Kennt Wacker Obercastrop bestens: Alexander Wagener (M.), hier noch als Spieler aktiv. Heute ist er Teil der Sportlichen Leitung. © Volker Engel
Fußball

Aufstiegs-Stürmer verhandelt plötzlich mit Ex-Teamkameraden über Vertragsverlängerungen

Alexander Wagener ist Teil des Dreigestirns, das die Sportliche Leitung von Wacker Obercastrop bildet. Der 36-Jährige spricht über die Aufgabenverteilung, Transfers und einen schmerzhaften Abgang.

Seit diesem Sommer hat nicht nur einer, sondern gleich drei Männer in der Sportlichen Leitung von Wacker Obercastrop haben das Sagen. Steffen Golob, bis dahin Co-Trainer und Sportlicher Leiter in Personalfunktion, erhielt Unterstützung vom Vater-Sohn-Tandem Frank und Alexander Wagener. Mit gebündelten Kräften soll die Premieren-Saison in der Westfalenliga gemeistert werden.

Alexander Wagener kennt den Verein Wacker Obercastrop, er ist einer mit „Stallgeruch“ wie man im Sport so schön sagt. Seit vier Jahren ist er im Club, in den ersten beiden ging der Stürmer noch selbst auf Torejagd. Nach einem guten Jahr ohne Fußball ist er seit dem Sommer nun zurück – in neuer Rolle.

„Als ich aufgehört hatte, selbst zu spielen, bestand bereits die Idee, dass ich funktionärsmäßig was übernehmen werde“, erklärt Wagener. Gedauert hat es dann aber doch ein Jahr: „In der Landesliga war der Reiz noch nicht so riesig.“ Spätestens mit dem Aufstieg in die Westfalenliga war der 36-Jährige aber Feuer und Flamme.

Die größte Herausforderung der Klubgeschichte

„Das ist die größte Herausforderung der Klubgeschichte“, meint Wagener, „deshalb bündeln wir die Kräfte, um diese Aufgabe zu schaffen“. Und wie liefen die ersten Wochen im neuen Amt, in denen durch die Corona-Pandemie mit all ihren Facetten doch alles durcheinander gewirbelt wurde? „Ich hatte keinen schwierigen Einstieg, wurde super aufgenommen“, berichtet Wagener. „Ich kenne ja auch die meisten der Jungs aus meiner aktiven Zeit – das war alles sehr entspannt.“

Mit vielen Wackeranern spielte Wagener noch Seite an Seite. Auch in seiner neuen Funktion soll er möglichst nahe an der Mannschaft sein, er ist auf kommunikativer Ebene gefragt und gefordert. „Zu mir kommen die Spieler, wenn sie vielleicht mal eine Sache haben, die sie nicht zuerst mit dem Trainer besprechen wollen“, so Wagener, „dann schauen wir, wie das gelöst werden kann“.

In der Sportlichen Leitung ist der Ex-Stürmer auch in andere Personalentscheidungen eingebunden. Das beinhaltet natürlich die Verhandlungen mit den aktuellen Spielern sowie denen, die zum SV Wacker gelockt werden sollen. Aktuell ist Wagener aber auf der Suche nach einer anderen Personalie: „Wir bemühen uns gerade um einen Physiotherapeuten für die Mannschaft.“ Er soll den Wacker-Doc Yuriy Zolotarevskiy in seiner Arbeit unterstützen.

Alexander Wagener (l.) half im September 2019 im Kreisliga-B-Spiel des SV Wacker Obercastrop II bei Spvg Schwerin II aus.

Akuter Verbesserungsbedarf ist nicht vorhanden

Aber auch die Gespräche mit dem aktuellen Kader sollen in den kommenden Wochen in Angriff genommen werden. Frühzeitig sollen die Weichen für die nächste Saison gestellt werden, wie Wagener erklärt: „Wir sind erstmal bestrebt, mit den Spielern zu verlängern, die aktuell bei uns sind.“ Auch nach externen Verstärkungen hält die Sportliche Leitung Ausschau, akuten Verbesserungsbedarf ist aber nicht vorhanden.

„Wir haben eine sehr gut besetzte Mannschaft“, bekräftigt Wagener, der zwar schon ein paar Spieler im Blick hat, „die sind aber ausnahmslos für den Sommer geplant“.

Einer, der den Verein im vergangenen Sommer verlassen hat, war Sven Ricke. „Der Abgang war sehr, sehr schade, weil Sven eigentlich richtig gut zu uns gepasst hat, sowohl menschlich als auch fußballerisch“, sagt Wagener, „ein ganz feiner Fußballer“. Ricke habe durchaus eine Lücke hinterlassen, die Wacker aber im Kollektiv gut auffing – als Aufsteiger hat Obercastrop nach sieben Partien schon starke 16 Zähler gesammelt.

Genau so soll es nach der Corona-bedingten Saisonunterbrechung dann auch weitergehen. „Die Pause ist schade, weil wir sehr gut drauf waren“, hadert Wagener, der die Unterbrechung angesichts der Umstände aber als alternativlos beschreibt. Doch auch er kann es kaum erwarten, an die Erin-Kampfbahn zurückzukehren – wenn auch mittlerweile in neuer Funktion.

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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