Eine Castrop-Rauxelerin hat nach einem Einbruch in das Vereinsheim des VfB Habinghorst DNA-Spuren gesichert. © picture alliance / Sven Hoppe/dpa
Einbruch

Habinghorster Vorstandsmitglied überführt Vereinsheim-Dieb: Im Mittelpunkt steht eine Gabel

Wie ein Profi hat eine 54-Jährige Spuren gesichert. Durch einen DNA-Abgleich konnte der Einbruch in das Vereinsheim des VfB Habinghorst aufgeklärt werden. Das große Vorbild: Horatio Caine.

Lt. Horatio Caine, der coole Agent und Leiter des CSI: Miami-Teams hat einen weiteren Fall gelöst. In Habinghorst! Nicht persönlich, aber mithilfe einer Kollegin, die nicht minder professionell vorgegangen ist.

Beim VfB Habinghorst wurde siebenmal eingebrochen

Ort der Ermittlung war im November 2018 das Vereinsheim des VfB Habinghorst an der Recklinghauser Straße. In diesem wie 2019 Tatort von insgesamt sieben Einbrüchen. Als Fan des eingangs genannten Agenten der beliebten TV-Serie machte eine 54-Jährige ihrem Vorbild alle Ehre.

Der Einbrecher hatte es sich zuvor gut gehen lassen. Hatte hinter der Grillstation ein Fenster eingeworfen und war so in die Küche gelangt. Nicht nur der Alkohol aus einem Schrank wurde entdeckt und größtenteils mitgenommen, auch Würstchen und Frikadellen, die im Kühlschrank lagerten, mussten dran glauben.

Sie wurden augenscheinlich in aller Ruhe gegrillt und dann mit Ketchup und Mayonnaise vor Ort verspeist.

In den Grillstand der Jugendabteilung des VfB Habinghorst wurde eingebrochen. © Jens Lukas © Jens Lukas

Verräterische Mayonnaise

Die Meldung bei der Polizei erfolgte am 11.11. exakt um 11 Uhr, so das Protokoll. Aber kein Karnevalsscherz, sondern ärgerlicher Teil einer Einbruchserie, bei der auch noch ein Laptop verschwand.

Obwohl die Spurensicherung schon ihre Arbeit getan hatte, inspizierte auch die 54-Jährige, Mitglied des Vereinsvorstandes, die Örtlichkeit noch einmal genau. Und landete den alles entscheidenden Treffer.

Als sie eine mit Majo-Resten verklebte Gabel sah, ging sie vor wie ihr großes Idol Horatio Caine. „Ich fand die Gabel sofort verdächtig“, erzählt die Laien-Ermittlerin. „Wir im Verein benutzen diese Gabeln eher selten, sondern meistens Pommes-Gabeln.“ Also Einmal-Handschuh übergestreift, die Gabel in einen Gefrierbeutel gepackt und ab damit zur Polizei.

Das Jugendclubheim des VfB Habinghorst steht im Eingangsbereich der Kampfbahn Habichthorst. © Jens Lukas © Jens Lukas

Wochen später dann die Nachricht: ein Treffer. Zu den DNA-Spuren an der Gabel gab es ein Pendant in der Datenbank der Polizei. Führte die Beamten zu einer 41-Jährigen, so kam auch der Laptop zurück zu den Besitzern. Bei den weiteren Einbrüchen half der Spürsinn leider nicht weiter. Eine Gasfritteuse, ein Grill und weiteres Equipment blieben verschwunden.

Strafbefehl wurde erlassen: 140 Tagessätze zu je 10 Euro

Jetzt, rund zweieinhalb Jahre nach der illegalen Mahlzeit im Vereinsheim, sollte der Fall vor dem Strafrichter verhandelt werden. Doch die 41-jährige Angeklagte, der außerdem noch weitere Diebstähle und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt werden, erschien nicht zum Termin.

Verurteilt wurde sie dennoch: In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft bekommt sie per Post einen Strafbefehl. Das Urteil: Eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je 10 Euro. Ein teures Mahl und für die „CSI Habinghorst“ ein erfolgreicher Fall.

Über die Autorin
Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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