Seit Anpfiff der Saison 2021/22 laufen Victoria Habinghorst und die SF Habinghorst/Dingen gemeinsam als Spielgemeinschaft. In den Tabellen spiegelt sich die Bündelung der Kräfte allerdings nicht wider. © Leonie Sauerland
Fußball

Sportliche Erfolge fehlen – Spielgemeinschaft Victoria/Sportfreunde denkt über Fortsetzung nach

Seit Anpfiff der Saison 2021/22 laufen Victoria Habinghorst und die SF Habinghorst/Dingen gemeinsam als Spielgemeinschaft auf. In den Tabellen spiegelt sich die Bündelung der Kräfte allerdings nicht wider.

Wenn zwei Vereine im Fußball sich entschließen, eine Spielgemeinschaft einzugehen, wird allgemein ein sportlicher Aufschwung erwartet. Nichts ist daraus geworden bislang bei der SG der Victoria Habinghorst (Kreisliga A) mit dem B-Kreisligist Sportfreunde Habinghorst/Dingen. Die Mannschaften haben sich personell allerdings auch kaum vermischt.

Vorsitzende investieren Arbeit in eine Fusion

Bei den Jahreshauptversammlungen stimmten die Mitglieder beider Vereine trotz allem für eine Fortführung der Spielgemeinschaft – mit dem Fernziel einer Fusion. Ob diese Fusion schon in der Saison 2022/23 kommen wird, hängt von mehreren Faktoren ab – auch dem zeitlichen. „Wir arbeiten weiter dran“, bekräftigten die Vorsitzenden Dirk Konisch (Victoria) und Klaus Holzner (Sportfreunde).

Konisch schränkt beim Punkt Fusion ein: „Solange unsere Kinder nicht in der Glückauf-Kampfbahn in Ickern trainieren können, ist eine Fusion nicht zu vermitteln.“ Die Nachwuchsfußballerinnen und -fußballer der SG trainieren auf dem Platz von Eintracht Ickern. Mit der Stadtverwaltung gab es kürzlich laut Konisch ein dreistündiges Gespräch über diese unzumutbare Trainingssituation. „Ein Kleinfeld-Sportplatz in der Glückauf-Kampfbahn wäre eine Lösung“, so Konisch.

Dirk Konisch, Vorsitzender der Victoria Habinghorst. © Jochen Affeldt © Jochen Affeldt

Der Victoria-Vorsitzende ist im Grunde aber nicht unzufrieden mit der aktuellen SG-Situation. Selbst wenn die sportlich keinen Aufschwung gebracht hat. Das A-Liga-Team ist 14. in der Tabelle – die B-Liga-Mannschaft rangiert auf Platz zwölf. „Das hat Gründe“, sagt Konisch. Einer davon sei die Corona-Pandemie, wegen der einige Spieler aufgehört hätten mit dem Fußballsport.

Vom ehemaligen Sportfreunde-Team in der Kreisliga B seien aktuell nur noch vier Spieler geblieben. Was auch der SF-Vorsitzende Holzner bestätigt: „Als die Sportgemeinschaft spruchreif wurde, haben sich bei uns aus verschiedensten Gründen sofort sieben Spieler abgemeldet.“ Inzwischen sieht Holzner von seiner Seite wieder Licht am Ende des Tunnels: „Unser neuer Sportlicher Leiter Haldun Gülünoglu kümmert sich um neue Spieler – vielleicht klappt das schon zur Winterpause.“

Auch haben sich die Sportfreunde personell breiter und jünger aufgestellt bei den kürzlichen Vorstandswahlen. Zwar wurde bei Klaus Holzner schon beim Eintritt zur Versammlung „Wiederwahl“ gerufen, um es einmal salopp auszudrücken. „Seit 1981 ist das so“, lacht Holzner.

Klaus Holzner, Vorsitzender der SF Habinghorst/Dingen. © Volker Engel © Volker Engel

Mit Sven Augat gibt es nun aber wieder einen 2. Vorsitzenden. Joachim Soba wurde zum 1. Geschäftsführer gewählt, Jens Severin zum 2. Geschäftsführer. Frank Flottmann ist 1. Kassierer. „Ich schaue wieder positiver nach vorne“, so der Vorsitzende des knapp über 100-Mitglieder-Klubs.

Egal ob als Spielgemeinschaft oder als Fusions-Klub, für Dirk Konisch steht fest: „Höher als Kreisliga A wird es bei uns in keiner Konstellation gehen. Wir arbeiten nur mit kleinsten Mitteln.“ Zur aktuellen Corona-Situation merkt Konisch an: „Sollte 2G+ kommen, können die Amateurfußball-Vereine die Türen zusperren.“ Bei Spielen der Spielgemeinschaft gebe es nicht einmal genug Kräfte für den Pommes-Verkauf – wie solle man das dann mit den Tests hinkriegen?


„Selbst bei der 2G-Lösung bekommen einige Vereine doch schon Probleme bei der Mannschaftsaufstellung“, denkt Konisch. Nicht aber die Spielgemeinschaft Victoria/Sportfreunde: Dort gibt es bei den Spielern eine Impfquote von 93 Prozent.

Dirk Konisch sieht bei diesen hohen Corona-Zahlen überhaupt nur eine vernünftige Lösung: eine sofortige Unterbrechung der Amateurfußball-Saison. Um dann Ende Januar zu schauen, ob sich die Corona-Lage entspannt hat und nach einer verkürzten Winterpause eventuell wieder neu zu starten.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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