Völlig überraschend ist ein Castroper Fußballteam schlecht in die Saison gestartet. © picture alliance/dpa
Fußball-Kreisliga

Castrop-Rauxeler Team stürzt mit verbessertem Team völlig ab – Verärgerung über den Spielplan

Was ist denn da los? Im Oktober vor genau einem Jahr war eine Mannschaft aus Castrop-Rauxel Spitzenreiter in der Kreisliga B. Nun dümpelt dieses Team auf dem hinteren Rang 13 herum.

Es gibt Dinge im Fußball, die nicht so einfach zu erklären sind. Genau das trifft aktuell auf eine Mannschaft aus Castrop-Rauxel zu.

Wacker Obercastrop II: „Der Knoten wird platzen“

Vor genau einem Jahr, Mitte Oktober 2020, waren die Fußballer des SV Wacker Obercastrop II in der Kreisliga B1 des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel als Spitzenreiter das sportliche Maß aller Dinge. Genau ein Jahr später steht Wacker II mit einer fast identischen Mannschaft auf Tabellenplatz 13.

Wie ist dieser sportliche Absturz zu erklären? „Wenn ich das so genau wüsste, würde ich es abstellen“, so Trainer Christian Heyn. Laut dessen Meinung sei es das negative Zusammenspiel verschiedenster Faktoren, die den aktuellen Ist-Zustand verursacht hätten. Heyn ist sich aber sicher: „Der Knoten wird platzen – wir finden wieder in eine erfolgreichere Spur zurück.“

Wacker Obercastrop II ist besser besetzt als vor einem Jahr

Den Kopf nicht hängen lassen und konzentriert weiterarbeiten, dann werde es irgendwann wieder klappen, bleibt Trainer Heyn optimistisch, das sein Team dort nicht hingehört, wo es momentan in der Tabelle steht. Zumal der Kader durch Neuzugänge besser besetzt sei als vor einem Jahr. „Das sind alles gute Fußballer“, so Heyn.

Wacker-II-Trainer Christian Heyn.
Wacker-II-Trainer Christian Heyn. © Volker Engel © Volker Engel

Derzeit hakt es bei Wacker Obercastrop II an grundlegenden Dingen, die falsch laufen in den Punktspielen. „Wir sind nicht nah genug am Gegner, im Umschaltspiel zu langsam und oft auch um den Bruchteil einer Sekunde zu spät am Ball“, erklärt Heyn, warum auf der Habenseite nur vier Punkte stehen.

Erst einmal konnte die etatmäßige Innenverteidigung spielen

Weiter schleppt Wackers B-Team ein Manko aus der Saison-Vorbereitung mit sich herum. „Wir mussten aus vielerlei Gründen in den Testspielen ohne Innenverteidiger spielen“, so Heyn.

Erst am 10. Oktober – da war es bereits der siebte Spieltag – lief Wacker erstmals mit den etatmäßigen Innenverteidigern Tim Schulz und Mohammed Kirac auf – man verlor trotzdem 1:3 bei Fortuna Herne. „Mit viel Pech“, wie Heyn zu verstehen gibt. Nach zwei frühen Gegentoren sei die Chance zum 1:2 kurz vor der Pause nicht genutzt worden.

Trainer Heyn kritisiert den Spielplan

Zudem hat ein Kuriosum in der Frühphase der Meisterschaft dafür gesorgt, dass der SV Wacker II in keinen Spielrhythmus kommen konnte. Am zweiten und sechsten Spieltag musste der B-Ligist bereits zweimal pausieren, was bei Trainer Heyn auf Unverständnis stößt: „Wir spielen in einer Staffel mit 16 Mannschaften, trotzdem haben ständig zwei Teams spielfrei – der tiefere Sinn darin erschließt sich mir nicht.“

Zumal andere Liga-Konkurrenten bisher nicht pausieren mussten. Das führt dazu, dass Wacker II am siebten Spieltag erst fünf Partien ausgetragen hat, während andere Klubs sieben Mal um Punkte gekickt haben. „Wer diesen Spielplan erstellt hat, wird sich schon etwas dabei gedacht haben“, so Heyn mit leichtem Sarkasmus in der Stimme.

Der nächste Versuch ist gegen SG Victoria/Sportfreunde II

Die lange Corona-Pause will Obercastrops Trainer indes nicht als Handicap für den schlechten Saisonstart mitverantwortlich machen: „Andere Mannschaften hatten eine gleichlange Pause ohne Fußball. Vielleicht haben die das aber besser verkraftet als wir.“ Vielmehr glaubt Christian Heyn, dass „wir nur ein, zwei positive Momente brauchen, um wieder in den Flow der vorigen Saison zu finden“.

Vielleicht tauchen diese positiven Signale ja schon am 17. Oktober im Heimspiel-Derby (13 Uhr, Erin-Kampfbahn) gegen die SG Victoria/Sportfreunde II urplötzlich wieder auf beim SV Wacker Obercastrop II.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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