David Menke (gelbes Hemd) hütete 2018 noch das Tor des SV Sodingen - und kassierte ein Gegentor von Obercastrops Elvis Shala. Mittlerweile ist Menke ein Wackeraner - und schult Obercastrops Keeper. © Jens Lukas
Fußball-Westfalenliga

Der Torwart-Trainer von Wacker Obercastrop überlässt nichts dem Zufall

Zum Betreuerstab des Westfalenligisten Wacker Obercastrop gehört auch Torwart-Trainer David Menke. Was nicht alle wissen: Er setzt auf digitale Technik und fuhr selbst einst in Richtung Profifußball.

Wie erfolgreich ein Torwart-Trainer in seinem Job arbeitet, kann man auf zweierlei Arten beschreiben. Mit lobenden Worten – oder aber mit einer eindrucksvollen Statistik. Im Fall von David Menke, beim Fußball-Westfalenligisten SV Wacker Obercastrop für das Torwart-Duo David Scholka und Nils Gehrmann verantwortlich, kann man eindeutig aufs Zahlenwerk zurückgreifen.

Nach sieben Spielen in der Westfalenliga hat der Aufsteiger 16 Punkte auf seinem Konto. Noch eindrucksvoller gestaltet sich das Torverhältnis von 9:1. Nur einen einzigen Treffer kassierten die Obercastroper. Das war beim 0:1 beim FC Iserlohn, der bislang einzigen Niederlage des SV Wacker.

David Menke ist ein wichtiger Baustein beim SV Wacker

Dementsprechend fallen auch die Lobeshymnen über die Arbeit von David Menke aus, der seinen Vertrag in Obercastrop nach einem „sehr, sehr kurzen Telefongespräch“ mit dem Sportlichen Leiter Alexander Wagener für die Saison 2021/22 verlängerte. „Richtig wichtig für uns ist, dass unser Torwarttrainer David Menke bei uns bleibt. Das ist ein ganz wichtiger Baustein und wir sind extrem froh, in weiter an Bord zu haben“, so Wagener.

David Menke (l.) tritt nur selten aus dem Schatten von Wacker-Cheftrainer Aytac Uzunoglu hervor. © Jens Lukas © Jens Lukas

Große Sorgen, dass sich der 34-Jährige für die Konkurrenz entscheiden und die Castrope-Rauxeler nach zwei Jahren wieder verlassen würde, musste sich der Sportliche Leiter auch nicht machen. „Das Gesamtpaket passt einfach, wir waren uns schnell einig, ich fühle mich wohl in Obercastrop und will auch nicht weg“, machte Menke es seinem Gegenüber Wagener ausgesprochen leicht.

Doch was ist eigentlich das Erfolgsgeheimnis von David Menke? Während des ersten Lockdowns im Frühjahr traf sich das Trio Menke-Scholka-Gehrmann auf dem Bolzplatz am Castrop-Rauxeler Hallenbad. „Jetzt“, so Menke, werde es dafür einfach zu früh dunkel. Zudem ließen es die aktuell verschärften Corona-Maßnahmen nicht mehr zu. Die Sportplätze seien alle verschlossen und die Sonne geht um 16.30 Uhr unter.

Torhüter haben einen Parcours als Hausaufgabe

Bleibt die Frage, wie sich die beiden Torhüter Scholka und Gehrmann während des aktuellen Lockdowns fit halten. Der in Dortmund wohnende Menke hat seinen beiden Schützlingen einen speziellen Torwart-Parcours ausgearbeitet. „Den mögen die beiden nicht“, so der Torwart-Trainer: „Förderlich für einen Torwart ist nicht, dass er viermal die Woche zehn Kilometer läuft, sondern Übungen für die Sprungkraft, für die Schnellkraft und zur Verbesserung der Koordination macht.“

Torwart-Trainer David Menke (M.) und sein Schützlinge: David Scholka (l.) und Nils Gehrmann. © Wacker Media © Wacker Media

Dass Menke während seiner Zeit bei den Junioren von Borussia Dortmund unter hochprofessionellen Trainern gearbeitet hat, spürt man auch noch mehr als 15 Jahre später. 2004/05 stand er in Dortmund für die U17-Junioren im Tor, Trainer war damals Theo Schneider, Mitspieler waren Uwe Hünemeier und Marc Kruska. Beide wurden gestandene Profis.

Kruska fand übrigens ebenfalls den Weg zurück nach Castrop-Rauxel und kickte zuletzt für den FC Frohlinde. In seinem letzten Dortmunder Jahr trainierte Menke unter Heiko Herrlich, heute Chefcoach beim Bundesligisten FC Augsburg. Klar, dass Videoanalyse seitdem zum Tagesgeschäft von David Menke gehört.

„Wir filmen natürlich den Gegner, schauen, wie er sich bei den Standards verhält, wie die Stürmer vor dem Tor agieren. So kann ich den beiden Jungs Tipps geben, wie sich der Gegner verhält“, so Menke.

Natürlich bespricht er auch per Videoanalyse die eigenen Trainingseinheiten. Das Stellungsspiel habe sich seitdem durchaus verbessert, so Menke: „Allerdings sind es nur noch Kleinigkeiten, nur noch wenige Details die fehlen. Sowohl Scholka als auch Gehrmann gehören für mich zu den besten Torhütern der Westfalenliga.“

Und wohin führt der Weg von Wacker Obercastrop in dieser zweiten Saison, die durch die Corona-Maßnahmen unterbrochen wird? „Wir haben immer gesagt, dass wir zunächst die Klasse halten wollen – jetzt stehen wir auf Rang fünf. Es wäre natürlich schön, wenn wir so lange wie möglich mit den Spitzenclubs mithalten könnten“, steckt David Menke die Saisonziele bewusst realistisch ab.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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