Bis Weihnachten laufen die Gespräche mit allen Spielern von Wacker Obercastrop. Mit der Frage: Gehst Du oder bleibst Du? © Volker Engel
Fußball-Westfalenliga

Gehst Du oder bleibst Du? Von weiteren vier Spielern hat Wacker Obercastrop die Antworten

Der Nikolaustag und der Tag danach waren für Verantwortlichen des Westfalenligisten Wacker Obercastrop sehr ergiebig. Hier wurden personell gleich mehrere Weichen gestellt.

Bis zum Jahr 2018 schoss Alexander Wagener noch die Tore für die erste Mannschaft des SV Wacker Obercastrop. Der heute 36-jährige Goalgetter hat sich mittlerweile den Obercastroper Altherren angeschlossen und fungiert seit einigen Monaten als Sportlicher Leiter des Vereins von der Karlstraße.

Verhandlungen am Telefon, im Video-Chat – oder im Park

Seit Anfang Dezember hat sich Alexander Wagener zur Aufgabe gemacht, die Westfalenliga-Kicker des SV Wacker davon zu überzeugen, dass sie auch in der neuen Saison 2021/22 für die Blau-Weißen auflaufen möchten. Nachdem er die Vertragsverlängerungen des Routininers Christian Mengert und von Nico Brehm unter Dach und Fach gebracht hat, sind Wagener binnen weniger als 48 Stunden „Vier auf einen Streich“ gelungen.

Der Sportliche Leiter erklärte, dass ihm gleich vier Akteure das Ja-Wort gegeben hätten – alle nach kurzen Telefonaten. Während des Corona-Lockdowns ist das auch kaum anders möglich. Wagener berichtete: „Die Verhandlungen gestalten sich von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Es kommt immer auch ein bisschen darauf an, wie sich die räumliche Entfernung darstellt.“ Sprich: Wo der Spieler wohnt.

Telefonat mit Abwehrspieler dauerte nur zehn Minuten

Wagener: „Ich habe bis dato einige Gespräche per Telefon oder Video-Chat geführt, aber auch das eine oder andere persönliche Treffen wird dabei sein.“ Ein Spaziergang durch den dem Sportplatz benachbarten Erin-Park biete sich da an.

Bei Schmuddelwetter sparte sich Wagener allerdings die Spaziergänge. Wie etwa mit Abwehrorganisator Dirk Jasmund, der dafür aus Marl hätte anreisen müssen. Jasmund berichtete: „Alex hat mich angerufen. Nach zehn Minuten waren wir fertig“. Der 30-jährige Defensivspieler erklärte: „Für mich war aber schon im Vorfeld klar, dass ich bleiben möchte. Bei Wacker Obercastrop stimmt einfach das Gesamtpaket im Verein und in der Mannschaft.“

Dirk Jasmund (blaues Trikot, rechts) markierte im September 2019 einen wichtigen Landesliga-Treffer für Wacker Obercastrop bei der DJK Wattenscheid. Am Ende der Saison stand für Wacker der Westfalenliga-Aufstieg. © Jens Lukas © Jens Lukas

Jasmund genießt u.a. die gemeinsamen Fahrten mit Goalgetter Elvis Shala von Marl nach Castrop-Rauxel zum Training oder Spiel – und erklärt: „Elvis und ich – wir wechseln und immer ab, wer fährt.“ Grandios sei, dass viele Spieler und Vorstandsleute nach Partien oder Training auch noch bis spät im Vereinsheim zusammensitzen, betont der Abwehrrecke, der Regionalliga- und Oberliga-Erfahrung (u.a. mit RW Essen) hat.

Ex-Regionalliga-Spieler Dirk Jasmund kam Anfang 2018 von den SF Stuckenbusch zum SV Wacker – und feierte zwei Aufstiege mit den Obercastropern. © Jens Lukas © Jens Lukas

Und eben dieses Miteinander sei auch das, was ihm während des Lockdowns enorm fehle: „Ich bin der Typ Mensch, der fünf oder sechs Leute um sich herum braucht.“ Und das Fithalten per Jogging nerve ihn, sagt der 30-Jährige: „Zumal man ja kein Ziel hat, solange nicht feststeht, wann die Saison weitergeht.“

Jasmund war Anfang 2018 von den SF Stuckenbusch zum SV Wacker gekommen und feierte mit den Obercastropern wenig später den Landesliga-Aufstieg sowie ein Jahr später den Sprung in die Westfalenliga. Er betont: „Ich möchte mittlerweile beim Fußball spielen vor allem Spaß haben. Allerdings bin ich auch sehr ambitioniert und rege mich tierisch auf, wenn ich ein Trainingsspiel verliere.“

Auch Serhat Can (am Ball) hat seinen Vertrag mit dem SV Wacker Obercastrop für die Saison 2021/22 verlängert. © Jens Lukas © Jens Lukas

Neben Jasmund bekam Alexander Wagener am Nikolaus-Wochenende und dem folgenden Montag noch drei weitere Zusagen für die kommende Saison: von Stürmer Marc Schröter, Serhat Can sowie Yassine Bellahcen – alle per Telefonat.

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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