Für den 14-jährige Tischtennisspieler Paul Burkart sind derzeit alle geschlossen. Für sein Training muss er improvisieren. © Daniel Gerhards
Tischtennis

Ein Talent trainiert derzeit zu Hause – ohne Tischtennisplatte

Der 14-jährige Paul Burkart ist ohne Zweifel ein Tischtennis-Talent. Derzeit kann das jüngste Mitglied von DJK Roland Rauxels Landesliga-Mannschaft jedoch nicht an der Platte trainieren. Was er macht, zeigen wir im Video.

Der zweite Lockdown ist eine harte Zeit für Amateursportler, insbesondere für solche mit Ambitionen zum Leistungssportler. Die Sporthallen in NRW bleiben wegen Corona über den Dezember hinaus geschlossen. Das ist der aktuelle Stand.

Paul Burkhart, mit seinen 14 Jahren bereits ein großes Tischtennis-Talent, bekommt das derzeit zu spüren. Er schloss sich zur aktuell ausgesetzten Saison der Landesliga-Mannschaft von DJK Roland Rauxel an. Nach drei Aufstiegen in Folge mit dem TuS Holzen-Sommerberg, ging der Schwerter nach Rauxel – um seine Chancen zu sichern, in der Herren-Landesliga anzutreten. Die ruht derzeit aber.

Plastikball fehlt im sportlichen Stundenplan

Normalerweise dreht sich der außerschulische Stundenplan von Paul Burkart meist um den kleinen Plastikball. Vier- bis fünfmal die Woche trainiert Paul Burkart eigentlich im Leistungszentrum Kaiserau, in Hamm oder in Gütersloh.

Ein Abend gehört üblicherweise dem Training mit der Rauxeler Landesligamannschaft an der Bahnhofstraße.

An den Wochenenden stehen sonst Ligaspiele oder Ranglistenturniere auf dem Programm. Doch in dieser Hinsicht geht momentan gar nichts. Ranglistenturniere sind aufgeschoben, die Tischtennissaison ist ausgesetzt. Die Sporthalle in Rauxel ist dicht.

100 Schläge – dann ist der Eimer leer

Die Leistungszentren sind bereits seit Ende der Herbstferien geschlossen. Dort absolviert Paul Burkart normalerweise intensive Trainingseinheiten. Sein Trainer in Kaiserau ist gleichzeitig sein Roland-Mannschaftskamerad Daniel Gerhards. Der fordert den 14-Jährigen sonst im Leistungszentrum mit dem Bälle-Eimer.

„Das funktioniert ähnlich wie eine Ballmaschine auf dem Tennisplatz“, erklärt Pauls Vater Olaf Burkart. „Ein Ball nach dem nächsten wird über Netz geworfen und Paul muss reagieren.“ Rund 100 Bälle in Folge, dann ist der Eimer leer. „Das hilft mir, meine Technik zu verbessern“, sagt Paul Burkart.

Dann geht es sonst mit taktischen Übungen weiter. Mit einem Partner trainiert er verschiedene Kombinationen, wie sie oft im Spiel vorkommen, beispielsweise zweimal Vorhand, gefolgt von einer Rückhand.

Doch nun ist praktisch tote Hose. Eine eigene Tischtennisplatte haben die Burkharts nicht zu Hause. „Dafür haben wir keinen Platz. Mit drei Jungs im Haus ist alles verplant“, erklärt Olaf Burkart.

So kann sich Tischtennis-Talent Paul Burkhart derzeit nur fit halten, seinem Sport kann er aber nicht nachgehen. „Ich habe Videokonferenzen mit Kadertrainern und mache nach ihren Anweisungen Kräftigungsübungen“, Paul. Dabei stärkt er beispielsweise Bauch- und Rückenmuskeln. Anstatt Hanteln stemmt er das eigene Körpergewicht. Inzwischen darf er auch wieder Joggen gehen, zuvor war er selbst in Quarantäne, weil es an seiner Schule einen Coronafall gab.

„Was mir am meisten fehlt, ist an der Platte zu stehen“, sagt Paul Burkhart. „Tischtennis ist deutlich trainingsintensiver als andere Sportarten.“ Das habe man auch an Dimitrij Ovtcharov beim Worldcup Mitte November in China gesehen.

Der deutsche Nationalspieler habe Schwierigkeiten gehabt, wieder in den Wettkampfmodus zu kommen, analysiert der 14-Jährige. Ihm bleibt derzeit nur die geistige Beschäftigung mit seinem Sport – Tischtennis. Und der Schulsport? Paul Burkart besucht die Sportklasse am Friedrich-Bährens-Gymnasium in Schwerte. Tischtennis steht aber derzeit nicht auf dem Lehrplan – sehr zu Pauls Leidwesen.

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Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

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