Tino Westphal, Trainer der SG Castrop, gibt trotz der Derby-Niederlage eine Kampfansage - mit Augenzwinkern. © Hermann Klingsieck
Fußball-Bezirksliga

SG Castrop trotz Derby-Niederlage: „Aus den nächsten drei Spielen holen wir neun Punkte“

Aller guten Dinge sind doch drei, was den FC Castrop-Rauxel betrifft. Der hat im dritten Anlauf das erste Derby gewonnen. Der Trainer des Gegners SG Castrop gibt dagegen lachend eine Kampfansage.

Der FC Castrop-Rauxel hat in seiner jungen Klubgeschichte seit der Gründung im Jahr 2014 für positive Beachtung gesorgt. In der annullierten Saison 2020/21 aufgestiegen in die Bezirksliga, gelang dem FC dort noch kein Derbysieg – es gab aber auch erst drei Lokalduelle.

Zuletzt gab es zwei Derby-Niederlagen gegen Schwerin

Seit dem 10. Oktober ist das anders. Der FC Castrop-Rauxel gewann beim FC Castrop mit 3:1. Zuvor gab es in der vorigen Lockdown-Saison ein 0:2 bei der Spvg Schwerin und Anfang Oktober gegen Schwerin erneut ein 0:1 – wenn auch ein unverdientes.

Der FC-Jubel über das 3:1 bei der SG Castrop war nicht überschäumend, jedoch durchaus gegeben. Bis das Ergebnis kurz vor 17 Uhr Fakt war, war es lange ein Derby auf Augenhöhe. „Wir werden wegen unserer wenigen Punkte eben etwas unterschätzt“, war SG-Trainer Tino Westphal zufrieden mit dem, was seine Mannschaft trotz der Niederlage fußballerisch und kämpferisch geboten hat.

Okan Dalkic erzielt potentielles Tor des Monats

Die SG-Stürmer Luca Seeger und Yassin Bouchantiya haben die FC-Abwehr in den ersten 45 Minuten mit ihrer Quirligkeit mehrfach in Verlegenheit gestürzt. Später ging den jungen Spielern etwas die Puste aus. Der Dosenöffner zum Derbysieg war für den FC Castrop-Rauxel das 1:0 (61.) durch einen Distanzschuss von Okan Dalkic. Dieser Treffer hat die Qualität, in die engere Auswahl zum Tor des Monats zu kommen.

Der Widerstand der SG Castrop erlahmte nach dem 0:1 etwas – der FC nutzte das und legte zum 3:0 nach. Dass es in der Schlussphase nach Stefan Strassers 1:3 (88.) nochmals etwas enger wurde, lag mit daran, dass der FC die Freiheiten gegen die offene SG-Deckung nicht nutzte bei Kontern.

FC Castrop-Rauxel war von Ausfällen geplagt

Dass der Klub-Chef Uwe Blase nach dem Schlusspfiff einen verdienten Sieg seines FC Castrop-Rauxel gesehen hat, dem ist nicht zu widersprechen. „Wir haben in den 14 Tagen davor die Punkte verschenkt bei Westfalia Huckarde und gegen Schwerin, die wir heute mitgenommen haben“, so der FC-Vorsitzende.

Klub-Chef Uwe Blase vom FC Castrop-Rauxel freut sich über den ersten Derbysieg seines Vereins.
Klub-Chef Uwe Blase vom FC Castrop-Rauxel freut sich über den ersten Derbysieg seines Vereins. © Hermann Klingsieck © Hermann Klingsieck

Uwe Blase glaubt aber: „Im Laufe der Saison werden auch wir noch Spiele gewinnen, die wir eigentlich nicht gewinnen konnten.“ Verletzungen und Krankheit führten dazu, dass der FC Castrop-Rauxel bisher nie mit „voller Kapelle“ aufspielen konnte. Vor dem Derby bei der SG gab es eine neue Abmeldung: Stürmer Michael Dschaak hatte seine Rot-Sperre abgesessen, er musste trotzdem kurzfristig passen wegen einer Erkältung.

Trainer Westphal will das Maximum aus den nächsten Spielen herausholen

Die Sorgen bei der SG Castrop sind anderer Natur – und zwar der Blick auf die Tabelle zeigt nur drei Punkte nach sieben Spielen. Trainer Tino Westphal führt das mit auf die Unerfahrenheit seiner blutjungen Mannschaft zurück: „Uns fehlen ein, zwei ältere Spieler, die unser Spiel in die richtigen Bahnen lenken. Unsere jungen Leute sind talentiert, wissbegierig und wollen dazuzulernen – sie brauchen aber Zeit.“

Trotz allem blieb Westphal nach dem 1:3 im Derby der Optimist, als den man ihn kennt. „Aus den nächsten drei Spielen holen wir neun Punkte“, versicherte er lachend. Besagte drei SG-Gegner sind dann RW Germania, Union Lüdinghausen und Viktoria Kirchderne.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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