Im Castrop-Rauxeler Fußball gibt es ein Team, dessen Torausbeute im Kalenderjahr 2020 sehr gut war. Allerdings war die Gegentor-Quote noch höher. © Jens Lukas
Fußball-Kreisliga A

Ein Team aus Castrop-Rauxel war 2020 für reichlich Tore gut – auf beiden Seiten des Sportplatzes

Es gibt Fußball-Teams, deren Offensive für drei und mehr Tore pro Spiel gut ist. Bringt aber nichts, wenn die Defensive fünf Tore zulässt. So eine Mannschaft gab es 2020 in Castrop-Rauxel.

Eine alte Fußball-Weisheit besagt, dass Stürmer Spiele gewinnen, die Abwehr aber Meisterschaften. Davon hat eine Castrop-Rauxeler Mannschaft im Jahr 2020 offenbar nichts gehört. Oder es einfach ignoriert. Allein in den sieben Spielen der aktuell gestoppten Saison 2020/21 schoss dieses Team in der Liga 19 Tore. Was einen Schnitt von 2,7 Treffern pro Spiel ausmacht.

28 Gegentore in sieben Partien

Das ist allemal genug, um Spiele zu gewinnen. Sollte man zumindest denken. Nicht so beim Kreisliga-A-Aufsteiger Eintracht Ickern. Im Schnitt 2,7 eigene Tore reichten nur zu zwei Siegen. Das Warum erklärt die Tabelle: Es stehen dort ebenso 28 Gegentore zu Buche – ein Schnitt von vier Treffern pro Spiel. Einfach zu viele, um bei der Corona-Saison-Unterbrechung am 1. November besser dazustehen als auf dem 13. Platz.

Merke: Der SV Holsterhausen als Tabellen-Dritter der Kreisliga A hat ebenfalls 19 Tore geschossen. Aber nur zwölf kassiert. Was wiederum die alte Fußball-Weisheit bestätigt, dass Meisterschaften nur in der Abwehr gewonnen werden. Eintracht Ickern muss in der spielfreien Zeit also an einer neuen Defensiv-Variante basteln, wenn es beim Saison-Wiedereinstieg besser laufen soll. Beim aktuellen Trainings-Verbot ist das jedoch unmöglich.

Eintracht steigt mit 104:29 Toren nach 21 Spielen auf

Die Eintracht stand auch schon zu Anfang des Jahres 2020 in der Kreisliga B für viele Tore. Der Ball landete bis zum Corona-Saison-Abbruch Mitte März in 21 Spielen mit 17 Siegen und drei Unentschieden 104 Mal im gegnerischen Netz. Dem standen damals aber nur 29 Gegentreffer gegenüber. Da funktionierte die Eintracht-Abwehr also noch.

Wobei: Auch zu Anfang 2020 gab es einen Ausreißer beim 5:5 im Bruderduell gegen die eigene Zweite. Was wohl nicht Warnung genug war, wie sich in der neuen Saison in der stärkeren Kreisliga A bisher gezeigt hat mit Niederlagen von 2:3, 5:6, 1:5, 3:5 und 0:3. Und selbst beim Sieg gegen Zouguldaspor Bickern musste die Eintracht sechs Tore schießen, um letztendlich mit 6:5 zu gewinnen.

Für viele Tore und Gegentore gut waren Muhammed Basar (helles Trikot, hier im Spiel bei SV Fortuna Herne II) und sein Team von Eintracht Ickern im Kalenderjahr 2020. © Marcel Witte © Marcel Witte

Die Bilanz für das Kalender-Jahr 2020 fällt für die Eintrachtler kurios aus: Aus elf Partien holten sie 16 von 33 möglichen Punkten durch fünf Siege und ein Unentschieden bei fünf Niederlagen. Die Zuschauer sahen dabei 35:38 Tore. Ickerner Spiele gingen also im Schnitt mit 3,18 zu 3,45 Trefern aus.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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