Konnte bislang 16 Saisontore bejubeln: Ken Schulz (l.) vom SV Wacker Obercastrop II. © Jens Lukas
Torjäger

Ist der beste Castrop-Rauxeler Torschütze ein Lockdown-Pandabär?

Während des Corona-Lockdowns gibt es zwei Typen von Castrop-Rauxeler Fußballern. Jene, die fleißig die vom Trainer aufgegebenen Hausaufgaben. Und die Pandabären. Welcher Typus ist Ken Schulz?

Er ist ein Torjäger. Daran gibt es keine Zweifel. Wenn ein Fußballer dieses Attribut für sich in Anspruch nehmen darf, ist er jemand, der nicht nur in einer Saison in Torjäger-Listen oben herumkraxeln.

Ein Castrop-Rauxeler hat sich den „Torjäger“ redlich verdient. Beim SV Wacker Obercastrop II, Spitzenreiter in der Kreisliga B1, hat Ken Schulz in der kurzen Phase bis zum Corona-Lockdown am 1. November klar gemacht, dass er in dieser Saison gewillt ist, das Runde oft ins Eckige zu befördern. In nur acht Spielen hat er 16 Mal eingenetzt – bis die Corona-Unterbrechung diese Torejagd stoppte.

Kopfballspiel ist noch ausbaufähig

„Es ist schade, dass wir schon so lange nicht mehr Fußball spielen dürfen. Wer weiß, ob es beim Wiedereinstieg bei mir genau so gut läuft mit dem Toreschießen wie vor dem Lockdown. Unser Ziel bleibt der Aufstieg“, sagt Schulz, der bei der Frage nach den eigenen Stärken lange herumdruckst, ehe er antwortet: „Danach sollte man besser andere fragen.“

Wird zwischenzeitlich auch ausgewechselt von seinem Trainer Christian Heyn (l.): Goalgetter Ken Schulz. © Jens Lukas © Jens Lukas

Als schnell und guten Chancen-Verwerter ordnet er sich dann doch ein. „Wenn ich Tore schieße, heißt das aber nicht, dass ich jedes Mal gut gespielt habe.“ Eigene Schwächen kann Schulz blitzschnell nennen: „Mein Kopfballspiel, das Zweikampfverhalten und die Kondition sind nicht auf hohem Niveau.“

Er gibt daher gerne zu, im Corona-Lockdown schon länger nicht mehr für sich allein trainiert zu haben: „Ich bin da wohl nicht der einzige Kreisliga-B-Fußballer, der in dieser Spielpause nichts tut.“ Somit ist der Wackeraner quasi ein Lockdown-Pandabär.

Christian Heyn machte Schulz zum Stürmer

Ken Schulz wurde der Torjäger nicht die Wiege gelegt. „Ich spiele noch nicht lange in der Spitze. Ursprünglich war ich im Mittelfeld der Sechser, Achter oder Zehner. Dann hat mich Wacker-Trainer Christian Heyn in den Sturm gestellt, was zu Anfang nicht besonders gut klappte, aber schnell besser wurde. Jetzt fühle ich mich direkt vor dem gegnerischen Tor wohl“, erklärt der 29-Jährige.

So richtig gezündet haben bei Schulz die Torjäger-Qualitäten in der Saison 2017/18 mit 33 Toren. Diese überragende Marke ging etwas unter, da Dennis Teuber (VfB Habinghorst) mit 101 Toren die deutsche Bestmarke aufgestellt hat. „Da drehte sich doch alles nur darum, ob Teuber die 100er-Marke knackt“, weiß Schulz noch. Da auch Kevin Tann (Eintracht Ickern) mit 46 Treffern noch vor Ken Schulz lag, können 33 Tore mal untergehen.

Ken Schulz (l), hier im Spiel bei der Spvg Schwerin II im September 2019, war in der Castrop-Rauxeler Torjägerliste zumeist oben zu finden. © Jens Lukas © Jens Lukas

In der Corona-Saison legte der Obercastroper 21 Tore in 20 Spielen nach bis zum Abbruch im März 2020 – ebenso eine Top-Quote. Und aktuell führt er die Castrop-Rauxeler Torjäger-Liste mit 16 Treffern an. Das sind mehr als die Hälfte der 27 Wacker-Tore. Im Schnitt hat Ken Schulz zweimal pro Spiel eingenetzt. Als Bestmarke sofort vier Tore zum Saisonstart beim 7:0 gegen Arminia Sodingen. Nur gegen SF Habinghorst/Dingen blieb er torlos – beim 0:0.

Für drei Vereine hat Ken Schulz im Senioren-Bereich gespielt: Victoria Habinghorst, BW Böring und Wacker Obercastrop II. „In Börnig war ich nur eine Saison. Als wir aus der Kreisliga A abgestiegen sind, brach die Truppe völlig auseinander und ich bin zu Obercastrop gewechselt. Dort spiele ich mit vielen Freunden und meinem Bruder Tim zusammen – und fühle mich total wohl“, sagt Ken Schulz.

Dieser hat zwar einige schriftliche und telefonische Anfragen von anderen Vereinen, dem der persönliche Wohlfühlfaktor in der Erin-Kampfbahn aber wichtiger ist als ein Wechsel.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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