Noch nicht beendet ist der Fall des Spiels zwischen dem VfB Habinghorst (hier auf einem Archivbild mit Sebastian Janas/l.) und Zonguldakspor Bickern. © Volker Engel
Fußball-Kreisliga A

Nach drei Jahren Sperre: Kopftritt von Habinghorst wird wieder vor einem Gericht verhandelt

Der Fall der abgebrochenen Partie zwischen VfB Habinghorst und Zonguldakspor Bickern mit dem Kopftritt gegen einen am Boden liegenden Fußballer kommt nicht zur Ruhe. Das nächste Gericht wird sich damit fassen müssen.

Am 18. Oktober ist das Kreisliga-A-Spiel des VfB Habinghorst gegen Zonguldakspor Bickern nach einem Elfmeterpfiff, dem Tritt gegen den Kopf eines VfB-Fußballers und dem Abgang der Gäste vom Platz abgebrochen worden.

In drei Punkten ist Bickern vom Sportgericht des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel schuldig gesprochen worden: der verursachte Spielabbruch, drei Spiele Sperre gegen einen Feldspieler, der dem Habinghorster Opfer zu nah trat, und drei Jahre Sperre für den Keeper, der ihm gegen den Kopf trat.

Jetzt geht es zum Bezirkssportgericht nach Dortmund

Der Sportgerichts-Vorsitzende Heinz Rychlik (SV Sodingen) bekam jetzt von den Hernern die Nachricht, dass sie in die Berufung gegen alle Punkte des Urteils gehen. Rychlik: „Laut unserer Verfahrensordnung ist es das gute Recht des Vereins, in die Berufung zu gehen. Ich habe von Bickern ein Schreiben bekommen.“ Dieses wird bald auf den Weg zum Bezirkssportgericht V West gebracht.

Die Verantwortlichen von Zonguldakspor Bickern begründen ihre Berufung damit, dass sie den Platz verlassen hätten, „um die Spieler zu schützen“. Die vier Wochen Rotsperre sei zur hart, ebenso die drei Jahre gegen den Torhüter.

Das heimische Sportgericht hatte den Fall zwölf Tage nach den Vorfällen in der Kampfbahn Habichthorst verhandelt. So schnell wird es allerdings nicht zu der Berufungsverhandlung kommen. Auf gar keinem Fall im November. Das sagte Dierk Dunschen (Dortmund), der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts: „In solch einer Sache kann man nicht im schriftlichen Verfahren verhandeln. Dazu müssen die Leute angehört werden. Und das ist aufgrund des Lockdowns verboten.“

Urteil wird beim FC Brünninghausen gefällt

Wenn es dann zur Sitzung kommt, dann wird diese im großen Gesellschaftsraum im Vereinsheim des Westfalenligisten FC Brünninghausen über die Bühne gehen. Dierk Dunschen erklärt: „Der ist so groß, dass alle Mindestabstände eingehalten werden können. Und wenn ein Zeuge an den Richtertisch treten muss, dann tragen alle Masken – auch wir Richter.“

In dem sich anbahnenden Berufungsfall ist auch gar keine Eile geboten. Denn die Sperre von vier Spielen gegen Bickern-Feldspieler läuft während der aktuellen Lockdown-Saisonpause. Und auch die drei Jahre Sperre des Torwarts würde sich nicht nachteilig auswirken. Da eben nicht gespielt wird.

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Jens Lukas

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