Marcus Feldkamp hat die SpVgg Vreden 2018 nach vier erfolgreichen Spielzeiten verlassen. Seither hat er keine Seniorenmannschaft mehr trainiert. © Sascha Keirat
Fußball

Vredens Ex-Coach Feldkamp: „Ambitionierter Verein kann sich gerne melden“

Den zuletzt so erfolgreichen Weg der SpVgg hat auch Marcus Feldkamp mit geprägt. Der Trainer ist seit seinem Weggang aus Vreden im Juniorenbereich tätig, will aber gerne wieder zu den Männern.

Einige seiner früheren Spieler sind mittlerweile selbst Trainer. Und auf die Frage, von wem sie denn am meisten gelernt haben, kommt oft die Antwort: Marcus Feldkamp. Das gilt etwa für Jan Temme (Union Wessum) oder auch Mike Börsting (demnächst SuS Legden).

Feldkamp ist ein Fußballverrückter. Und er hat im Fußball schon einiges erreicht. Seinen Heimatklub GW Nottuln hat er 2013 in die Westfalenliga geführt. In dieser übernahm er dann im Juli 2014 das Team der SpVgg Vreden. Dort gelang in jeder seiner vier Spielzeiten ein Platz unter den ersten Zehn, dreimal sogar unter den Top-Fünf, größter Erfolg war die Vizemeisterschaft 2017.

Im Sommer 2018 war dann aber Schluss. Der Coach verließ die Blau-Gelben mit dem Ziel, als Coach in einer höheren Liga anzutreten. Das hat bislang nicht geklappt, überhaupt hat der 44-Jährige nach seiner Zeit in Vreden kein Team mehr im Seniorenbereich trainiert. „Ich hatte viele Angebote“, sagt Feldkamp. „Aber es hat nie so richtig gepasst. Ich muss von Anfang an in Kopf und Bauch das Gefühl haben, dass es das Richtige für mich ist, sonst ist es schon zum Scheitern verurteilt.“

Eine Pause vom Trainerjob kam für den Nottulner aber nie infrage. Zunächst übernahm er für zwei Jahre die Talente des Jahrgangs 2008 im DFB-Stützpunkt Osterwick. Aktuell trainiert er die U12 des SC Preußen Münster, das jüngste Leistungsteam der „Youngstars“. Dort sei es seine Aufgabe, „die Entwicklung der Talente zu beschleunigen, sie an das Niveau der Spieler heranzuführen, die bei den großen Klubs in den Nachwuchsleistungszentren sind“.

„Der Wettkampf am Wochenende hat mir gefehlt“

Die Stützpunktarbeit habe ihm auch gefallen, „aber mir hat der Wettkampf mit einer Mannschaft am Wochenende einfach gefehlt“. Den hat er nun mit den Preußen-Talenten wieder. Im Moment natürlich nicht. Während der Corona-Pause arbeiten die Kinder ihre Trainingspläne im Athletikbereich ab, absolvieren Cyber-Einheiten und tauschen sich online bei „Zoom“ aus.

Der größte Unterschied zum Training mit Erwachsenen seien die Lebensumstände der Spieler, sagt Feldkamp. „Bei den Männern hast du im Grunde nichts mit den Eltern zu tun. Die sind bei Zwölfjährigen und Jüngeren aber natürlich ein wichtiger Faktor. In dem Alter wechseln die Spieler in der Regel an eine weiterführende Schule, da muss man viel Rücksicht nehmen.“

Vom reinen Fußballtraining her sei aber abgesehen von Spielzeit, Platz- und Torgröße schon einiges vergleichbar. „Die Werte, die ich mir auf die Fahne geschrieben habe und vermitteln möchte, sind identisch: nie aufgeben, immer füreinander kämpfen, offensiv denken und diszipliniert sein.“

Werte, die der Fahrschullehrer auch den Spielern in Vreden vier Jahre lang an die Hand gegeben hat. Viele Kontakte zu ehemaligen Mitstreitern pflege Feldkamp auch heute noch: „Mit den Betreuern schreibe ich mir häufig. Auch immer mal wieder mit Spielern, wie gerade Marc van den Berg, der jetzt Trainer wird und sich mal mit mir treffen möchte. Aber auch zu Jugendtrainer Tobi Sumelka oder Gustav Mauritz von der zweiten Mannschaft habe ich noch einen guten Draht.“

Auch mit Engin Yavuzaslan, der zur laufenden Saison von Feldkamp-Nachfolger Rob Reekers das Oberligateam übernommen hat, habe er sich schon ausgetauscht. „Es freut mich einfach, dass die Jungs gerade so erfolgreich sind.“

Erfolgreich als Seniorentrainer würde auch Feldkamp gern mal wieder arbeiten. „Es juckt ohne Ende, das muss ich schon sagen. Ich habe einfach Bock auf Fußball, er ist ein ganz wichtiger Teil meines Lebens. Ich schaue mir von morgens bis abends Spiele an, um das Spiel bis ins Letzte zu verstehen. Wenn es also einen ambitionierten Verein gibt, der etwas entwickeln will und jemanden sucht, der 24-einhalb Stunden an Fußball denkt, dann kann er sich gern bei mir melden.“

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