Das Transferfenster öffnet sich in der Winterpause wieder. Für einen Ex-Castroper könnte der Weg zurück in die Stadt führen. © Jens Lukas
Fußball

Herner Kampfmaschine könnte bald für eine Castrop-Rauxeler Mannschaft fighten

Schon fast 30 Jahre alt, könnte ein in Castrop-Rauxel bekannter Fußballspieler bald wieder für einen Klub in der Stadt auflaufen. Derzeit ist er in Herne unterwegs.

Erst im Sommer verließ er Castrop-Rauxel. Mit seinem alten Verein lag er im Clinch. Nun könnte der Mann bald zurückkehren nach Castrop-Rauxel. Er liebäugelt mit einem Wechsel. Und ein Bezirksligist zeigt auch schon Interesse.

Im Januar 2021 wird Tobias Lübke 30 Jahre alt. Lange Zeit war sein Fußballer-Dasein mit der SG Castrop und Spvg Schwerin verknüpft. Seit Saisonbeginn kickt er ohne viel Freude bei Bezirksligist SG Herne 70.

2015 betrat der Herner Tobias Lübke erstmals die Castrop-Rauxeler Fußball-Bühne. Er schloss sich der SG Castrop in der Kreisliga A an und feierte im Sommer 2017 mit der SG den Bezirksliga-Aufstieg. Wenige Monate nach dem Gewinn der Hallenstadtmeisterschaft.

Tobias Lübke (r.) führte die SG Castrop als Kapitän durch die erste Bezirksliga-Saison nach über 20 Jahren Abstinenz. © Volker Engel © Volker Engel

Von solchen Erfolgen und Spaß am Fußball ist Lübke derzeit meilenweit entfernt. Das ist an der Tabelle deutlich abzulesen. In der Bezirksliga 10 steht die SG Herne 70, sein neuer Club, nach sieben Niederlagen in sieben Spielen ohne Punkt auf dem Konto am Tabellenende. Was Tobias Lübke aber noch mehr erschüttert, ist das Torverhältnis von 4:30.

SG Herne kassiert über vier Tore pro Spiel

Zu seiner aktuellen sportlichen Situation sagt er daher: „Die Jungs in Herne sind alle total in Ordnung. Auch die Trainingseinheiten passen. Sonntags auf dem Platz ist es dann nicht lustig, sich ständig Klatschen einzufangen.“ Verständlich, da Herne pro Spiel statistisch 4,3 Tore kassiert. Da stellt sich die Freude am Fußball ganz schnell hinten an.

Aber warum überhaupt dieser Wechsel von der Spvg Schwerin, wo er sogar Kapitän war, zur SG Herne 70? „Das hat mit Trainer Dennis Hasecke zu tun. Er und ich sind uns nicht einig geworden, auf welcher Position ich spielen soll“, so Lübke.

Hasecke wollte Lübke zum Innenverteidiger umfunktionieren. Er selbst sah sich aber weiter im defensiven Mittelfeld aufgehoben, auch weil „Schwerin meiner Ansicht nach besser Leute für die Innenverteidigung hatte“. Der Trainer wollte es trotzdem so, und Lübke zog nach dem Corona-Saison-Abbruch einen Schlussstrich unter die Spvg Schwerin.

Trainer von Lübke war nach drei Spieltagen weg

Dabei hatte er mit dem Trainerduo Hasecke/Taschke zu Zeiten bei der SG Castrop seine schönsten Erfolge gefeiert mit dem Aufstieg in die Bezirksliga und dem Gewinn der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. „Als Tobias zu uns kam, war er ein Kämpfer – wir haben ihn fußballerisch weiterentwickelt“, sagte einst Trainer Hasecke über seinen Schützling, mit dem er am Schluss im Clinch lag.

Doch wenn eine Tür sich schließt, geht zumeist eine andere auf. So auch für Tobias Lübke die bei der SG Herne 70. Inzwischen hat der defensive Mittelfeldmann festgestellt, dass diese Tür knirscht: „Im Verein gibt es viele Dinge, die nicht passen. Das fing mit dem Trainer-Aus nach nur drei Spieltagen an. Auch ist Qualität des Spieler-Kaders ist nicht gut genug für die Bezirksliga.“

So verwundert es nicht, dass Tobias Lübke sich mit Abwanderungs-Gedanken befasst. Ob schon in der Winterpause („Ich will die Jungs eigentlich nicht hängen lassen“) oder erst zur neuen Saison. Das hat er noch nicht entschieden. Und da kommt wieder die SG Castrop ins Spiel.

„Ich hatte lose Gespräche mit Trainer Tino Westphal – entschieden ist aber nichts“, sagt Lübke zum Stand der Dinge. Die SG Castrop, da macht er keinen Hehl draus, wäre jedoch eine gute Adresse. „Dort habe ich mich immer wohlgefühlt.“

Trainer der SG Castrop würde Lübke mit Kusshand nehmen

Und was sagt Castrops Coach Westpahl zu einem Lübke-Wechsel schon in der Winterpause? „Ich würde Tobias Lübke sofort mit Kusshand nehmen. Er ist auf dem Platz ein Leader – genau den brauchen wir.“

Gleichzeitig betont Westphal aber, dass aktuell nichts festgezurrt sei in Bezug auf einen Lübke-Wechsel zur SG Castrop. Und: „Ich werde aber alles tun, dass Tobias sich für uns entscheidet.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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Jens Lukas

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