Nadine Westerhoff pfeift in der Frauen-Bundesliga und assistiert auch im Männerbereich. © David Henning
Fußball

Jeden Tag ein Spiel: Schiedsrichterin Nadine Westerhoff über ihr kurioses Wochenende

Die Castrop-Rauxelerin Nadine Westerhoff ist als Schiedsrichterin in der Frauen-Bundesliga und als Assistentin bei den Männern unterwegs. An einem Wochenende wurde sie bei drei Spielen eingesetzt.

Bei den Profifußballern wird seit Langem über die immer höherwerdende Belastung durch immer mehr Spiele diskutiert. Sollte ein Spieler drei Partien an einem Wochenende machen müssen, würden Trainer, Sportmediziner und Physiotherapeuten wohl Schnappatmungen bekommen. Anders die Castrop-Rauxeler Schiedsrichterin Nadine Westerhoff, die freiwillig am vergangenen Wochenende bei drei Spielen auf dem Platz stand.

Zweimal Frauen-Bundesliga, einmal Männer-Regionalliga

„Die Belastung für die Fußballer ist auf dem Platz eine andere als für Schiedsrichter. Trotzdem sind auch drei Spiele für uns nicht normal, zwei können mal vorkommen“, erklärt Westerhoff, die auch das Frauen-DFB-Pokalfinale 2020 leitete. Da aber mehrere Schiedsrichterinnen ausgefallen sein, hätte sie gerne zugesagt, „wenn es nicht jedes Mal passiert“.

So hieß es für Westerhoff: Freitag Frauen-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und Carl Zeiss Jena pfeifen, Samstag als Linienrichterin beim Wuppertaler SV gegen Alemannia Aachen in der Regionalliga West (Männer) an der Seitenlinie stehen und Sonntag wieder als Hauptschiedsrichterin in der zweiten Frauen-Bundesliga SV Meppen gegen Bayern München II leiten.

Nadine Westerhoff läuft in einem Spiel nur etwas weniger als ein Bundesliga-Profi

Ihren Wochenendablauf beschreibt die gebürtige Castrop-Rauxelerin, die jetzt in Bochum wohnt, so: „Ich musste Freitag von 10 bis 14 Uhr arbeiten, bin dann nach Frankfurt ins Hotel gefahren, Samstag ging es nach Wuppertal, auf halbem Weg habe ich meine Tochter von den Schwiegereltern eingesammelt, Samstagabend war ich dann zuhause, bevor ich Sonntag um halb 8 aufstehen musste, um nach Meppen zu fahren.“

In den Spielen, die sie selbst gepfiffen habe, sei sie acht beziehungsweise siebeneinhalb Kilometer gelaufen, dazu kommt noch die Strecke als Linienrichterin. Borussia Mönchengladbachs Breel Embolo ist in dieser Bundesliga-Saison mit im Schnitt 9,34 Kilometer pro 90 Minuten von allen Feldspielern am wenigsten gelaufen – bei nur einem Spiel an einem Wochenende. „Als Schiedsrichter hat man aber natürlich auch mehr Pausen“, ordnet Westerhoff die Zahlen ein.

Nadine Westerhoff musste in zwei Spielen keine Gelbe Karte zeigen

„Aber am Montag bin ich schon schwer aus dem Bett gekommen“, sagt sie und lacht. Zu ihrem Glück seien die Partien leicht zu leiten gewesen. In beiden Spielen hätte sie keine Gelbe Karte zeigen müssen. „Die Spielerinnen haben es mir sehr einfach gemacht.“

Schwieriger sei da schon eher die Betreuung der Tochter zu organisieren. Ihr Ehemann Sebastian Westerhoff ist Trainer des Westfalenliga-Konkurrenten von Wacker Obercastrop DSC Wanne-Eickel. „Mein Mann hatte am Freitag selbst ein Spiel, deswegen mussten meine Schwiegereltern auf sie aufpassen“, erklärt Nadine Westerhoff.

Da sie bereits am kommenden Freitag ein Spiel pfeife und für ihren Mann am Sonntag wegen Totensonntag spielfrei ist, können die Westerhoffs einen Tag ganz ohne Reisen und Fußball genießen.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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