Kalle bringt die Entscheidung. Er setzt sich als erstes Alpaka in eines der Planschbecken. © Ronny von Wangenheim
Fußball

Alpakas lagen zum EM-Auftakt richtig: So tippen sie Deutschland-Portugal

Die Alpakas von Daniels kleiner Farm sind Castrop-Rauxels EM-Orakel. Beim ersten Spiel der deutschen Mannschaft setzten sie klar auf Frankreich. Gegen Portugal hat sich Kalle festgelegt.

Auch wenn die Alpakas auf Daniels kleiner Farm gerade keine dicke Wolle tragen, ist die Hitze für sie nicht optimal. Eine Temperatur von 20 Grad sei ihnen am liebsten, so erzählt Christian Tiburzy über die Tiere, die aus den südamerikanischen Anden stammen. Da liegt die Idee nahe, die Tiere mit Wasser zu einem Orakel zu locken.

Vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei der EM gegen Frankreich durften sich alle 23 Alpakas und die beiden Lamas Max und Moritz auf zwei große Futtertröge stürzen. Das Ergebnis war ganz klar. Die meisten Alpakas wählten das Futter aus der französischen Tonne. Die deutsche Tonne blieb erst einmal unbeachtet.

Diesmal füllt Christian Tiburzy, einer von etwa 15 Team-Mitgliedern, zwei Planschbecken. Die Fahnen werden willkürlich dahinter aufgehängt. Christian Tiburzy ist zufrieden. Er zeigt auf das hellere Becken, das für Deutschland steht. „Das ist ihnen vertrauter.“ Jeder hier in der kleinen Farm an der Bochumer Straße möchte natürlich einen Tipp für Deutschland. Diesmal soll es klappen.

Planschbecken bleiben erst einmal unbeachtet

Nach nur wenigen „Weiter, weiter“-Rufen setzen sich die Alpakas auf der Weide in Trab Richtung Stall. Einige bleiben dort. Sie haben sich beim ersten Orakel als uninteressiert an Fußballtipps gezeigt. Zwei der Tiere bekommen ein Halfter umgelegt. Sie werden gleich mit einem Paar zu einem Picknick aufbrechen. Denn langsam läuft das Geschäft mit Alpaka-Trekking-Touren nach der langen Corona-Pause wieder an.

Christian Tiburzy hat zwei Planschbecken aufgebaut. Die Alpakas entscheiden sich erst spät. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Die anderen laufen vom Stall aus erst mal wieder auf eine Wiese. Die Planschbecken bleiben unbeachtet. Christian Tiburzy muss hinterher. Weil ein Gatter offen blieb, laufen die Alpakas weiter als geplant. Während Tiburzy hinter dem Zaun noch lockt und ruft, nähert sich mit langsamen Schritten Kalle den Becken.

Er geht vorbei am „deutschen“ Becken, bleibt neben dem Portugal-Becken stehen, wartet ab, fast scheint es, als ob er nachdächte. Schließlich hebt Kalle elegant ein Bein und stellt es in das Becken. Während sich das Tier langsam ins portugiesische Wasser legt, breitet sich bei den Menschen zwischen den Alpakas Enttäuschung aus. Nun ist klar: Deutschland wird auch das zweite EM-Spiel verlieren.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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