Wann die Spieler des SuS Stadtlohn auf den Platz dürfen, wissen sie momentan genauso wenig wie alle anderen. Ihr Trainer Stefan Rahsing hat jedenfalls schon Ideen, wie es weitergehen könnte. © Sascha Keirat
Fußball

Zwei Wochen Vorbereitung für den Re-Start? Trainer sind geteilter Meinung

Der westfälische Verband räumt den Fußballern nach aktuellem Stand eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen auf den Re-Start ein. Wir haben Trainer der lokalen Klubs gefragt, ob das reicht.

Wie lange braucht eine Mannschaft, um nach der langen Corona-Pause wieder die nötige Fitness für ein Fußballspiel unter Wettbewerbsbedingungen zu erlangen? Die Antworten auf diese Frage gehen in verschiedene Richtungen.

Der Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen, Manfred Schnieders, wurde vergangene Woche in einem Interview des Verbands zum Thema Vorbereitungszeit so zitiert: „Wir haben uns im Moment für zwei Wochen ausgesprochen. Das ist angesichts der langen Pause sehr wenig, dessen sind wir uns bewusst. Ich gehe aber davon aus, dass die Trainer ihren Spielern zumindest in den überkreislichen Ligen Trainingspläne für ein individuelles Training mitgegeben haben, sodass die persönliche Fitness halbwegs gewährleistet ist. Ein Mannschaftstraining kann das sicher nicht ersetzen. Die Voraussetzungen sind jedoch für alle Mannschaften gleich.“

Diese Aussagen kamen bei Engin Yavuzaslan, Trainer der SpVgg Vreden, überhaupt nicht gut an: „Ich muss schon sagen, dass ich richtig fuchsig geworden bin, als ich das gelesen habe. Da sieht man mal, auf was für ein Level wir heruntergestuft werden.“ Für den Trainer der Vredener Oberligamannschaft sind zwei Wochen Vorbereitungszeit deutlich zu wenig. „Natürlich werden meine Spieler in Sachen Grundausdauer auf einem guten Level sein. Aber das Mannschaftstraining ist absolut wichtig, auch im Hinblick auf die Verletzungsgefahr, die so eine kurze Vorbereitung mit sich bringt.“

Yavuzaslan spricht zum einen die tiefen Rasenplätze im März an, die ohnehin schon zu mehr Verletzungen führten, zum anderen auf die Intensität, die seine Spieler bei einem Wiederbeginn zu erwarten hätten: „Es sieht ja alles danach aus, dass nur die Hinrunde zu Ende gespielt und die Saison dann gewertet wird. Das wird in der Oberliga ein Hauen und Stechen um die Plätze geben. Für so eine Belastung brauchst Du einfach eine normale Vorbereitung.“

Frank Wegener: „Zwei Wochen sind schon arg wenig“

Auch Frank Wegener vom Landesligisten Eintracht Ahaus sagt: „Zwei Wochen sind schon arg wenig. Klar sollte sich jeder Spieler auf höherklassigem Niveau angemessen fithalten, aber es gibt eben viele Dinge, die man allein nicht simulieren kann.“ Schnelle Richtungswechsel oder auch Zweikämpfe, die in einem Ligaspiel an der Tagesordnung sind, könnten zu Problemen führen, wenn die Spieler nicht ausreichend in diese Richtung trainiert hätten. „Gerade bei Spielern, die schon vorher muskuläre Probleme hatten, kann das schwierig werden.“

Stefan Rahsing vom Bezirksligateam des SuS Stadtlohn schätzt die Lage etwas anders ein: „Ich gehe davon aus, dass es wie im vergangenen Frühjahr stufenweise Lockerungen geben wird. Das hieße, dass wir erst einmal wieder in Kleingruppen trainieren. Sollte das zwei oder drei Wochen lang möglich sein und hinterher noch zwei Wochen Mannschaftstraining, hätte ich überhaupt nichts dagegen einzuwenden. Und auch ohne die Phase in Kleingruppen wäre das sicher machbar, wenn alle Spieler sich allein ausreichend fithalten. Nach zwei Wochen im Mannschaftstraining sollte jeder in der Lage sein, ein Fußballspiel zu bestreiten, ohne dass das Verletzungsrisiko erhöht wäre.“

Rahsing zieht auch Parallelen zu normalen Wintern. „Die Wintervorbereitung war hier im Fußballkreis schon immer problematisch. Mannschaften ohne Kunstrasenplatz müssen fast jedes Jahr eine Zeit lang trainieren, ohne dass sie auf den Platz können. Da wird dann auch nur gelaufen, insofern ist der Unterschied jetzt gar nicht so groß.“ Für den SuS-Trainer sei das Allerwichtigste, dass es einheitliche Regelung für alle Fußballer gebe.

Auch Jeroen van der Veen vom A-Ligisten FC Oeding sieht die Pläne des FLVW nicht besonders dramatisch: „Normalerweise wären zwei Wochen nicht genug, aber im Moment ist eben nichts normal, da müssen wir uns anpassen.“ Er wolle seine Spieler in dieser Woche darauf einstimmen, ab sofort wieder intensiver zu trainieren, also auch Sprints und andere Übungen einzustreuen. „Wir müssen sehen, was zu Hause alles möglich ist, auch im Kraftbereich.“

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