Marc Olschewski, der Trainer des VfB Habinghorst, war in den vergangenen Monaten nicht frei von Selbstzweifeln. © Volker Engel
Fußball

Die Chefs des VfB Habinghorst haben eine Antwort auf die Trainerfrage

Wenn es nicht richtig rund läuft, haben die Vereine oftmals den Reflex, den Trainer auszutauschen. Wie hält es der VfB Habinghorst in der Fußball-Kreisliga A?

In der Fußball-Kreisliga A läuft der VfB Habinghorst als Elfter der Tabelle der Musik hinterher. Dabei hatten sich die Kicker aus dem Castrop-Rauxeler Norden doch auf die Fahnen geschrieben, oben mitzuspielen.

Trainer hatte Selbstzweifel

Im Profi-Fußball ist in solchen Situationen zumeist der Trainer das schwächste Glied in der Kette. VfB-Trainer Marc Olschewski sagt: „Ich war in den vergangenen Monaten auch selbstkritisch und hätte Verständnis dafür, wenn der Vorstand über Alternativen nachdenkt.“

In der ersten Januar-Woche machten die Habinghorster Verantwortlichen Nägel mit Köpfen: Sie haben die Zusammenarbeit mit Marc Olschewski auf die Saison 2021/22 ausgedehnt. Das erklärte Geschäftsführer Markus Lüneberg: „Wir haben nach dem Abstieg in die Kreisliga B vor fünf Jahren mit Marc als neuen Trainer ein Konzept mit einer Vision entwickelt. Er hat Ecken und Kanten. Auch hat er uns ein paar Mal Nerven gekostet. Aber er ist für uns der richtige Trainer.“

Gordon Schwarze, einst Kapitän der Landesliga-Team des VfB Habinghorst und jetzt Vorsitzender des Clubs, hält an Marc Olschewski als Trainer fest. © Volker Engel © Volker Engel

Ein Meinungsbild hatten sich Lüneberg und der Vorsitzende Gordon Schwarze bei den Führungsspielern des Kreisliga-A-Teams eingeholt. Lüneberg: „Das sollte unsere Entscheidung zwar nicht lenken. Es war aber gut zu hören, dass alle gesagt haben, dass sie gerne mit dem Trainer weitermachen möchten.“

Die Habinghorster Vision ist, zunächst in der Kreisliga A eine feste Größe zu sein und langfristig den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen. Darin sind sich Vorstand und Trainer einig. Die Rahmenbedingung seien dafür in der Kampfbahn Habichthorst gut, meint Olschewski: „Zumal bei unserem Training oftmals mehr Zuschauer sind als sonntags bei einem Heimspiel eines Bezirksligisten“.

Marc Olschewski gehörte als Spieler 2010 noch jenem VfB-Team an, dass als Landesligist die Speerspitze im Castrop-Rauxeler Fußball war. In den Jahren danach kam es zum Absturz, der erst nach dem Abstieg in die Kreisliga B im Jahr 2016 aufgefangen werden konnte. Der Gegentrend wurde 2018 mit Olschewski als Coach mit dem Aufstieg sind die Kreisliga A eingeleitet.

VfB Habinghorst hatte im Jahr 2016 insgesamt 22 Neuzugänge

Marc Olschewski berichtet: „Als ich ich kam war das kein Umbruch, sondern ein echter Neustart. Wir konnten froh sein, dass es gute Leute im Vorstand gab, die dieses Projekt mit uns gestartet haben.“ Olschewski kam von der SG Castrop und sorgte für 22 Neuzugänge. Aus dem alten Kader blieben nur Steven Kirsch und Keeper Sebstian Michelis übrig.

Marc Olschewski hat im Jahr 2021 Großes vor. Denn er beginnt im März einen Kurs, um die Trainer-B-Lizenz zu erlangen. Viele der Seminar-Tage werden wegen Corona im Internet abgehalten. Olschewski: „Vadim Glöckner, der diesen Schein zuletzt gemacht hat, hat mir dazu einige Infos zugeschickt.“

Lüneberg und Schwarze geben ihrem Trainer für den Re-Start auch noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg. Markus Lüneberg: „Marc muss noch lernen, nach dem Spiel den Fans Rede und Antwort zu stehen. Das macht derzeit noch sein Vater.“

Nachwuchs soll in der ersten Mannschaft spielen

Die VfB-Verantwortlichen hoffen, dass sie in drei Jahren auf den von der Stadtverwaltung in Aussicht gestellten neuen Kunstrasenplatz an der Klöcknerstraße umziehen können. Lüneberg: „Dann haben wir auch wieder ganz andere Möglichkeiten für die Jugendarbeit. Denn aus dieser wollen wir auch wieder schöpfen.“

Das letzte Mal, dass VfB-Junioren zu den Senioren aufrückten, war im Jahr 2019, als A-Junioren die zweite Senioren-Mannschaft verstärkten. Aktuell sind die C-Junioren mit dem sehr engagierten Coach Martin Ropat der älteste VfB-Jahrgang. Diese Kicker erreichen erst in fünf Jahren das Senioren-Alter. Markus Lüneberg: „Wir sind sehr froh, dass Antje und Sven Wesolowski die Jugendarbeit so gut führen. Ihre Arbeit ist unbezahlbar.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
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Jens Lukas

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