Im Januar 2005 gewannen die Brüder Thorben und David Firch (rechts am Pokal) mit den A-Junioren der Spvg Schwerin den Kreispokal gegen Westfalia Herne. Bis 2015 blieben sie dem Fußball treu. © Jens Lukas
Fußball

Ein Zwilling tauscht das Fußballtrikot gegen eine Segler-Weste ein

Auf dem Fußballplatz waren die Zwillinge unzertrennlich. Jetzt, nach der aktiven Zeit, hat es einen der beiden in Castrop-Rauxel geborenen Brüder allerdings bis in den Norden Deutschlands verschlagen.

Die beiden Zwillingbrüder hatten während ihrer Fußball-Stationen alles gemeinsam gemacht. Obwohl die Trainer sie auch nicht immer zwillingsgerecht aufgestellt haben. Das hat sie nicht großartig gestört, obwohl beide immer spielen wollten.

Berufliche Gründe waren es, die die beiden heute 33-Jährigen auseinanderrissen. Auch bei Zwillingen ist das der Lauf der Zeit. Was nicht in diesem Fall heißt, dass sie sich nicht regelmäßig sehen. Obwohl zwischen ihren neuen Wohnorten einige Hundert Kilometer liegen.

Im Jahr 1987 in Obercastrop geboren

Am 23. April 1987 sind die Zwillinge David und Thorben Firch in Obercastrop geboren. Die Eltern wohnen dort noch immer im Zehntfeld. David, der um fünf Minuten ältere Bruder, lebt mit Frau Julia und den Kindern Anton (12 Wochen alt) und Henri (3 Jahre) in einem Eigenheim in Rauxel. Bruderherz Thorben wohnt mit seiner Partnerin Ann-Kathrin im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel.

Nach seinem Studium an der Ruhr-Uni Bochum für Wirtschafts-Wissenschaften, hat er 2018 in Hamburg eine Stelle angetreten. David ist nach seinem Studium für Gesundes und Soziales an der Uni Essen, in der IT-Abteilung der Uni-Klinik in Münster tätig.

Schon einmal wurden sie außerhalb des Fußballfeldes getrennt, erzählte jetzt David in einem Gespräch grundehrlich: „Ich bin auf dem Adalbert Stifter-Gymnasium einmal pappen geblieben. Was ich auch wollte, um später eine bessere Abi-Note zu bekommen.“

Die Zwillinge David und Torben Firch kehrten in der Winterpause 2009/10 zu Wacker Obercastrop zurück. © Volker Engel © Volker Engel

Der Trick hätte aber nicht so richtig funktioniert, erwähnte er lachend. Das ist Schnee von gestern. Heute freut er sich, mit seiner Familie in Rauxel zu wohnen. „In Spuckweite“, wie er sagt, von den Freunden und Ex-Teamkameraden Bastian Fritsch oder Christof Luka entfernt.

Während David für die Wacker-Oldies dem Ball hinterherrennt, hat Bruder Thorben im Norden die Liebe zum Segelsport entdeckt. Bei der OSGEV (Ostsee-Segler-Gemeinschaft) hat er sich angemeldet und lässt sich den Wind auf Alster oder Elbe um die Nase wehen: „Das macht so richtig Laune, ich habe das Fußball-Trikot mit der Schwimmweste im Segelboot ausgetauscht.“

Thorben Firch hat im Norden die Liebe zum Segelsport entdeckt. © privat © privat

Überhaupt Hamburg. So schwärmte der Neu-Hanseat, dass es ja nur ein Katzensprung zur Nord- oder Ostsee wäre. Wenn auch das augenblicklich mit der Reiserei nicht klappt. Vorher war auch mal ein Kurztrip nach Sylt möglich.

Das sind David und Thorben Firch

  • Die Zwillinge David und Thorben Firch sind am 23. April 1987 geboren und in Obercastrop aufgewachsen.
  • Beide begannen als E-Junioren bei BW Obercastrop ihre Fußballer-Laufbahn. Als C-Junioren gingen sie zur Spvg Schwerin und kehrten nach neun Jahren zurück – zum zwischenzeitlich fusionierten Club SV Wacker Obercastrop.
  • David lebt mit Frau Julia und den Kindern Anton und Henri in Rauxel und arbeitet in der IT-Abteilung der Uni-Klinik Münster.
  • Thorben ist aus beruflichen Gründen 2018 nach Hamburg gezogen. Dort lebt er im Ortsteil Eimsbüttel mit seiner langjährigen Partnerin Ann-Kathrin und hat im Norden auch die Liebe zum Segeln gefunden.

Lange ist es her, dass die Firch-Brüder ihre Fußball-Reise bei Blau-Weiß Obercastrop (vor der Fusion mit dem BV Wacker) in der E-Jugend starteten. Zur C-Jugend, da waren sie zwölf, rief der Berg. Die Brüder wechselten zur Spvg Schwerin. David erwähnte: „Damals war da die Backi-Ära“ und meinte damit Martin Backwinkler, der dort als Jugendtrainer tätig war.

2010 waren die Zwillinge zurück in Obercastrop

Der Grafweg blieb lange Zeit die sportliche Heimat der Obercastroper Buben. Thorben erzählte am Telefon in Hamburg, die Stadt die er „die schönste Deutschlands“ nennt, dass sie beide beim Landesliga-Aufstieg der Senioren auf Schwerin mitwirken durften.

Im Winter 2009/10 hatte Wacker die Obercastroper Jungen nach neun Jahren Abwesenheit wieder, die ein fester Bestandteil in der 1. Mannschaft unter Trainer Uwe Esser wurden. Die Verletzungen forderten Anfang 2015 ihren Tribut. David sah darin sogar einen Vorteil, weil er sein Studium in Ruhe beenden konnte.

Thorben hing bei Coach Andreas Köhler noch ein paar Monate bis zum Sommer 2015 mehr dran. Und zeigt sich heute noch stolz, dass er die damalige Bezirksliga-Truppe im Herbst 2015 einige Wochen als Interimstrainer betreuen durfte.

Als Schlichter trat Thorben Firch (Mitte) im Kreispokal-Spiel 2014 seines SV Wacker Obercastrop bei Arminia Ickern auf. © Jens Lukas © Jens Lukas

Coach Köhler war nämlich mit seinem Sohn sechs Wochen auf einem Amerika-Trip. Zur gemeinsamen Fußballer-Laufbahn sagte er: „Wir waren keine Ronaldinhos, unsere Spielart war robust und rustikal.“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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