Tino Westphal, der Trainer der SG Castrop, wünscht sich für sein Team gezielt einen Fußballer, der im August 2013 mit dem 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal gegen Werder Bremen sein Glück über den 3:1-Sieg sein Glück nicht fassen kann. © picture alliance / dpa
Fußball-Bezirksliga

SG Castrop: Trainer Westphal möchte gerne Schalker Kapitän verpflichten

Welchen Spieler würden Sie auf den Platz bringen, wenn Sie frei wählen könnten? Das haben wir den Trainer der SG Castrop gefragt. Dieser würde gerne einen Saarbrücker DFB-Pokal-Helden holen, der zuletzt für Schalke spielte.

Obwohl der Spielerkader quantitativ und qualitativ ausreichend gefüllt ist für die Fußball-Saison 2021/22, haben manche Trainer insgeheim doch noch offene Wünsche. Jedoch nicht unbedingt alle. Tino Westphal trainiert den Bezirksligisten SG Castrop, der in den letzten beiden abgebrochenen oder annullierten Spielzeiten in der Bezirksliga 9 sportlich keine Bäume ausgerissen hat. Das soll in der neuen Saison anders werden.

Gedankenspiel bei der Fahrt zum Minikicker-Training

„Unser jetziger Kader ist gut aufgestellt, ich vertraue meinen Spielern“, antwortet Westphal daher spontan auf die Frage, welchen Spieler er noch gerne hätte in seiner Mannschaft – ohne dass es eine Rolle spielen würde, ob dieser Mann überhaupt realisierbar wäre.

„Spontan fällt mir kein Fußballer ein, den ich mir wünschen würde. Ich muss erst einmal nachdenken“, fühlt sich Westphal leicht überrumpelt, zumal er im Auto sitzt, um mit seinem Sohnemann zum Minikicker-Training der SG zu fahren. Diese Knirpse trainiert Westphal nämlich auch.

Am Ball: Tino Westphal, der Trainer der SG Castrop. © Jens Lukas © Jens Lukas

Nach einiger Zeit doch eine Antwort: „Ich brauche keinen Profi. Meine Jungs haben mich in den ersten Trainingseinheiten absolut positiv überrascht.“ Wenige Sekunden später fällt dem SG-Trainer jedoch ein Spieler ein, den er gerne bei der SG Castrop wüsste: „Christian Eggert wäre gut. Der ist ein beidfüßiger Führungsspieler wie aus dem Bilderbuch.“

Wem der aus Herne stammende Mittelfeldspieler Christian Eggert (inzwischen 35 Jahre alt) auf Anhieb kein unbedingter Begriff sein sollte, für diejenigen schafft Westphal schnelle Abhilfe: „Als Kapitän des FC Schalke II hat er in der Saison 2019/20 in der Regionalliga überragend gespielt.“

In dieser annullierten Spielzeit sei Eggert zu Westfalia Herne gewechselt, um seine Trainer-Weiterbildung zu verfeinern bei Headcoach Christian Knappmann, weiß Westphal. Dabei blieb es nicht. Eggert stand auch für die Westfalia in der Oberliga auf dem Platz.

Zudem ist er in Herne für die Spiel- und Trainings-Analyse zuständig – hat im Strünkede-Stadion sogar einen eigenen Raum, um mit Spielern intensiv reden zu können. Mit Christian Eggert würde SG-Trainer Tino Westphal sogar ein zweifacher Glücksgriff gelingen – als Spieler und als Analyst. Wenngleich: Es wird wohl ein utopischer Wunsch bleiben.

Christian Eggert wurde in der Schalker Jugend groß, wechselte danach zu RW Essen II sowie Borussia Dortmund II. In der Saison 2007/08 gab Eggert am 15. Dezember 2007 gegen den VfL Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt. Er wurde in der 83. Minute für Giovanni Federico eingewechselt. Obwohl er weiterhin zum erweiterten Kreis der ersten Mannschaft gehörte, blieb es sein einziger Bundesliga-Einsatz.

Eggerts Weg ging weiter zum damaligen Zweitligisten FSV Frankfurt und von dort zum 1. FC Saarbrücken. Mit den Saarländern wurde er zum DFB-Pokal-Helden – durch einen 3:1-Sieg im August 2013 gegen Werder Bremen. Die weiteren Eggert-Stationen waren SV Elversberg, SV Saar 05, FV Diefflen, Schalke II sowie jetzt Westfalia Herne.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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