Im Jahr 2020 hatten sich die A-Jugend-Handballer der HSG Rauxel-Schwerin (grüne Hemden) für die Oberliga qualifiziert. Wegen des 2. Lockdowns gab es hier aber noch keinen einzigen Spieltag. © Volker Engel
Jugendhandball

Talente-Entwickler zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück – und möchte nach Nürnberg

Sie haben sich für die Oberliga qualifiziert, aber noch keine einzige Partie dort gespielt. Die A-Jugend-Handballer der HSG Rauxel-Schwerin sind nicht zu beneiden - haben aber als Team noch ein großes Ziel.

Die A-Jugend der HSG Rauxel-Schwerin hat etwas geschafft, was noch keine andere Castrop-Rauxeler Handball-Nachwuchsmannschaft vor ihr erreicht hat: Im Sommer 2020 hatte sie sich für die Oberliga qualifiziert. Doch dann kam Corona und der Traum war vorbei.

Die Jungs von Trainer Andreas Hünnemeyer haben noch kein einziges Oberliga-Spiel absolviert. Und seit der letzten Sitzung der Oberliga-Trainer ist klar: Die Saison findet nicht mehr statt. „Die Stimmung ist wirklich schlecht, die Jungs wollen spielen, können aber nicht”, erklärt der Nachwuchs-Trainer der HSG, der seine Jungs von der C-Jugend bis zur A-Jugend betreut und somit den Grundstein für den Erfolg gelegt hatte. Hünnemeyer gilt als ausgewiesener „Talente-Trainer”.

Als Ersatz vielleicht eine Art „Champions League für die Oberliga”

Da ist die Überlegung, bis zu den Sommerferien noch einen „Rumpfwettbewerb” auszuspielen. Das ist zumindest ein kleiner Lichtblick. „Es gibt Überlegungen für eine Art Champions League für die Oberliga. Wenn das funktioniert, würde ich mich für die Jungs freuen. Bislang haben sie zusammen nur 13 Vorbereitungsspiele bestritten, aber noch kein einziges Meisterschaftsspiel”, so Andreas Hünnemeyer.

Die A-Jugend der HSG Rauxel-Schwerin mit Trainer Andreas Hünnemeyer (l.) sowie (hinten, v.l.) den Betreuern Michel Zimmer, Michl Vierhaus und den Spielern: Timo Windener, Daniel Nickel, Corytn Lapkowski, Emil Weste, Franklin Tejeda, Konstantin Willms, Gabriel Kulczynski, vorn, v.l.) Max Tann, Julien Werner, Elias Mengücek, Lukas Hübner, Louis Ziegler, Marvin Justke, Luca Pagliara, Joel Wolffs, Lukas Balz und Phil Meissner. Es fehlen: Stephan Speckbacher und Joell Hinzen. © privat (HSG) © privat (HSG)

Hünnemeyer ist verärgert über die schleppende Sanierung der ASG-Halle

Dass diese 13 Vorbereitungsspiele allesamt auswärts stattfinden mussten, ist für Hünnemeyer das nächste große Ärgernis. „Die Sporthalle des Adalbert-Stifter-Gymnasiums ist immer noch nicht für den Spielbetrieb freigegeben. Ich bin total enttäuscht von der Stadt Castrop-Rauxel, was die Sanierung angeht. Das sind unmögliche Verhältnisse. Im Juni 2020 wurde mit der Sanierung begonnen – und im März 2021 ist die Halle noch immer nicht fertig“, ärgert sich Hünnemeyer.

Den aktuellen A-Jugend-Jahrgang betreut Trainer Andreas Hünnemeyer seit der C-Jugend. © Volker Engel © Volker Engel

Erfolgstrainer zieht sich zurück – DJK-Meisterschaften als Abschluss

Hünnemeyer selbst wird sich nach 13 Jahren als Nachwuchs-Trainer aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und nur noch als Notnagel zur Verfügung stehen. Der Erfolgs-Trainer wünscht sich aber dennoch einen krönenden Abschluss. Mit einer sogenannten „U23-Mannschaft” will er 2022 an den DJK-Meisterschaften in Nürnberg teilnehmen und möglichst weit kommen.

Leistungsträger wechseln zur DJK Oespel-Kley nach Dortmund

Während aus der aktuellen A-Jugend zwölf Spieler in den Seniorenbereich wechseln werden, sieht es für die neue A-Jugend nicht so erfreulich aus. Mit David Dietze, Moritz Tann und möglicherweise auch Torwart Joel Hinzen wechseln drei Leistungsträger der aktuellen B-Jugend nach Dortmund zur DJK Oespel-Kley. „Ich kann den Jungs das nicht verübeln. Sie sind außergewöhnlich gut und Oespel-Kley hat Bundesliga-Ambitionen.”

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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