Hoch her ging es bei der Fußball-Stadtmeisterschaft 2005.
Fußball

2005: Zwei Teams nach Massenschlägerei bestraft, Schwerin musste Pokal abgeben

Es war ein heißer Winter im Jahr 2005. Gleich drei Castrop-Rauxeler Fußball-Teams bekamen richtig einen auf den Deckel durch den Stadtsportverband.

Vor 15 Jahren kam die Castrop-Rauxeler Fußball-Zunft nicht zur Ruhe – obwohl im November 2005 aufgrund eines Wintereinbruchs nur wenig gespielt wurde. Es wurden Urteile über drei Teams gefällt – für Vergehen bei der Feld-Stadtmeisterschaft im August des Jahres.

Bestrafung nach Massenschlägerei

Der FC Frohlinde und der SV Dingen (beide damals Kreisliga A) bekamen für die Fußball-Hallenstadtmeisterschaft 2005 am 2. Weihnachtsfeiertag vom Stadtsportverband Castrop-Rauxel (SSV) die Rote Karte gezeigt. Der Vorstand des SSV hatte entschieden, die beiden Clubs vom Turnier auszuschließen.

Grund für diese Maßnahme waren die Ausschreitungen zwischen Zuschauern und Spielern beider Vereine während des Viertelfinals der Feld-Stadtmeisterschaft im August am Schweriner Grafweg. „Der Stadtsportverband will mit dieser Entscheidung ein Zeichen setzen, dass er solche Vorfälle nicht toleriert“, sagte der damalige SSV-Geschäftsführer Gerd Freiling (2013 verstorben).

Zu Tumulten kam es beim Stadtmeisterschaftsspiel 2005 zwischen dem SV Dingen (gelbe Hemden) und dem FC Frohlinde. Danach wurden beide Teams für die Hallenstadtmeisterschaft disqualifiziert. © Jens Lukas © Jens Lukas

Was war passiert? Im Viertelfinale waren 78 Minuten gespielt. Es stand 4:2 (1:1) für Dingen. Frohlindes Neuzugang Nihat Güler (kam vom RSV Holthausen) hatte sich, nachdem er einen Freistoß zugesprochen bekommen hatte, zu einer Tätlichkeit gegen Dingens Sencer Oezbek hinreißen lassen.

Urplötzlich eilte ein Dingener Zuschauer über den halben Platz, wohl um dieses Vergehen zu sühnen. Daraufhin stürmten rund 40 Zuschauer auf den Platz und lösten eine Massenschlägerei aus. Die Frohlinder Spieler mussten sich ihrer Haut erwehren, berichtete Jörg Leineweber, der damals dem FCF-Vorstand angehörte: „Wir konnten unsere Spieler kaum schützen, wir waren in der Unterzahl.“

„Meine Spieler haben da nicht mitgemacht“, betonte Dingens Trainer Jörg Dietrich. Er habe seine Schützlinge zusammen mit Betreuer Detlef Hantich in die andere Sportplatzhälfte geführt und dort gewartet. Dietrich: „Ich hatte an diesem Tag meinen Sohn mit auf den Sportplatz genommen. Als er das mit ansehen musste, kam er weinend zu mir gelaufen!“

Die Schweriner bekamen im August 2005 einen Pokal für Rang zwei der „Stadtmeisterschaft dahoam“ überreicht, mussten den später aber wieder abgeben. © Jens Lukas © Jens Lukas

Die Turnierleitung des Stadtmeisterschafts-Gastgebers Spvg Schwerin entschied nach dem Vorfall, sowohl Dingen als Frohlinde zu disqualifizieren. Anstelle der beiden Teams durfte die SG Castrop, Verlierer des vorherigen Viertelfinales, nach dem 0:10 im ersten Duell im Halbfinale noch einmal gegen den späteren Titelträger VfB Habinghorst antreten.

Der SSV-Geschäftsführer Freiling betonte im November 2005, dass die Abstimmung des Vorstandes zum Hallen-Ausschluss von Dingen und Frohlinde einstimmig über die Bühne gegangen sei. Durch die Maßnahme spielten lediglich 14 Mannschaften um den Hallentitel. Weshalb Erika Fels vom Turnier-Gastgeber Victoria Habinghorst einen Spielplan mit drei anstatt vier Vorrundengruppen stricken musste.

Schwerins A-Junior Myron Dretakis (r.) war für das Stadtmeisterschafts-Endspiel 2005 für die Blau-Gelben gegen den VfB Habinghorst nicht spielberechtigt. Deshalb wurde der Spvg der zweite Rang aberkannt. © Jens Lukas © Jens Lukas

Die Feld-Stadtmeisterschaft 2005 hatte neben den Ausschluss von Frohlinde und Dingen gar noch weitere Nachwirkungen: Dem Gastgeber Spvg Schwerin wurde ein Pokal weggenommen. Nämlich jener für den zweiten Platz beim Titelkampf.

Denn A-Junior Myron Dretakis sei während des Wettbewerbs noch nicht für das Senioren-Team der Spvg bei der 1:2-Niederlage im Finale gegen den VfB Habinghorst spielberechtigt gewesen. Das berichtete damals der Ende 2018 verstorbene Fußball-Spartenleiter Robert Mathis. Ihre Siegprämie sollten die Schweriner einer karikativen Institution spenden.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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