So voll wird es auf den heimischen Fußballplätzen auf absehbare Zeit nicht mehr werden. Aktuell dürfen nur für Nachwuchskicker mit einem negativ-getesteten Trainer zusammen üben. © Fußballschule Anderbrügge
Juniorenfußball

Nur fünf Nachwuchsfußballer dürfen trainieren – welche Klubs geben jetzt auf?

Bei den zahlreichen Coronaschutz-Verordnungen den Überblick zu behalten, ist nicht leicht. Nachwuchsfußballer und ihre Trainer dürfen nur noch sehr limitiert auf die Plätze. Nicht allen Klubs ist das Training den Aufwand wert.

Der Durchblick fällt schwer. Anfang März durften 20 Nachwuchsfußballer im Alter einschließlich 14 Jahren zusammen trainieren. Zunächst ohne Test – dann plötzlich nur mit negativem Schnelltest. Mit Einführung der „Bundes-Notbremse“ in der Nacht zum Samstag (24. April) wurden die Maßgaben straffer.

Die Rechnung ist nur noch: 5+1

Nur noch fünf Kinder (im Alter bis einschließlich 13 Jahre) dürfen jetzt noch dort zusammen trainieren, wo die Sieben-Tages-Inzidenz den 100er-Wert überschreitet – kontaktlos. Eingeschlossen in diese Maßnahme ist ein Trainer mit negativem Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Dass sich daran aktuell nichts gerändert hat, bestätigte am Montag (26. April) Svenja Küchmeister von der Pressestelle des Kreises Recklinghausen.

Wie aber sehen die Castrop-Rauxeler Vereine die neue Sachlage für das Kindertraining nach der „Bundes-Notbremse“? Macht ein Fußballtraining unter diesen erschwerten Bedingungen noch Sinn?

Peter Wach, Geschäftsführer der Spvg Schwerin, der über eine WhatsApp-Gruppe mit den Jugendtrainer des Vereins verbunden, sagt dazu: „Am Sonntag gingen Meldungen hin und her. Große Unsicherheit bestand bei Trainern, bis zu welchem Alter die Kinder weiter trainieren dürfen.“ Grundsätzlich sei es bei der Spvg Schwerin so, dass wenige Jugendtrainer weitermachen möchten – der ständig neue Coronatest ihnen aber Sorgen bereite. „Bei uns ist der Sportplatz also weiterhin offen für das Kindertraining. Wie lange noch, muss abgewartet werden“, sagt Wach.

Brahim Amghar, Sportlicher Leiter der Jugend beim SV Wacker Obercastrop, erklärt: „Jugendleiterin Sabrina Stypers hat bei allen Trainern nachgefragt, wie sie darüber denken. Die meisten Trainer waren der Meinung, dass ein Training mit nur fünf Kindern keinen großen Sinn macht.“ Der gesamte Aufwand sei zu groß für den zu erwartenden Ertrag. Das heißt: In Obercastrop bleibt das Stadion-Eingangstor ab sofort verschlossen. Erst bei günstigeren Bedingungen wird das Training wieder angeboten. „Eigentlich ist ein Training mit nur fünf Kindern doch schon so etwas wie ein Trainingsverbot“, sagt Amghar.

Auch beim TuS Henrichenburg ruht der Ball. TuS-Jugendleiter Carsten Ferlmann berichtet: „Wir stellen den Trainingsbetrieb komplett wieder ein. Das lohnt sich doch für keinen wirklich.“

So hält es zunächst auch die Victoria Habinghorst, die überwiegend über Mädchenmannschaften verfügt. Oliver Bäcker vom Victoria-Vorstand sieht für Feldspieler keinen Sinn, in kleinen Gruppen zu üben – und sagt: „Wir denken gerade darüber nach, ob wir zumindest das Torhüterinnen-Training auf die Beine stellen. Da müssen wir schauen, wann das geht – weil der Trainer ja einen aktuellen Test vorweisen muss.“

Dirk Werdelmann, 2. Jugendleiter beim FC Frohlinde, erklärt: „Unser Sportplatz bleibt für das Jugendtraining weiterhin offen. Wir haben es den Trainern freigestellt, ob sei ein Training anbieten – oder wegen der erschwerten Bedingungen doch lieber darauf verzichten.“ Alle Trainer und Eltern seien informiert worden, dass die Trainingsmöglichkeit für Kinder bis 13 Jahre besteht. „Die Trainer müssen ja auch alle noch arbeiten. Ob sie das mit den Corona-Test dann überhaupt zeitlich hinbekommen, müssen wir abwarten“, sagt Werdelmann.

Beim SC Arminia Ickern versuchen es die D- und E-Junioren aktuell in kleinen Gruppen. Sie fahren Trainingsschichten um 16, 17 und 18 Uhr. Das berichtet der 2. Vorsitzende Toni Weiss.

Quasi „Vollgas“ gibt der VfB Habinghorst. Das erklärte Jugendleiter Sven Wesolowski: „Mit Ausnahme unserer D2-Junioren trainieren alle Mannschaften bis zur C-Jugend weiter. Unser Platz ist sechs Tage pro Woche belegt. Jede Spielfeldhälfte ist mit fünf Kindern und dem getesteten Trainer besetzt.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas
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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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