Die C-Junioren des SV Wacker Obercastrop haben am ersten Juli-Sonntag im Testspiel gegen den Erler SV eine 0:5-Niederlage kassiert. © Volker Engel
Juniorenfußball

Trainer der Spvg Schwerin wechselt zum SV Wacker Obercastrop

Für die C-Junioren-Fußballer des SV Wacker Obercastrop bestand für die Bezirksliga-Saison 2021/22 Handlungsbedarf. Trainer fehlten. Und der Kader hatte nur vier Spieler.

Anfang des Jahres 2021 funkte der SV Wacker Obercastrop „SOS“ im C-Jugend-Bereich. Es stand fest, dass Trainer Sencer Özbek mit fast seinem gesamten Kader das neue B2-Junioren-Team bilden wird. Die Obercastroper haben Glück, dass sie die entstandenen Lücken schließen konnten: mit dreineuen Trainern und 19 Spielern.

Koordinator vom Grafweg kommt in die Erin-Kampfbahn

Obercastrops Jugendfußball-Manager Brahim Amghar machte sich vor einigen Monaten auf die Suche nach Trainern. Und fand einen Coach bei der Spvg Schwerin. Vier Jahre hatte Oliver Swietek dort gearbeitet – zuletzt als Jugendkoordinator der U14- bis U19-Junioren sowie als C-Junioren-Trainer. Sascha Langwald, der Papa eines C-Jugendspielers, hatte Amghar auf den 25-Jährigen mit B-Lizenz aufmerksam gemacht hatte. Swietek hatte mit dessen Sohn auf Schwerin gearbeitet.

„Ich habe mich bei anderen Trainer umgehört, wie Oliver bei den Spielen coacht – und nur Gutes gehört“, erzählt Amghar. Im Februar habe er ihn angerufen und gefragt, ob er sich vorstellen könne, die C-Jugend von in der Bezirksliga zu trainieren. Amghar hatte da auch Tobias Wölke vom SV Holsterhausen für diesen Job an der Angel.

„Ich habe lange über den Wechsel nachgedacht. Die Chancen standen 50:50, ehe ich zugesagt habe. Überkreislich als Trainer zu arbeiten. Das reizte mich“, sagt Swietek. Auf Schwerin hat er alles sauber geklärt. „Wir sind in Frieden auseinander gegangen.“ Oliver Swietek ist es wichtig zu betonen: „In all den vier Jahren habe ich mich in Schwerin superwohl gefühlt.“

Oliver Swietek, der in den vergangenen vier Jahren bei der Spvg Schwerin wirkte, ist jetzt C-Junioren-Coach bei Wacker Obercastrop. © Volker Engel © Volker Engel

Der nächste Schritt, als Trainer im überkreislichen Jugendfußball zu arbeiten, war halt zu reizvoll. Ein zeitliches Problem musste gelöst werden. Der 25-Jährige arbeitet als Orthopädie-Assistenarzt in der Sportklinik Hellersen. Wackers C-Jugend-Trainergespann besteht aus Oliver Swietek, Tobias Wölke und Sascha Langwald. „Sascha kümmert sich um organisatorische Dinge“, so Amghar.

Oliver Swietek hat in Obercastrop nur für ein Jahr zugesagt. Der Grund: „Beruflich ist es möglich, dass ich eventuell umziehen muss.“ Anfang Mai hatten sich die Trainer auf die Suche nach neuen Spielern begeben – sie wurden in zehn Vereinen fündig. „Tobias kennt sich in Herne aus, Oliver und ich – wir kennen uns in Castrop-Rauxel aus“, sagt Amghar dazu, wo Spieler gefunden wurden.

Im Corona-Lockdown sei es schwierig gewesen, sich von den fußballerischen Stärken der Jungs ein Bild zu machen. Das sei nur über Sichtungs-Einzeltraining gegangen, erklärt der 25-Jährige. Kollege Wölke brachte vier Spieler aus Holsterhausen mit. Der Kader füllte sich nach und nach.

„Wir haben eine Mannschaft mit viel Potenzial“, ist Swietek überzeugt. Was Amghar bestätigt: „Unsere C-Jugend ist eine tolle Truppe, die sehr homogen ist.“ Ob er irgendwann wie sein Frohlinder Freund Tim Kuit, der als Jugendtrainer zum VfB Waltrop gewechselt ist, auch einen solchen Schritt machen werde, hänge stark vom beruflichen Weg ab, sagt der Assistenzarzt.

Im Testspiel gegen den Gelsenkirchener Kreisligisten Erler SV kassierten Wackers-C-Junioren jüngst eine 0:5-Niederlage. Der Trainer erklärt warum: „Unsere Jungs waren seit Donnerstag vor dem Spiel im Trainingslager. Mit allem, was zum Fußball gehört. Bis hin zur richtigen Ernährung. Unsere Spieler waren einfach müde.“

Für Oliver Swietek ist Fußball genau sein Ding. Und er hat Träume. Er würde irgendwann gerne im Profibereich arbeiten. Nicht als Trainer („Fußballerisch gibt es dafür bessere“), sondern als Mannschaftsarzt: „Die Profis von Schalke oder Bayern München medizinisch zu betreuen. Das ist mein Wunschtraum.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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