Hend Zaza (r.) am Ball: In Tokio unterlag die zwölfjährige Syrerin bereits im ersten Spiel der Österreicherin Liu Jia (39). Dennoch war ihr Auftritt eine Inspiration für junge Sportlerinnen. © dpa
Tischtennis

Junge Olympionikin Hend Zaza inspiriert Rauxeler Nachwuchs

Dass es eine Zwölfjährige zu den Olympischen Spielen schafft, beeindruckt drei 17-Jährige aus dem Frauen-Team von Roland Rauxel. Alle drei verfolgen derzeit Tischtennis auf der großen Weltbühne.

Die Welt schaut nach Tokio zu den Olympischen Spielen. Auch die Tischtennisspielerinnen der DJK Roland Rauxel blicken nach Japan, wo derzeit die Mannschaftswettkämpfe laufen.

Bronzemedaille für Dimitrij Ovtcharov begeistert

Die Sportart mit dem kleinen Plastikball erlebte ihre besonderen Momente. Dazu zählt sicherlich die Bronzemedaille von Dimitrij Ovtcharov oder sein packendes Habfinale gegen Ma Long. Oder der Auftritt von Hend Zaza. Für die zwölfjährige Syrerin waren die Olympischen Spiele zwar bereits nach 24 Minuten vorbei, aber dass sie sich unter schwierigsten Bedingungen rein sportlich für Tokio qualifizierte, ist erstaunlich.

„Ich kann mich jedes Mal sehr gut mit jungen Sportlerinnen identifizieren“, sagt Mia Scharpenberg. Die 17-Jährige spielt für Roland Rauxels Frauen-Team. „Hend Zaza zeigt mir, dass man unter allen Umständen kämpfen und seine Ziele erreichen kann.“ Und ihre Teamkameradin Nikie Chien (17) meint: „Es ist auf jeden Fall sehr faszinierend, dass sie in so einem jungen Alter es bis zu den olympischen Spielen geschafft hat, und das kann uns oder auch vielen anderen jungen Athleten Hoffnung geben.“

Rijetha Sivanenthiran (links), Mia Scharpenberg (2.v.l.) und Nikie Chien (rechts): Die drei 17-Jähirgen gehören zur 2019 neu gegründeten Frauen-Mannschaft der DJK Roland Rauxel um Kapitänin Katharina Kruse (Mitte) und Jessica Siersiecki-Rogge. © Christian Chroscinski © Christian Chroscinski

Doch wer so jung für Olympia trainiert, tauscht vielleicht ein Stück Kindheit für den Spitzensport ein. Beim Kunstturnen beispielsweise gibt es eine Altersgrenze. Seit 1997 müssen Olympionikinnen mindestens 16 Jahre alt sein.

Im Tischtennissport sei das überflüssig, meint Nikie Chien. „Hend Zaza hat sich selbst dazu entschieden so viel Zeit darin zu investieren, damit sie natürlich dann so gut ist wie jetzt“, erklärt Nikie Chien. „Kritisch sehe ich es nicht, wenn man selbst dazu entschlossen ist, das durchzuziehen“. Auch Rijetha Sivanenthiran (17) vertritt den Standpunkt der Wahlfreiheit: „Sport ist für jedes Alter geeignet. Egal, ob zwölf oder 50 Jahre.“

„Auf die Spielart kommt es an“

Auch das Geschlecht spielt keine Rolle, wenn es um Leistungs-Tischtennis geht. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern schauen sich die Nachwuchssportlerinnen gerne den einen oder anderen Trick ab. „Tischtennis ist Tischtennis, egal welches Geschlecht. Beide sind für mich persönlich gleich spannend und interessant. Außerdem kann man von denen auch viel lernen“, so Nikie Chien.

Rijetha Sivanenthiran, die neben ihren Einsätzen bei den Rauxeler Frauen auch öfters bei den Männern aushilft, schaut ebenfalls unabhängig vom Geschlecht. „Die Spiele bei Olympia verfolge ich nicht aktiv, aber wenn man über einen spektakulären Ballwechsel redet, dann gucke ich mir gerne die Wiederholung an“, erklärt sie. Mia Scharpenberg schaut nicht alles bei Olympia, „nur bestimmte Spiele und Disziplinen. Ich habe ein paar Favoriten im Tischtennis, die ich regelmäßig verfolge. Es kommt auf die Spielart des Spielers oder der Spielerin an.“

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Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel

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