Ein ehemaliger Torjäger des SV Wacker Obercastrop hat seinen Ehrgeiz erhalten. Nicht mehr als Spieler - sondern mittlerweile als Trainer.
Fußball

Ex-Goalgetter von Wacker Obercastrop macht Karriere als Trainer

Er war über Jahre einer der besten und erfolgreichsten Torjäger in Castrop-Rauxel, verletzte sich dann schwer - und könnte bald zurückkehren. Als Trainer eines ambitionierten Jugendteams.

Muss man eigentlich die Vita dieses Mannes erklären? Eigentlich nicht, gilt er doch als einer der besten und treffsichersten Torjäger des Castrop-Rauxeler Fußballs überhaupt. Bezirksliga-Aufstieg mit Wacker Obercastrop 2006. Viermal Stadtmeister, zweimal in der Halle, zweimal auf dem Feld. Inklusive Stadtmeister-Triumph 2007 in der Europahalle. Unter Fachleuten gelten seine in der Saison 2009 erzielten 41 Bezirksliga-Tore noch heute als absolute Bestmarke.

Zeit in Castrop-Rauxel bleibt unvergessen

„Es war wirklich unglaublich, was da los war“, erinnert sich Vadim Glöckner an die Zeit der Triumphe mit Wacker Obercastrop. Mehr als ein Jahrzehnt später ist der mittlerweile 42-Jährige nicht mehr als Fußballer aktiv auf dem Platz, forciert aber ebenso zielstrebig wie damals seine Karriere als Trainer. Die Zeit in Castrop-Rauxel bleibt aber unvergessen. Und der Kontakt ist nie abgebrochen, besonders nicht zum SV Wacker Obercastrop.

Vadim Glöckner ist jetzt bei RW Stiepel beheimatet. © privat © privat

Gerade erst hat Glöckner seine Prüfung zur UEFA B-Lizenz bestanden. Monatelang büffelte er dafür, dann kam Corona und machte dem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung. „Eigentlich sollte im März alles durch sein. Aber aufgrund der Corona-Maßnahmen hat sich in der Sportschule Kaiserau alles nach hinten verschoben“, erklärt Glöckner, der bereits im Jahr 2019 seine Prüfung zur C-Lizenz bestanden hatte. Ende Oktober kam dann die erwartete Post vom FLVW: Prüfung mit der Note 2,0 geschafft. „Die Note war wichtig, der NC lag bei 2,3. Nur so kann man sich für die DFB-Elite-Jugendlizenz bewerben“, so der Bochumer.

Ehrgeiz ist noch immer vorhanden

Der Ehrgeiz hat den Bochumer noch immer voll im Griff. So wie damals. Nach seiner überragenden Zeit bei Wacker Obercastrop wechselte er zur Saison 2009/10 zum VfB Habinghorst. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber die Landesliga reizte mich“, sagte er damals in einem Interview mit unserer Zeitung.

Seine weiteren Stationen: Yeni Genclik und SuS Merklinde. Nicht immer lief alles rund. Als er nach Merklinde wechselte, war das Kreuzband schon gerissen. Ein Arzt diagnostizierte das erst in der Vorbereitung auf die neue Saison, die so natürlich gelaufen war. Nach einem Jahr Pause gab Glöckner sein Comeback und ging zu RW Markania Bochum in der Kreisliga, blieb dort bis 2016.

Als Trainer ist Glöckner ebenso zielstrebig wie als Spieler. Im kommenden Jahr will der Verkaufsleiter eines Verpackungsunternehmens die Prüfung zur DFB-Elite-Jugendlizenz ablegen. Der Lehrgang läuft wieder in Kamen-Kaiserau, wird aber nicht vom FLVW, sondern vom DFB organisiert.

Sollte Glöckner die Prüfung schaffen, wäre er dort angekommen, wo er 2016 hinwollte. Als er bei RW Stiepel als Trainer einstieg, wo auch seine Söhne Louis und Noel spielten. Glöckner übernahm damals die E-Junioren.

Vadim Glöckner (l.) wurde mit dem SV Yeni Genclik Hallenstadtmeister. © Jens Lukas © Jens Lukas

Viel Spaß im Junioren-Bereich

Bleibt die Frage, warum sich der ehemalige Goalgetter so auf den Junioren-Bereich konzentriert? Immerhin könnte er als Inhaber der B-Lizenz im Senioren-Bereich bereits eine Oberliga-Mannschaft trainieren. „Es macht mir einfach Spaß, die jungen Leute zu entwickeln. Du bekommst sofort ein gutes Feedback, die Kids hören dir zu, sie wollen sich verbessern“, erklärt Glöckner seine Motivation.

Ausbildung beim DSC Wanne

Was vielleicht auch daran liegen kann, dass er in jungen Jahren in der A- und B-Jugend beim DSC Wanne in der Westfalenliga spielte und von einer guten Ausbildung profitierte. Sein Engagement im Juniorenbereich soll dauerhaft sein. Die Messlatte liegt jedoch hoch. „Wenn“, so Glöckner, „möchte ich im Leistungsbereich arbeiteten. Es kann die Westfalenliga, aber auch die Landesliga sein“.

Über den Autor
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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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