Mit Trainer Frank Wagener (steht rechts) stieg der TuS Hordel im Mai 2010 in die Westfalenliga auf. © Jens Lukas
Fußball-Westfalenliga

Ein Westfalenliga-Aufstiegs-Trainer bringt seine Erfahrung jetzt bei Wacker Obercastrop ein

Im Juni durften die Fußballer des SV Wacker Obercastrop den Westfalenliga-Aufstieg bejubeln. Zu diesem Zeitpunkt hatte ein Mann bereits Anteil am Erfolg, der erst danach eine Funktion bekam.

Wenige Tage vor dem ersten Spieltag seiner Westfalenliga-Premieren-Saison hat der SV Wacker Obercastrop eine personelle Veränderung bekanntgegeben. Dabei ging es nicht um einen Neuzugang oder Abgang im Kader. Es tat sich etwas auf Funktionärs-Ebene.

Der Sportliche Leiter Steffen Golob, der auch Co-Trainer ist, bekam zwei Mitstreiter zur Seite gestellt: den ehemaligen Stürmer der Ersten Mannschaft Alexander Wagener – und dessen Vater Frank Wagener. Golob bleibt Chef-Organisator, kümmert sich um Einkäufe, Bestellungen und Fahrten sowie Teambildungsmaßnahmen.

Steffen Golob (Mitte) ist jetzt nicht mehr allein in der Sportlichen Leitung des Westfalenliga-Aufsteigers SV Wacker Obercastrop. Frank Wagener (r.) und sein Sohn Alexander gehören nun dazu. © Wacker Obercastrop © Wacker Obercastrop

Verhandlungen mit ehemaligen Mitspielern

Alexander Wagener soll zwischen Vorstand, Trainern und Spielern zu vermitteln. Das bedeutet aktuell trotz der Corona-Pandemie: Der Goalgetter spricht mit den Westfalenliga-Spielern über ihr Engagement in der kommenden Saison 2021/22. Vater Frank erklärt: „Ich unterstütze derzeit Alex dabei. Es ist für ihn ja eine völlig neue Situation. Zumal er dabei ja sogar mit ehemaligen Mannschaftskameraden verhandeln soll.“

Familie Wagener hat den Wackeranern bereits ohne Amt bei einer Personalia geholfen – im Dezember 2019. Hier fand der mit Regionalliga-Erfahrung ausgestattete Christian Mengert den Weg nach Obercastrop.

Frank Wagener berichtet: „Mein Sohn Maximilian ist Trainer beim Bezirksligisten Phönix Bochum. Er hatte seinen Freund Christian Mengert für sein Team gewinnen können. Als der Gönner von Phönix gestorben ist, konnte der Club Christian aber nicht mehr halten. Da haben wir uns für ihn bei uns daheim eine Lösung überlegt. Meine Idee war es dann, dass er nach Obercastrop gehen solle.“

Denn der 59-jährige Wagener war und ist überzeugt: „Ich habe mir oft Spiele von Wacker angeschaut. Die Erste Mannschaft spielt unter Trainer Aytac Uzunoglu einen sehr attraktiven Fußball. Zudem sind alle Menschen hier sehr offen, nehmen alle sehr gut auf.“ Alle Protagonisten in der Vereinsarbeit seien sehr sympathisch. Und es gebe immer eine helfende Hand.

Weiß, wie Westfalenliga geht: Frank Wagener, Aufstiegs-Trainer 2010 des TuS Hordel. © Jens Lukas © Jens Lukas

Das ist Frank Wagener

  • Der heute 59-jährige Frank Wagener war in den vergangenen 14 Jahren bei drei Vereinen als Trainer aktiv. 2006 leitete er die Geschicke der SG Wattenscheid 09 in der Oberliga.
  • Vier Jahre lang – von 2009 bis 2013 war Wagener, der Lehrer an der Mont-Cenis-Schule in Sodingen, ist Coach des TuS Hordel. In die Amtszeit fiel 2010 der Westfalenliga-Aufstieg.
  • Von März 2016 bis August 2017 war Frank Wagener Übungsleiter beim SV Sodingen in der Landesliga.

Wagener ist beeindruckt von Wacker Obercastrop

Wagener meint: „Ich kenne ja recht viele Vereine. Aber im Amateurbereich gibt es in der Region keinen, der so breit aufgestellt in allen Aufgaben. Das ist beeindruckend.“ Der Lehrer an der Herner Mont-Cenis-Schule weiß, wovon er spricht. Er führte als Coach den TuS Hordel bis in die Westfalenliga (Aufstieg 2010). Über den Bochumer Club spricht Frank Wagener noch immer positiv. Allerdings käme der TuS noch nicht an die große Fan-Basis heran wie sie die Wackeraner hätten.

Frank Wagener möchte seine Kontakte aus vielen Jahren Trainertätigkeit in Obercastrop einbringen, damit die Außendarstellung noch weiter verbessert wird. Er meint: „Man darf sich in der Westfalenliga nicht zu klein darstellen. Zumal der SV Wacker ja nicht aus Versehen hier angekommen ist – und hat in der gesamten Stadt Interesse geweckt.“ Aber auch in den Nachbarstädten werde man auf den Club angesprochen, so Frank Wagener.

Die Oberliga hat sehr hohe Auflagen

Oberste Prämisse sei nun, sich hier zu etablieren. Wagener: „Die Mannschaft zeigt, dass sie das kann. Man kann das ganze von der Funktionärs-Ebene auch mitsteuern. Man muss sich nicht mehr als Vorort-Verein präsentieren.“ Durch die gute Jugendarbeit – mit den B- und C-Junioren in der Bezirksliga – sei eine stabile Basis gelegt, dass der SV Wacker in der Liga bleiben kann.

Die Oberliga müsse kein unbedingtes Ziel sein, so Frank Wagener: „Das ist ein ganz anderes Brett. Dafür bräuchte man wegen der Auflagen mit Fan-Trennung auch eine andere Sportanlage.“

Wagener sieht seine Aufgaben in der Gewinnung von weiteren Sponsoren sowie der Sondierung von Neuzugängen, die aktuell bereits an ihn herangetragen werden. Er sagt: „In der Winterpause brauchen wir allerdings noch keine.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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