A-Ligist vom Wolbersthof offiziell in der Vorbereitung. Zuvor fand aber auch schon freiwilliges Training statt. „Wir dürfen es nicht übertreiben nach mehreren Monaten Pause“, meint der Trainer.

Beim 3:3 im ersten Test gegen RW Nienborg gab es gute Ansätze. „Drei Gegentore schmecken mir als Coach natürlich weniger. Aber am Ende waren eben eh alle platt. Die Nienborger und wir auch. Dass wir aus dem 0:2 das zwischenzeitliche 3:2 gemacht haben, hat mir natürlich gut gefallen und spricht wiederum für uns.“ Nun folgen Partien beim 1. FC Nordwalde (24. Juli), bei SpVg Emsdettens U23 (1. August) sowie umrahmt von einem Trainingslager das Match gegen Eintracht Ahaus 2 (14. August).

Favoriten

Zwei Teams mischen für Kurtdili und Buß ganz oben mit. „Dominik und ich sind uns einig, dass das der FC Oeding und der ASC Schöppingen sein werden.“ Die Liga sei letztendlich sehr ausgeglichen. Jeder könne jeden schlagen. „Oeding und Schöppingen haben den Kader, der wohl am ehesten Konstanz auf den Rasen bringt. Und darauf kommt es in dieser Klasse an“, so Kurtdili.

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