Dortmunds neuer Trainer Edin Terzic hat einen Castrop-Rauxeler Weggefährten. © picture alliance/dpa
Fußball

Trainer aus Castrop-Rauxel spielte mit neuem BVB-Trainer Terzic in einem Team

Als Trainer und Spieler kennt ihn in der Fußball-Szenerie in Castrop-Rauxel wohl jeder. Jetzt gibt es eine Geschichte, die ihn mit dem neuen Trainer von Borussia Dortmund ganz nahebringt.

Eigentlich ist er als Fußball-Trainer und frühere Spieler hierzulande bekannt wie der sprichwörtlich „Bunte Hund“. Jetzt in einem aktuellen Gespräch mit dem Reporter unserer Redaktion kam heraus, dass es doch noch ein paar Geheimnisse gibt, die so noch nicht bekannt waren.

Terzic spielt in blau-weißem Trikot

Das aktuellste Geheimnis vorneweg. Der in Dortmund als Trainer fungierende und im Stadtteil Ickern lebende A-Lizenz-Inhaber aus Castrop-Rauxel, spielt mit Edin Terzic, dem Nachfolger vom geschassten Lucien Favre von Borussia Dortmund in einem Team. Allerdings nicht in Schwarz-Gelb, sondern in blau-weißen Trikots. Bevor jetzt jemand auf Schalke 04 kommen sollte, irrt sich.

Nein, es handelt sich um die Farben des SC Westfalia Herne. Denn dort spielt Antonios Kotziampassis, der nur Toni genannt werden möchte, mit dem nun beförderten BVB-Coach in der Traditions-Mannschaft.

BVB-Trainer Edin Terzic (hinten, 3.v.l.) gehörte zum Kader der Altherren von Westfalia Herne bei der Stadioneröffnung in Herne – wie auch Toni Kotziampassis (vorn, 3.v.r.) und Michael Wurst (4.v.r.). © privat © privat

Das ist Toni Kotziampassis

  • Toni Kotziampassis ist am 10. Juni 1973 in Waltrop geboren. Er lebt mit Ehefrau Daniela und den Töchtern Celina und Stella im Castrop-Rauxeler Stadtteil Ickern.
  • Als Jugendspieler hat er beim SC Arminia Ickern begonnen. Über den VfB Habinghorst ging er zur Spvg Schwerin, wo ihn Trainer Bernd „Pius“ Ochmann als 17-Jähriger in die Verbandsliga-Mannschaft holte.
  • In acht Vereinen spielte er bis zur Regionalliga Nord bei Eintracht Nordhorn. Seine Trainerkarriere startete er beim SuS Merklinde 2007.
  • Sieben weitere Vereine sollten folgen. Derzeit trainiert der gebürtige Grieche mit großem Erfolg den ASC Dortmund in der Oberliga. Der Vertrag wurde gerade bis zum 30. Juni 2023 verlängert.

Weil Schalke schon mal erwähnt war, kam der Ickerner auch gleich auf das Spiel zur Einweihung des renovierten Herner Stadions gegen die Oldies aus Gelsenkirchen zu sprechen. Die wurden mit 5:1 besiegt und Toni sowie Edin Terzic machten je ein Tor. Im Herner Team lief auch der FC-Frohlinde-Trainer Michael Wurst auf, mit dem Kotziampassis zwischen 1996 bis 1998 bei BW Post Recklinghausen in der Oberliga spielte.

Toni Kotziampassis, der am 10. Juni 1973 in Waltrop geboren wurde, hat mit seinen 47 Jahre schon eine atemberaubende Fußball-Karriere hinter sich. Heute rockt er als Trainer die Oberliga mit dem ASC Dortmund.

Die Aplerbecker hatte er am 15.12. 2019, als die noch auf einem Abstiegsplatz standen, übernommen. Mit ihm ging damals von TuS Sinsen auch Andreas Köhler als Co-Trainer. Doch der Nachbar aus Ickern habe jetzt aus familiären Gründen aufgehört, erzählte der gebürtige Grieche drei Tage nach dem 3. Advent. „Familie geht vor“, sagte Kotziampassis.

Die erste Station war Arminia Ickern

Als Spieler begann er in der Jugend bei Arminia Ickern, ging als C-Jugendlicher zum VfB Habinghorst, wo er Daniel Kuhn kennen lernte. Mit diesem hatte er später dann auch mal bei SW Essen gespielt. Jürgen Maurer hätte ihn in die A-Jugend (Landesliga) der Spvg Schwerin geholt. Als 17-Jähriger nahm ihn der frühere Profi und Schweriner Trainer, Pius Ochmann, in die Verbandsliga-Mannschaft der Blau-Gelben.

Die beachtenswerte Laufbahn begann. Selbst ein Engagement beim griechischen Vorzeige-Klub PAOK Saloniki war später möglich. Doch das zerschlug sich als Toni Kotziampassis hörte, dass es dem Verein im Heimatland seiner Familie nicht so gut ging. „Da wollte ich meinen Job bei der Deutschen Post nicht aufgeben.“

2013 war Toni Kotziampassis (l.) der Trainer von Wacker Obercastrop und somit auch von Marcel Herder. © Jens Lukas © Jens Lukas

Damals kutschierte er noch mit dem berühmten Gelben Fahrrad zu den Postkunden, jetzt versieht er einen Bürodienst der Post in Essen. Auch in Diensten der Post spielte und trainierte er erfolgreich in der Post-Nationalmannschaft.

Augenblicklich ruht wegen der Corona-Pandemie jeglicher Spielbetrieb. Und wie hält sich jemand fit, der gefühlt jeden Tag in der Woche auf irgendeinem Sportplatz herumrennt? Natürlich durch Langläufe. Der nächste war schon ausgemacht. Am Abend sollte es Richtung Kanal auf die Henrichenburger Route gehen. Und nicht alleine. Daniel Kuhn und Ergin Ersoy, der mit Toni schon auf Schwerin zusammen kickte, sind immer dabei.

2010 spielte Toni Kotziampassis (r.) für den SuS Merklinde in der Bezirksliga – wie hier gegen den VfB Waltrop. © Jens Lukas © Jens Lukas

Viele Stationen als Spieler und Trainer

Das sind die Kotziampassis Stationen als Spieler: Spvg Schwerin, VfB Waltrop, Spvg Erkenschwick, Post Recklinghausen, Eintracht Nordhorn, SW Essen, RW Essen, SV Sodingen, SuS Merklinde, SV Wacker Obercastrop. Als Trainer: SuS Merklinde, RW Essen 2, SG Wattenscheid U19, RW Essen Jugend, Wacker Obercastrop, RW Essen U17/U19, TuS 05 Sinsen, ASC Dortmund 09.

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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