Eine Mannschaft ist in Fußball in Castrop-Rauxel ein Sorgenkind. © Jens Lukas
Fußball-Bezirksliga

Ein Team ist der FC Schalke des Castrop-Rauxeler Fußballs

In den vergangenen Wochen und Monaten wurden in der Bundesliga oftmals die saisonübergreifenden Bilanzen der Teams zitiert. Wir wenden auf die Castrop-Rauxeler Mannschaften das Zahlenwerk des Jahres 2020 an.

Auf Wolke sieben tänzelt ein spezielles Castrop-Rauxeler Fußball-Team schon seit geraumer nicht mehr. Und das verflixte Jahr 2020 setzte dem Ganzen sogar noch die Krone auf.

Leistungsträger gingen mit Trainern weg

Aktuelle sportlich wahrlich nicht auf Rosen gebettet ist Bezirksligist SG Castrop. Dort wurden schon ruhmreiche Zeiten durchlebt. Davon waren die Castroper im Jahr 2020 aber meilenweit entfernt. Das Abstiegsgespenst geisterte ständig durch das Stadion an der Bahnhofstraße. Quasi seitdem dem Trainerduo Dennis Hasecke/Marco Taschke etliche Spieler zur Spvg Schwerin folgten – alles Leistungsträger.

Das Team der SG Castrop hatte im Jahr nur sehr wenige Erfolsgerlebnisse. © Jens Lukas © Jens Lukas

Das Trainergespann Tino Westphal/Dennis Dannemann wurde zur Saison 2019/2020 quasi ins kalte Wasser geworfen. Das Duo überschätzte die Qualität des Kaders. Nach holprigem Fußball bis zur Winterpause, ging es ab dem 1. Januar 2020 allein noch darum, den Abstieg aus der Bezirksliga zu verhindern.

Die Corona-Pandemie half. Am 15. März wurde die Saison abgebrochen – ohne Absteiger. Glück gehabt. Die SG Castrop paddelte zu diesem Zeitpunkt nämlich noch immer im Abstiegsstrudel. Verbessert hatte sich nichts. Im Gegenteil. Niederlagen gegen VfB Kirchhellen (0:3), FC Marl (0:6), Spvg Schwerin (0:2), besonders aber das 2:2 gegen den direkten Abstiegs-Konkurrenten SG Suderwich ließen Mitte März nichts Gutes erahnen. Erst der Corona-Saison-Abbruch ließ durchatmen.

Ein Plan wird zu den Akten gelegt

In der Saison 2020/21 sollte alles besser werden. Wurde es nicht wirklich. Corona hatte beim Saisonabbruch geholfen, erschwerte nun aber mit dem Lockdown die Verpflichtung neuer Spieler, da direkte Kontakte tabu waren. Westphals Grundgedanke, Talente aus der U19-Westfalenliga zu verpflichten, erwies sich als nicht praktikabel, da diese jungen Fußballer gedanklich bereits in der Bundesliga-Sphären schwebten.

Tino Westphal (r.), der Trainer der SG Castrop, musste seinen Plan, A-Junioren aus der Westfalenliga zu holen, zu den Akten legen. © Jens Lukas © Jens Lukas

Das Duo Westphal/Dannemann musste umdenken. Und fand die Lösung des Problems größtenteils in Recklinghausen. Im „Viererpack“ kamen vom Bezirksliga-Aufsteiger Genclikspor Recklinghausen Levent Oral, Tugrul Kurt, Sefa Ceylan und Sadik Tokman. Dazu vom FC/JS Hillerheide Spielmacher Mesut Aktas. Weiter gesellten sich Talente aus dem eigenen Nachwuchs hinzu. Die Trainer – und nicht nur die – sahen den Kader gut aufgestellt. Ein Trugschluss.

Die Gegner wurden andere. Denn durch die Aufstockung der Bezirksliga auf 14 Staffeln wanderte die SG aus nach Dortmund, Witten und das südliche Münsterland. Sportlich erfolgreicher wurde es nicht. Beim zweiten Lockdown am 1. November zierte die SG Castrop mit nur drei Punkten auf dem Konto das Tabellenende.

Es gab die Duelle mit dem TuS Stockum (3:5), FC Roj (0:4), Westfalia Huckarde (1:6), TuS Eichlinghofen (0:3), Teutonia SuS Waltrop (2:5) und dem 3:0-Sieg bei Viktoria Kirchderne. Saisonübergreifend ergibt das in der Addition für die SG Castrop im Jahr 2020: Nur 4 von 30 möglichen Bezirksliga-Punkten sowie 11:37 Tore. Damit ist die SG quasi der FC Schalke des Castrop-Rauxeler Fußballs.

Eine wahrlich erschreckende Bilanz. In 2021 kann der Logik folgend eigentlich alles nur besser werden – schlechter ist ja auch kaum mehr möglich.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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