Ein Foto Volker Brinkhoff aus Archiv unserer Redaktion. Volker Brinkhoff im Spiel für die Herren 60 des TC Castrop 06, inzwischen ist er bei den Herren 60 am Ball. © Volker Engel
Tennis

Die „Fantastischen Vier“ des TC 06 spielen seit 50 Jahren zusammen

Als Jungen kamen sie zum TC Castrop 06. Inzwischen spielen sie seit 50 Jahren für denselben Club - die meiste Zeit zusammen. Ein eingeschworenes Quartett im Sportlerporträt.

Sie begannen als junge Eigengewächse beim TC Castrop 06, inzwischen sind sie Tennis-Urgesteine am Wiedehagen. Die Herren 60 spielen inzwischen seit einem halben Jahrhundert zusammen – und werden dabei immer erfolgreicher.

2015 gelang dem TC06-Quartett aus Volker Brinkhoff, Peter Wirths, Karsten Vorhoff und Dieter Düwel der bislang größte sportliche Coup. Sie spielten noch bei den Herren 55 und erkämpften Westfalenmeisterschaft und Regionalliga-Aufstieg, was die höchste Spielklasse dieser Altersklasse ist. „Vielleicht spielen wir mit 80 ja um die Deutsche Meisterschaft“, scherzt Wirths.

„Oft gegen Profis gespielt, manchmal gewonnen“

„In der Regionalliga habe ich an Position Eins oft gegen ehemalige Profis gespielt“, sagt Brinkhoff, „manchmal habe ich sogar gewonnen.“ Und auch Düwel erinnert sich gerne an diese Zeit: „Auch wenn wir gleich wieder abgestiegen sind. Es hat großen Spaß gemacht.“

Die Herren 60 des TC Castrop 06, wie sie ab 2021 zusammen spielen werden (v.l.n.r.): Wolfgang Paarsch, Volker Brinkhoff, Hubert Schotte, Peter Wirths, Karsten Vorhoff und Dieter Düwel. © privat © privat

Die Castroper haben sich im Laufe der Jahre gesteigert. Angefangen haben sie alle einst in der vierten Herren-Mannschaft, in den unteren Tennis-Ligen. Und sie sind zunächst auch nicht gemeinsam angetreten. „Dieter war bereits in der ersten Herren-Mannschaft, ich habe erst als Student ernsthaft angefangen, Tennis zu spielen“, sagt Brinkhoff.

Durch Herausforderungsspiele gegen Vereinskameraden gelangte Brinkhoff in die erste Mannschaft. Heutzutage funktioniert das ohne Duelle – über Leistungsklassenpunkte.

In einem legendären Endspiel beim TuS Ickern ging es dann um den Castroper Wiederaufstieg zur Bezirksliga. „Damals spielten bei Ickern Dirk, Heiko und Guido Sobbe mit. Das Büffet am Kattenstätter war bereits aufgebaut“, so Brinkhoff. Am Ende siegten die Castroper Gäste mit 5:4 und vermiesten den Ickernern so die erhoffte Aufstiegsparty.

Neben Brinkhoff waren damals Düwel, Wirths und Vorhoff am Ball. Ein besonderer Moment für das Erfolgsquartett. „Das ist bestimmt 20 Jahre her, wenn nicht 25“, so Brinkhoff. 1986 hatten die „fantastischen Vier“ im Bezirksliga-Lokalderby mit 5:4 den TC GW Frohlinde geschlagen und dabei alle ihre Einzel gewonnen.

Hubert Schotte bei den Herren 55. In dieser Altersklasse schaffte es der TC Castrop 06 bis in die Regionalliga, höchste deutsche Spielklasse dieser Altersklasse. © Angelika Thiele © Angelika Thiele

Wirths wohnt inzwischen in Wuppertal. Vorhoff lebt bereits seit 25 Jahren in Essen. Zum Tennis kommen sie alle in Castrop zusammen. „Das ist Sport mit Freunden“, sagt Wirths.

Wechsel kommt nicht in Frage

Am Wiedehagen fing schließlich damals alles an. „Man wird in all den Jahren auch immer wieder von anderen Vereinen gefragt, ob man nicht wechseln möchte“, sagt Volker Brinkhoff. Aber ein Wechsel komme gar nicht in Frage. Als Junge hat er am Klothkamp gewohnt, im Schatten der Tennisanlage. Inzwischen ist er 63 Jahre alt.

Auch Wirths und Vorhoff (beide Jahrgang 1959) wuchsen ganz in der Nähe zur Sportanlage auf. „Der ASG-Sportlehrer Wolf hat uns damals zum Tennis gebracht“, erklärt Wirths, „wir haben am selben Tag angefangen.“ Auch Vorhoff erinnert sich gern an seine Kindheit dort: „Nicht zuletzt wegen des Schwimmbeckens war das eine Grüne Oase für uns.“

Karsten Vorhoff im Jahr 2016. © Volker Engel © Volker Engel

Nach der gemeinsamen Zeit bei den Herren ging es irgendwann in die Altersklassen. Zunächst zu den Herren 30, damals noch Jungsenioren genannt. Dann kamen die Herren 40. „Als jüngere Spieler hatten wir da gute Karten, wir sind gleich aufgestiegen“, sagt Vorhoff.

Durch den Altersklassenwechsel zu den Herren 50 im Jahr 2008 mussten die Castroper zwischenzeitlich in die Bezirksliga hinunter. Doch direkt im Folgejahr gelang der Verbandsliga-Aufstieg. 2010 wurde der TC06 dann Vize-Westfalenmeister.

2015 folgte die Westfalenmeisterschaft bei den Herren 55 und der einjährige Regionalliga-Ausflug. „Ohne die Unterstützung von Hubert Schotte, der vom RV Rauxel zu uns kam, und Wolfgang Paarsch hätten wir es damals nicht in die Regionalliga geschafft“, stellt Dieter Düwel klar. „Hubert spielt immer noch bei uns und Wolfgang wird uns 2021 wieder verstärken.“

Auf dem Platz gegen Henri Leconte

Der 67-jährige Düwel ist ein paar Jahre älter als der Rest des Teams und wurde erst bei den Jungsenioren fester Bestandteil. 1978 stand er mal dem ehemaligen Weltranglisten-Fünften Henri Leconte auf dem Platz gegenüber, in der französischen Partnerstadt Vincennes.

Dieter Düwel vor zwei Jahren am Ball. © Volker Engel © Volker Engel

„Wir sind gemeinsam durch alle Altersklassen gegangen und inzwischen bei den Herren 60 angekommen“, so Wirths. 2017 verloren die Castroper im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft gegen TC Nordwalde. „Unglücklich“, sagt Düwel. In all den Jahren traf das Quartett manchen Gegner öfter. So war der SuS Oberaden im Sommer 2020 in Castrop zu Gast – mal wieder.

Halb-Marathon vor dem Match

„Meinem Gegenspieler war ich zuletzt bei den Herren 50 begegnet“, berichtet Brinkhoff. „Damals bin ich vor dem Match noch einen Halb-Marathon gelaufen.“ Das wäre heute keine Option mehr, fügt er lachend hinzu. Es ist nur eine von unzähligen Anekdoten rund um die Herren 60 des TC Castrop 06.

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Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

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