Ein ehemaliger Trainer von Wacker Obercastrop, der bis März 2017 in der Erin-Kampfbahn wirkte, hat jetzt einen Job in der Oberliga. © Jens Lukas
Fußball

Ehemaliger Trainer von Wacker Obercastrop hat jetzt einen Job in der Oberliga

Ein Castrop-Rauxeler Fußball-Spieler ist einst bis in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Danach war er auch als Cheftrainer zahlreicher Teams unterwegs. Jetzt ist der Coach ins zweite Glied zurückgetreten.

Als junger Fußballspieler war er schon sehr erfolgreich in vielen Vereinen tätig. Der gebürtige Castrop-Rauxeler wurde auch nach seiner Kicker-Karriere als Trainer sehr aktiv. Als Chef-Trainer und Sportlicher Leiter nach vielen Jahren war er sich nicht zu schade, nunmehr als Co-Trainer weiterzumachen. Weil ihn ein Weggefährte aus alten Tagen darum bat. Nur die Corona-Pause hat nun alles zum Stillstand gebracht.

Ex-Profi hat 14-Kilometer-Spaziergänge vor der Brust

Keine Spiele, kein Training. Als unser Reporter Andreas Köhler am Handy erreichte, schnaufte der erstmal durch. Der bis Februar 2017 als Trainer des SV Wacker Obercastrop in der Bezirksliga arbeitende Köhler war auf einen seiner schnellen Spaziergänge im Grutholz.

Köhler sagte: „Drei bis viermal die Woche mache ich so 14 Kilometer am Stück, da wir nicht mehr auf den Platz dürfen. Auf dem Platz wäre momentan die Arbeit beim Oberligisten Aplerbecker SC. Dorthin hatte es Cheftrainer Toni Kotziampassis verschlagen, der Köhler mitnahm.

Der aktuelle Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu (l.) stand Andreas Köhler als Co-Trainer von 2016 bis 2017 zu Seite. © Volker Engel © Volker Engel

Die Stadtionen von Andreas Köhler

  • Als Fußballspieler: SuS Merklinde, VfB Waltrop, TuS Schloß-Neuhaus, BVL Remscheid, Wuppertaler SV, Spvg Erkenschwick, Westfalia Herne, VfB Waltrop.
  • Als Trainer: Germania Datteln, SV Sodingen, BW Huckarde, Phönix Eving, Hombrucher SV, TuS Eving-Lindenhorst, Hombrucher SV, SG Lütgendortmund (Frauen), SF Nette, Eintracht Datteln, SV Wacker Obercastrop, TuS Sinsen, Aplerbecker SC Dortmund.

Mit dem Trainer-Duo begann es schon beim Westfalenligisten TuS Sinsen, als der Grieche aus Castrop-Rauxel, der in der Ickerner Nachbarschaft von Köhler wohnt, ihn dazu animierte. Dabei hatte alles eine Vorgeschichte. Kotziampassis spielte und trainierte Köhlers Heimatverein SuS Merklinde und hat auch in Obercastrop eine Vergangenheit. Noch länger liegt die Zeit zurück, als Köhler für den VfB Waltrop Toni von der Spvg Schwerin weglotsen wollte.

Köhler sagte lachend, in dem er weiter durchs Grutholz marschierte: „Der Lümmel ist dann zu Teutonia Waltrop gegangen.“ Mittlerweile arbeiten beide zusammen, Köhler macht das gerne aus der Co-Position.

Aber Kotziampassis sagte einmal: „Andreas ist nicht nur ein Hütchen-Aufsteller beim Training. Dafür hat er sicherlich schon viel in der Branche erlebt.“ Zuletzt in Obercastrop, wo er dann im Februar 2017 überraschend seinen Hut nehmen musste. Dennoch schickte er ein Lob Richtung Erin-Kampfbahn: „Die machen einen guten Job.“

Köhler ist in Waltrop als Vollziehungsbeamter unterwegs

Köhler, der bei der Stadt Waltrop als Vollziehungs-Beamter tätig ist, startete seine Fußball-Karriere beim SuS Merklinde. Über den VfB Waltrop ging er zum TuS Schloß-Neuhaus, dem Vorgängerverein des SC Paderborn. Dabei hatte er auch die Möglichkeit, bei Borussia Dortmund unterzukommen. Doch die Schwarz-Gelben hätten ihm nur einen Vertrag für ein Jahr angeboten.

Andreas Köhler (Mitte) fungierte auch als Schiedsrichter, wie hier im April 2016 beim Kreisliga-B-Match des SuS Pöppinghausen (rote Hemden, hier mit Aytac Uzunoglu) gegen Arminia Sodingen. © Volker Engel © Volker Engel

1985 wechselte er zum BVL 08 Remscheid, wurde Deutscher Amateurmeister, Oberliga-Meister im Nordrhein und schaffte in der folgenden Aufstiegsrunde den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Bei Hertha BSC war das entscheidende Spiel. Köhler erzählte: „Jürgen Sundermann war dort Trainer. Als wir mit dem Bus ankamen, hatten die Berliner Fans schon eine Aufstiegshymne gesungen.“ Remscheid gewann am 24. Juni 1987 mit 3:1 und stieg auf.

Andreas Köhler (r.), hier mit Hendrik Pfadenhauer, hatte seine Trennung vom SV Wacker Obercastrop im Frühjahr 2017 nicht auf dem Zettel. © Jens Lukas © Jens Lukas

An sein erstes Spiel als Profi kann er sich noch gut erinnern. Zwar gab es bei seinem Debüt ein 1:2 gegen Fortuna Köln, aber Köhler schoss das Tor. 30 Spiele und sechs Tore war seine Saisonbilanz. Nach dem Abstieg ging es zum Wuppertaler SV weiter. Auch hier feierte Köhler die Oberliga-Meisterschaft, der Aufstieg zur 2. Liga klappte nicht.

Mit dem VfB Waltrop in die Westfalenliga aufgestiegen

Die Reise ging weiter. Erkenschwick, Westfalia Herne. Mit VfB Waltrop schaffte er 1995 noch den Aufstieg aus der Landesliga in die Verbandsliga (heute Westfalenliga).

Nach seiner aktiven Karriere folgten zahlreiche Stationen als Trainer. Darunter auch das Training der Frauen der SG Lütgendortmund in der 2. Bundesliga.

Eine Anekdote gab es noch vom SV Sodingen. Da schmiss Köhler den kritischen Vorsitzenden in der Halbzeit aus der Kabine. Köhler erklärte, als er fast vor der eigenen Haustür war: „Ein paar Tage später wurde ich gefeuert.“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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