Im dritten Saisonspiel gegen Iserlohn erzielte Kapitänin Lea Baumeister (r.) aus Legden das Tor des Tages. Es gratulierten viele Spielerinnen aus dem Altkreis Ahaus, die sich in den Stamm des Bundesligaaufsteigers gespielt haben. © Joachim Lücke
Juniorenfußball

Wüllener Helge Bruns übernimmt beim Bundesligisten die Rolle des Chefcoaches

Seit dem 1. Juli bildet Helge Bruns mit Mike Lerche das Trainergespann bei den B-Juniorinnen des SSV Rhade. Ab Sommer übernimmt der Wüllener die Hauptverantwortung beim Bundesligisten.

Es konnten bis zur Unterbrechung zwar erst sechs Saisonspiele absolviert werden, doch schon jetzt lässt sich sagen, dass die U17-Fußballerinnen des SSV Rhade in der Bundesliga angekommen sind. Eine fast ausgeglichene Bilanz mit sieben Zählern, sämtlich erzielt in Heimspielen, das ist schon bemerkenswert für einen Aufsteiger. Und dem aktuellen Tabellenführer Bayer Leverkusen oder einem namhaften Kontrahenten wie Borussia Mönchengladbach unterlag man jeweils nur denkbar knapp mit 0:1.

Gleich zehn B-Juniorinnen mit Wurzeln im Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung basteln an diesem Erfolgsprojekt mit (wir berichteten), vielfach schon als Stammkräfte. Angeführt von Kapitänin Lea Baumeister, die im Sommer 2019 aus Legden/Asbeck nach Rhade in die spätere Aufstiegsmannschaft gewechselt war.

Während der Spielpause stellte der Bundesligist nun die Weichen für die kommende Saison: In dieser wird der Wüllener Helge Bruns, der aktuell mit Mike Lerche das Trainergespann bildet, hauptverantwortlich an der Seitenlinie stehen. Die Entwicklung geschieht „planmäßig“, wie Helge Bruns bestätigt.

„In Rhade geht alles Hand in Hand”

Dass für Mike Lerche, dessen Tochter Angelina selbst Teil der Mannschaft ist, nach fünf erfolgreichen Jahren von der Westfalen- bis in die Bundesliga zum Saisonende Schluss sein soll und er eine neue Herausforderung sucht, das hatte der Coesfelder bereits vor der Saison angekündigt. „Er hat so viel erreicht, das kann man nachvollziehen“, erklärt Bruns. Die Zusammenarbeit sei „hervorragend“.

Dieter Müssner, Abteilungsleiter Frauenfußball, hatte vor der Saison schon an der Nachfolge gearbeitet und eben Helge Bruns, dessen Tochter Louisa Marie ebenso Teammitglied ist, ins Trainerteam genommen. „Helge bringt als B-Lizenztrainer genug Erfahrung mit“, erklärt Müssner. Die laufende Saison habe zudem gezeigt, dass Bruns bestens zur Mannschaft und zum SSV passe.

Der Ahauser Helge Bruns wird zur kommenden Saison die Hauptverantwortung beim U17-Bundesligisten SSV Rhade übernehmen.
Der Ahauser Helge Bruns wird zur kommenden Saison die Hauptverantwortung beim U17-Bundesligisten SSV Rhade übernehmen. © Andreas Leistner © Andreas Leistner

Somit ist der SSV Rhade weiter für das Abenteuer Bundesliga gerüstet. Denn das bleibe es, betont Bruns. Im Verein geht es sehr familiär zu, die Eltern brächten viel Engagement ein, emsige Rentner stellten sich zur Verfügung, um den Fahrdienst sicherzustellen. „Ein Riesenaufwand, der im Erfolg natürlich leichter fällt.“

Helge Bruns weiter: „Ich habe mich im Juli natürlich selbst erst einmal ein wenig zurücknehmen müssen, um den Verein und die Abläufe kennenzulernen. Aber da passt einfach alles, in Rhade geht alles Hand in Hand.“ Der 47-Jährige hatte folglich nicht lange überlegen müssen, als die Anfrage kam, die Mannschaft künftig hauptverantwortlich zu trainieren.

Mit Mut in Richtung Klassenerhalt

Die erfolgreichen Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe wie Ibbenbüren (4:1) und Iserlohn (1:0) seien wichtige Fingerzeige gewesen, so der gebürtige Stadtlohner. „Die Mannschaft hat gegen die Topteams natürlich Respekt gezeigt, diesen aber schnell abgelegt. Wir sind absolut wettbewerbsfähig, erarbeiten uns auch das nötige Quäntchen Glück. Wenn wir uns den Mut bewahren, dann werden wir die Klasse auch halten“, zeigt sich Helge Bruns zuversichtlich, auch in der kommenden Saison einen Bundesligisten „mit viel Spaß an der Sache“ zu leiten. Vor allen Dingen dann, wenn womöglich nur eine Halbserie gespielt werden kann. Dann habe der SSV eine starke Basis gelegt.

Im Hintergrund betreiben die Verantwortlichen natürlich die Planungen für die kommende Saison. Acht Spielerinnen „gehen hoch“ und hätten durchaus signalisiert, dass der SSV mit seinem Westfalenligateam bei den Frauen eine Option sei. Zudem arbeite der Verein daran, eine Zweite in die Bezirksliga zu bekommen.

Ansonsten halte man die Augen offen – natürlich auch weiter für die Talente in der Region. „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass wir schon jetzt viele Spielerinnen des Jungjahrgangs 2005 auf dem Platz haben“, betont Helge Bruns. Die Bundesliga sei dabei ein „großes Zugpferd“.

Nun werde man sich individuell und online weiter intensiv vorbereiten – alles, um auf den Punkt topfit zu sein. Wann auch immer dieser Punkt kommen wird…

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