Eine Spielszene aus dem Dezember 2019. Seit über einem Jahr ruht nun der Spielbetrieb bei den Wasserballern. Echte Perspektiven gibt es noch keine. © Raphael Kampshoff
Wasserball

Vredener Wasserballer wollen „einfach nur mal wieder ein paar Bahnen ziehen“

Gerade Schwimmer sind gravierend von der Corona-Krise betroffen. Auch die Wasserballer des TV Vreden. Jetzt folgte für diese die nächste Hiobsbotschaft: die verschobene Freibaderöffnung.

Frisch sind die Erinnerungen noch bei Trainer Ralf Dechering an den 22:3-Kantersieg gegen die Reserve der SG Coesfeld. Frisch nur deshalb, weil es vor über einem Jahr die letzte Partie der Wasserballer des TV Vreden war. Kurz darauf wurde die Saison 2019/20 in der Nordwestfalenliga abgebrochen, am Ende stand nach exakt der Hälfte der Spiele ein Mittelfeldplatz für den TV, Rang 6 mit 119:113 Toren und 10:10 Punkten. So steht es noch heute auf der Homepage des Schwimmbezirks Nordwestfalen.

Es folgte ein Wellental der Gefühle. Zunächst konnte die Freibadsaison zumindest eingeschränkt für die Vorbereitung auf die Saison 20/21 genutzt werden, im Herbst dann auch das Hallenbad. Mit zunächst einer Einheit in der Woche. „Wir hatten alles abgesteckt, auch Spiele. Alles war vorbereitet für die Spielzeit ab November – dann traf auch uns der nächste Lockdown“, erinnert sich Ralf Dechering zurück. Ausgeklügelte Hygienekonzepte wurden hinfällig, die Vorfreude der Ersten auf eine weitere Spielzeit in der Vorzeigeliga des Schwimmbezirks Nordwestfalen war genommen.

Vorahnung des Trainers trog nicht

Bis heute wurde weder trainiert noch die Saison aufgenommen – und dass es noch dazu kommen wird, das schließt der Coach aus. Schon nach dem Saisonabbruch hatte der 51-Jährige geunkt, dass es 2021 werden könne, bis man wieder in den Wettbewerb treten kann. Er sollte Recht behalten. Mit drei „Zehner-Läufen“ die Woche und Gymnastik hält sich der Trainer selbst fit, doch das alles „kann das echte Training nicht ersetzen“. Dabei schraubt man mittlerweile die Ansprüche herunter: „Uns würde es doch schon reichen, wenn wir einmal wieder ins Wasser gelassen würden, um nur ein paar Bahnen zu ziehen.“

Als wäre gerade der Schwimmsport durch die Corona-Krise nicht schon gebeutelt genug, so ereilte die Wasserballer nun auch noch die Nachricht von der Verzögerung der Fertigstellung des Freibades, eine komplette Freiluftsaison fällt damit aus. „Die Aussicht aufs neue Becken wirkte wie eine Motivation in schweren Zeiten. Ein echter Rückschlag. Die Enttäuschung ist nun natürlich groß“, berichtet Dechering. Das müsse man nun akzeptieren – so schwer es fällt. Angesichts der weiter sicher eingeschränkten Kapazitäten im Hallenbad werden die Perspektiven dadurch gewiss nicht besser.

Lage für den Nachwuchs ungleich schwieriger

Ungleich mehr Sorgen bereitet Ralf Dechering der Nachwuchs, der auf so viel verzichten müsse. „Unsere Trainer machen enorm viel. Da müssen wir nun einfach mal schauen, wie sich die Lage darstellt, wenn es wieder losgehen kann.“ Bis dieser Zeitpunkt kommen wird, heiße es weiter: „Abwarten – und positiv denken!“

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