Die über die Ufer getretene Aisch hatte den Fußballplatz in Hallerndorf überschwemmt. Das ist nur ein Beispiel für die von der Hochwasser-Flut betroffenen Vereine. © picture alliance/dpa
Meinung

Drei Castrop-Rauxeler Fußball-Klubs spenden für Flutopfer – das ist viel zu wenig

Nicht weit weg hat sich vor 14 Tagen die Flut-Katastrophe Mitte Juli ereignet. Viele Familien sind in Not geraten. Die Castrop-Rauxeler Fußball-Klubs zeigten sich nicht solidarisch mit ihnen - meint unser Autor.

Es scheint wirklich so zu sein, dass Katastrophen schnell aus dem individuellen und dem kollektiven Gedächtnis verschwinden. Wenn es dafür eines Beweises bedurfte, liegt es mehr denn je direkt vor der Castrop-Rauxeler Haustür.

Anders ist es nicht zu erklären, dass nur drei heimische Fußball-Vereine mit Spenden und Spendenaktionen für die Opfer der Hochwasser-Flut Mitte Juli an die breite Öffentlichkeit gegangen sind. Ja, es ist tatsächlich erst vier Wochen her, dass die erschreckenden Bilder aus Hagen, dem Bergischen Land, der Eifel sowie Rheinland-Pfalz die Leute aufrüttelte. Die Worte „Helfen“ und „Spenden“ waren in aller Munde.

Und jetzt? Die Landesliga-Mannschaft des FC Frohlinde brachte mit einer 150-Euro-Spende die Katastrophe wieder zurück in die Erinnerung. Aber nur kurz. Das gilt auch für die wirklich tollen Spieltags-Aktionen von Wacker Obercastrop und des TuS Henrichenburg.

Wenn es bei diesen drei Schlaglichtern bleibt, hat der Castrop-Rauxeler Fußballsport in seiner Pflicht zur Solidarität – nicht nur gegenüber den Vereinen, deren Sportplätze überflutet wurden – komplett versagt. Anders kann man es nicht sagen.

Eigentlich waren Werbetrommeln, die Wacker, Henrichenburg und das FCF-Team gerührt haben, laut genug, um alle anderen Klubs zu Spendenaktionen aufzufordern. Allein: Bislang war von keinem weiteren Verein zu hören, der sich in den Kreis der Helfenden einreiht. Eigentlich müssten doch die Klubs wie in einer Reihe von Dominosteinen stehen, so dass der eine den nächsten Verein anstößt: „Hilf mit!“

Dabei sind doch gerade die Fußball-Klubs mit ihren vielen aktiven und passiven Mitgliedern genau die richtigen Multiplikatoren, um etwas zu bewegen – und damit die aufrüttelnden Bilder nicht aus dem kollektiven Gedächtnis zu verlieren.

Über den Autor
Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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