Eine Castrop-Rauxeler Mannschaft hat sich binnen zwei Jahren zu einer festen Größe in einer höheren Liga etabliert. © Jens Lukas
Fußball

Team ist während Corona von 100-Tore-Schießbude zum starken Unterbau mutiert

Eine überraschende Entwicklung hat eine Castrop-Rauxeler Fußball-Mannschaft in den vergangenen zwei Jahren vollzogen. Der Lockdown bremst dieses Team aus, ermöglicht aber auch eine Momentaufnahme.

Der Lockdown bietet für einige Kreisliga-Trainer im Castrop-Rauxeler die Zeit, auf den Werdegang ihrer Mannschaft in der Vergangenheit – auch vor der Pandemie – in Ruhe zurückzublicken. Ein Coach, der bei seinem Team mittendrin statt nur dabei ist, hat dabei festgestellt, dass seine Schützlinge viele Kritiker verstummen ließ. Ein Vorurteil wurde ausgeräumt.

Aufstieg nach 100 Gegentoren

Damit hatte wohl niemand gerechnet, selbst im eigenen Verein war die Skepsis vorhanden. Doch der VfB Habinghorst II, einer von drei heimischen Corona-Aufsteigern 2020 aus der Kreisliga C, hat sich in der Kreisliga B etabliert. Aktuell rangiert die Truppe von Spielertrainer Tommy Kantzke auf Rang sieben, allerdings mit einem schönen Polster von zehn Punkten auf den ersten Abstiegsrang.

Wenn Tommy Kantzke über den Werdegang seiner Mannschaft spricht, spürt man den Stolz auf das bislang Erreichte. „Wir waren wirklich die Super-Außenseiter, in der Saison 2019/20 rangierte die Mannschaft am Ende der Kreisliga-C-Saison auf Platz neun mit über 100 Gegentoren“, erinnert sich Kantzke daran zurück, wie er die Mannschaft im Sommer vor der Saison 2019/20 übernommen hatte.

Irgendwann im März 2020 kam es dann zum ersten Lockdown, Habinghorst II durfte im Sommer aufgrund des besseren Punkte-Quotienten im Vergleich mit der direkten Konkurrenz mit-aufsteigen – und startete ins Wagnis „Kreisliga B“. „Ich weiß noch“, so Kantzke, „wie ich im Verein gefragt wurde, ob wir wirklich aufsteigen und vielleicht jedes Spiel hoch verlieren wollen.“

Tommy Kantzke ist zugleich Trainer und Goalgetter des VfB Habinghorst II. © Volker Engel © Volker Engel

Trainer ist zugleich Torschützenkönig

Die Sache entwickelte sich glücklicherweise in die komplett andere Richtung. „Ich finde, dass wir einen guten Einstand in der neuen Liga hatten, wir haben uns im Mittelfeld der Tabelle etabliert, waren von uns überzeugt“, so Spielertrainer Kantzke, der mit zwölf Treffern auch gleichzeitig erfolgreichster Torschütze des Teams ist.

Die Mischung aus Jung und Alt verkaufte sich gut, absolvierte bis zum zweiten Lockdown im Oktober 2020 sechs Spiele, dabei gelangen drei Siege. Es hätte sogar noch besser laufen können. Von den fünf Neuzugängen konnte Kantzke nur drei einsetzen.

Zwei Neuverpflichtungen mussten erst eine befristete Sperre bis Dezember 2020 absitzen. „Wenn es wieder los geht, dann kann ich auf Kevin Unger und Marvin Fritzenkötter zurückgreifen. Das sind zwei Spieler, die unserem Spiel nochmals neuen Schwung geben werden“, freut sich Kantzke auf die Verstärkung.

Spielt mit Bandage am rechten Knie für den VfB Habinghorst II: Trainer Tommy Kantzke. © Volker Engel © Volker Engel

Natürlich hofft der Spielertrainer, mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Denn die Planungen für die Saison 2021/22 laufen schon. „Wir wollen uns für die kommende Saison punktuell verstärken, noch etwas besser in der Liga etablieren und dann auch als Unterbau für die erste Mannschaft fungieren. Junge Talente sollten die Chancen haben, direkt von uns in die Kreisliga A zu unserer Ersten zu wechseln“, verspricht der Habinghorster („Ich wohne nur fünf Minuten vom Platz entfernt“), der auch in der kommenden Saison weiter zur Verfügung stehen wird.

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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