Er läuft und läuft und läuft - auch während des Lockdown: Schwerins Nummer Sechs, Stefan Fels. © privat
Fußball

Ein Schweriner Fußballer wird beim Joggen zum Kilometer-Fresser

Der Corona-Lockdown ab dem 1. November hat bei einem Schweriner Fußballer ungeahnte Fähigkeiten zutage gefördert. Ohne Training und Spiel wurde er beim „Homeoffice-Jogging“ zum Kilometer-Fresser.

Über diese Begeisterung fürs Joggen wundert sich der Defensivspieler des Bezirksligisten Spvg Schwerin selbst am allermeisten. „Bei normalen Trainingseinheiten bin ich nicht der Dauerläufer. Jetzt, wo wir uns durch das Corona-Trainingsverbot selbst fit halten müssen mit den Hausaufgaben von unserem Trainer, habe ich mir eine persönliche Jogging-Marke gesetzt, die ich erfüllen wollte“. Wer sagt das? Stefan Fels.

Im November sind es 110 Kilometer geworden. Was Trainer Dennis Hasecke begeistert: „Stefan macht das phänomenal. So viele Kilometer hat kein anderer bei mir abgegeben. Er will es so richtig wissen, wenn es weiter geht.“

Allein 110 Kilometer im Monat November

Dass Stefan Fels mit dieser Leistung zum Kilometer-Weltmeister der Spvg Schwerin geworden ist, bringt ihn zum Lachen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit 32 Jahren im Sport einmal zum Weltmeister werden würde.“ Für den Fußballer sind diese 110 Kilometer im Monat November umso erstaunlicher, da er nicht an jedem Tag gelaufen ist.

Stefan Fels spielt seit Sommer 2019 für den Castrop-Rauxeler Bezirksligisten Spvg Schwerin. Davor war er für Mengede 08/20, Westfalia Wickede und SF Nette am Ball. © Volker Engel © Volker Engel

Im Telefonat angetroffen wurde der 32-Jährige, als er kurz vor 18 Uhr soeben von seiner Jogging-Runde heimgekehrt war. Im Dezember will er die Marke von 110 Kilometern nicht überbieten. „Kurz vor und an den Weihnachtstagen wird nicht gelaufen“, versichert Fels.

Zu Silvester aber – aus Tradition. „Am 31. Dezember treffe ich mich seit Jahren mit ein paar Kumpels zum Joggen. Das machen wir auch in diesem Jahr wieder – in Corona-Zeiten natürlich unter Einhaltung der Abstandsregel“, sagt Stefan Fels.

Wenn schon kein Fußball möglich ist wegen des Corona-Lockdowns, geht es beim Dortmunder trotzdem nicht ohne Sport: „Wenn ich nichts tue, fällt mir daheim die Decke auf den Kopf. Ich wäre zwar lieber am Ball – Jogging geht aber auch.“

Stefan Fels wohnt in Huckarde. Nah dran an Feld, Wald, Wiese, die er folglich zu seinem Jogging-Revier auserkoren hat. Zwischendurch läuft er auch gerne die Stufen zur Spitze des Deusenbergs hinauf. „Von dort hat man einen fantastischen Blick über Dortmund.“

Stefan Fels läuft auch ein ums andere Mal die Stufen hinauf zum Deusenberg. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Sollte im Februar oder März wieder Fußball gespielt werden dürfen, wird es Stefan Fels somit nicht an Kondition mangeln. Als defensiver Sechser („Ab und an spiele ich auch weiter vorgezogen“) hat er schließlich auch im Spiel einen laufintensiven Job.

Fels brennt zwar darauf, wieder Fußball zu spielen, wann das sein wird, vermag er nicht einzuschätzen: „Die Corona-Pandemie ist ein dynamischer Prozess, bei dem man nicht weiß, wie sich alles entwickelt. Ob die Zahlen ab Februar wieder Amateurfußball erlauben, muss daher abgewartet werden. Sollten die Zahlen weiter steigen, muss der Sport eben hinten anstehen – die Gesundheit ist wichtiger.“

Fels war neun Jahre in der Westfalenliga am Ball

Vor der Spvg Schwerin hat Stefan Fels neun Jahre lang in der Westfalenliga gekickt bei Mengede 08/20 und Westfalia Wickede. In der zweiten Saison nun für den Club vom Schweriner Berg.

„Ich habe eine Familie gegründet, womit der Schritt einige Spielklassen tiefer zu spielen nahe lag. Von Huckarde nach Schwerin ist es außerdem nicht weit“, so Fels. Schwerins Torwarttrainer Jerome Scheihing, ein alter Kumpel, hat ihn zur Spvg gelotst. „Ich habe mir den Verein angeschaut – dort hat für mich alles gepasst“, sagt Fels, der diesen Schritt bis jetzt nicht bereut hat. „Die Spvg Schwerin ist ein gut geführter Verein mit einem sehr angenehmen Umfeld.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt