Ein Castrop-Rauxeler Coach räumt die Trainer-Bank. Er bleibt aber im Verein. © Jens Lukas
Fußball

Castrop-Rauxeler Trainer tritt zurück und taucht in Führungsrolle auf

Im Castrop-Rauxeler Fußball ist offenbar vieles möglich. Jetzt tritt ein Trainer zurück, bleibt aber im Club und bekommt mehr Kompetenzen.

Die Castrop-Rauxeler Fußball-Landschaft ist im Jahr 2021 mit einem Westfalenligisten (Wacker Obercastrop), einem Landesligisten (FC Frohlinde) sowie drei Bezirksligisten (Spvg Schwerin, FC Castrop-Rauxel) so gut aufgestellt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In der Kreisliga A deutet sich derzeit eine Besonderheit an – mit einer ungewöhnlichen Beförderung.

Verein möchte in die Bezirksliga aufsteigen

Der Fußballverein Eintracht Ickern ist im Wandel. Im Sommer wird Erkan Gül, der Coach der ersten Mannschaft, sein Traineramt niederlegen. Und Marc Böttger will nicht mehr Sportlicher Leiter sein. Beide wollen sich verstärkt der Vorstandsarbeit widmen. Laut Böttger gebe es viel zu tun. Nicht nur der angestrebte Aufstieg in die Bezirksliga, auch in puncto Jugendarbeit und Vereinshaus wartet noch reichlich Arbeit.

„Wir müssen die Kräfte dort bündeln, wo es nötig ist. Erkan und ich wollen uns einfach intensiver in die Vorstandsarbeit einbringen, als es bislang der Fall war“, umschreibt Marc Böttger die Situation. Gül ist aktuell nicht nur Trainer der Ersten, sondern auch noch 2. Vorsitzender. Und Böttger ist zudem als 2. Kassierer im Vorstand vertreten. Klar ist aber auch. Sowohl Gül als auch Böttger wollen sich intensiver einbringen, aber niemanden verdrängen. Böttger: „Ich hoffe, dass alle bisherigen Vorstandsmitglieder weitermachen wie bislang.“

Natürlich gilt die Konzentration zunächst der aktuellen sportlichen Situation. Als 13. der Tabelle müssen die Ickerner abwarten, wie mit der Saison weiter verfahren wird. Re-Restart, Abbruch, Annullierung – all das steht im Raum.

Erkan Gül, der Aufstiegstrainer, wird nach fünf Jahren das Amt an Cemal Cicibas weitergeben. „Er ist der richtige Mann für diese Aufgabe, Cemal Cicibas hat die zweite Mannschaft ebenfalls zum Aufstieg geführt. Wir haben vollstes Vertrauen in ihn“, so Böttger, der nach mehr als zehn Jahren als Sportlicher Leiter in dieser Funktion kürzertreten will. „Wir haben lange zusammengesessen und uns den Schritt gut überlegt. Wir wollen den Verein ein Stück weiter voranbringen“, sagt Böttger stellvertretend auch für Gül.

Cemal Cicibas (vorn) wird Trainer der ersten Mannschaft von Eintracht Ickern. © Volker Engel © Volker Engel

Was heißt das konkret? Es gibt drei Ziele. Das erste Ziel: In drei Jahren soll der Aufstieg in die Bezirksliga realisiert sein.

Das zweite Ziel: Die Förderung der Jugendarbeit. Mit der A-Jugend verfügt Ickern hier nur über eine einzige Mannschaft. „Wir möchten dem Nachwuchs mehr Perspektiven in Ickern bieten, es sollen weitere Mannschaft hinzukommen, wir müssen Sponsoren finden, um auch finanziell den Jungs einmal etwas bieten zu können“, formuliert Böttger ziemlich deutlich.

Das dritte Ziel beschäftigt den Sportlichen Leiter schon lange: der Umbau des Vereinshauses am Sportplatz Uferstraße. Viel Geld sei bislang verbaut worden. Geld, das an anderen Stellen fehlte. Aber fertig ist das Vereinshaus längst nicht. Im Sommer 2020 wurde die Terrasse fertiggestellt. Jetzt müsse der Außenbereich gestaltet werden. Auch sollen zwei identische Fertiggaragen gebaut werden, so Böttger: „Wenn das fertig ist, wartet noch der Umbau der Kabinen auf uns.“

Viel ist geklärt bei Eintracht Ickern, aber noch längst nicht alles. Denn noch ist kein Nachfolger für Böttger gefunden – gleiches gilt für Cicibas. In Sachen Trainer für die zweite Mannschaft will Böttger „Überzeugungsarbeit leisten und intensive Gespräche mit den erfahrenen, etwas älteren Spielern führen“. Sollte bis zum Sommer kein Nachfolger für ihn gefunden sein, will Böttger das Amt mit Erkan Gül gemeinsam weiterführen – zumindest übergangsweise.

Ihre Autoren
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
Zur Autorenseite
Peter Kehl
Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
Zur Autorenseite
Jens Lukas

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.