Meinung

Castrop-Rauxeler Sport trägt immer wieder Trauerflor

Unsere Autoren mussten in jüngster Vergangenheit einige Nachrufe formulieren. Verdiente Vereinsmitglieder sind verstorben. Was ihm das bedeutet, hat unser Redakteur aufgeschrieben.
Zu Grabe getragen wurden in den vergangenen 24 Monaten einige ehrenamtliche Helfer und Ex-Vorsitzende der Castrop-Rauxeler Fußballvereine. © picture-alliance/ dpa

Die traurigen Nachrichten reißen nicht ab. Der Castrop-Rauxeler Sport hat in den vergangenen zwei Jahren viele Ikonen verloren. Wahrlich eine Größe in der Europastadt war Hans Jürgen Schach, der am 28. März 2021 im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Er war als Geschäftsführer eine wichtige Stütze im TuS Ickern. Was viele aber nicht wissen ist: Zusammen mit dem TuS-Ehrenvorsitzenden Max Auffenberg hatte er in den 1970er Jahren Erfolg mit einer Initiative gegen die Eingemeidung von Castrop-Rauxel nach Dortmund.

Ende März meldete die Spvg Schwerin, dass Lothar Wiedemann gestorben ist. Ein Mann, der sich über Jahrzehnte für die Spvg eingesetzt hat. Ja, gewiss war er auch ein Grantler. Aber eben dieser kritische Blick auf das Gesamtkunstwerk war auch wichtig für die Schweriner.

Im Juni verloren die Fußballer ihren „Onkel Jürgen“: Jürgen Boschella.

Wäre nicht die Corona-Pandemie und dadurch Saisonpause, würden die Kicker des VfB Habinghorst fast ununterbrochen Trauer-Flor tragen: Nach dem Tod von Platzkassierer Jupp Todt kam jetzt die Nachricht vom Ableben von Gerd Schöpf. Davor hatte der VfB bereits Hansi Schweiger, Franz Fliege, Platzwart Thomas Geske und Jürgen Städtler verloren.

Bei mir wird dadurch die Erinnerung an die große Trauerfeier für Spartenleiter Robert Mathis im Januar 2019 in Ickern wach. Wieder vor Augen habe ich auch die Nachrufe, die ich auf die Karl Sabra und Lothar Kampe von Arminia Ickern schreiben musste. Wie auch für Herbert Pelzing (ehemaliger Vorsitzender SuS Merklinde und Mitglied Kreis-Spruchkammer), die Wackeraner Jürgen Hahn und Theo Schürhoff sowie Günter Schulz (VfR Rauxel). Nicht zu vergessen: Ernst Rux (SG Castrop) und Jürgen Klahs (ehemaliger Trainer der Spvg Schwerin).

Castrop-Rauxel ist aber nicht nur Fußball, sondern auch Handball und Korfball. Deshalb sind die Vorsitzenden Willi Kückelmann (HSG Rauxel-Schwerin) und Otto Halberstadt (Schweriner KC) unvergessen.

All diese Routiniers, die bis ins hohe Alter ihre Kraft in den Dienst ihrer Klubs gestellt haben, sind unersetzlich. Eine Sorge bleibt: Nur in wenigen Fällen haben die Vereine Kandidaten, die in die ehrenamtlichen Fußstapfen treten möchten.

Daher ist es um die heimischen Klubs nicht gut bestellt. Helfende Hände werden künftig an vielen Stellen fehlen und dem Vereinsleben wird es an wichtiger Vitalität mangeln, die zum langfristigen Überleben eines Klubs nötig ist.

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