Aktuell lebt Jan Wiechert wieder in Ahaus. Ob er zum Eishockey spielen nach Kanada zurückkehren wird, ist noch unklar. © Markus Gehring
Eishockey

Zwischen Kanada und Deutschland: Jan Wiechert plant nächsten Karriereschritt

Er lebte zuletzt in Kanada und spielte dort Eishockey. Aktuell ist Jan Wiechert zurück in Ahaus und hat sich natürlich auch das WM-Duell „seiner“ beiden Länder angeschaut. Seine Zukunft ist noch unklar.

Schon von seinem ersten Jahr als Eishockeyspieler bei der A21 Academy an der Grenze zwischen Kanada und den USA kehrte Jan Wiechert 2020 frühzeitig zurück nach Ahaus. Die Pandemie hatte auch in Nordamerika viele Bereiche des Lebens zum Erliegen gebracht. „Das zweite Jahr war eigentlich noch schlimmer“, erzählt der 18-Jährige jetzt.

Nachdem Jan Wiechert im August zurück nach Kanada geflogen war, hatte er gehofft, auf dem Eis so richtig durchstarten zu können. Doch es kam anders. „Die Saison wurde schon im Dezember beendet, wir hatten nur 17 Spiele.“ Und die ausschließlich gegen deutlich schwächere Mannschaften, weil die weiten Reisen, die in der nordamerikanischen U18-Liga eigentlich zu den Auswärtsspielen nötig waren, wegen Corona nicht mehr erlaubt waren.

Weiterentwickelt habe sich der Verteidiger trotzdem über die Trainingseinheiten. Doch auch die konnten nur eingeschränkt ablaufen, weil höchstens zehn Spieler zusammen auf dem Eis sein durften. Der Lockdown in Kanada betraf schließlich auch die Schule, sodass der Ahauser von Dezember bis Februar keinen Präsenzunterricht besuchen durfte. Im April ging es schließlich zurück in die Heimat.

Aktuell vertreibt sich der 18-Jährige die viele Freizeit unter anderem bei seinem früheren Verein, den Ahauser Maidy Dogs. „Ich kenne die Jugendleiterin Maria Weber noch gut von früher und habe sie einfach mal gefragt, ob sie Unterstützung gebrauchen könnte.“ Gerne nahmen die Maidy Dogs das Angebot wahr, sodass Jan Wiechert nun einmal pro Woche mit dem Ahauser Inlinehockey-Nachwuchs trainiert.

Jan Wiechert auf dem Eis in Kanada
Jan Wiechert auf dem Eis in Kanada © privat © privat

Die Eisfläche, auf der er zuletzt im März gestanden hat, vermisst Jan Wiechert aber trotzdem schon. Er wolle sich nun nach Möglichkeiten in Wesel oder den Niederlanden umschauen, um zumindest ein bisschen im Training auf echtem Eis zu bleiben. Wie es dann im Spätsommer weitergeht, weiß der Ahauser aktuell noch nicht. „Eventuell kann ich in der zweiten oder dritten Liga in Deutschland spielen.“ Allerdings sei es unter den aktuellen Bedingungen nicht einfach, sich den Vereinen zu präsentieren.

Eine Alternative sei aber auch die erneute Rückkehr nach Kanada für eine dritte Saison in der Jugendliga. „Wenn ich zurückkomme, bin ich nächste Saison der Käpt‘n, haben sie mir versprochen.“

WM-Spiel im Fernsehen angeschaut

Das Duell der Nationalteams „seiner“ beiden Länder hat sich Jan Wiechert übrigens am Montag im Fernsehen angeschaut. „Eigentlich habe ich von der WM noch nichts gesehen, aber das Spiel musste natürlich sein.“ Der überraschende 3:1-Erfolg, der erste Sieg gegen Kanada seit 25 Jahren, habe den Ahauser gefreut. „Man muss natürlich dazu sagen, dass die besten kanadischen Spieler nicht dabei waren, weil sie noch in der NHL spielen. Aber Deutschland hat schon eine klasse Leistung gezeigt.“

Sein Können will auch Jan Wiechert schnellstmöglich wieder zeigen. Ob in Kanada oder Deutschland, das wird sich in den kommenden Wochen entscheiden.

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Sportredaktion Ahaus

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