In Castrop-Rauxeler gibt es Fußball-Mannschaft, die im Vergleich zu den weiteren Teams hinterherhinkt. © Jens Lukas
Fußball

Trainer mit Tauchschein ist nun aus Castrop-Rauxel ganz weggetaucht

Viele Jahre lang drückte ein Ex-Profi als Trainer und Spielertrainer dem Castrop-Rauxeler Fußball seinen Stempel auf. Jetzt ist der Coach, der auch einen Tauchschein besitzt, weggetaucht.

Viele Jahre lang wirke ein Ex-Profi als Trainer und Spielertrainer im Castrop-Rauxeler Fußball. Er wohnte recht unerkannt an der Dortmunder Straße auf Schwerin und wurde im Jahr 2010 über eine Skatrunde ins heimische Rampenlicht gebracht.

Das ist jedenfalls die Geschichte, die ein damaliger Teilnehmer der Karten-Runde im Merklinder Vereinsheim ausplauderte. Der SuS Merklinde suchte nämlich einen neuen Trainer und hätte ihn, eben durch die Zusammenkunft der Kartenspieler, einige hundert Meter weit entfernt gefunden.

Dort wohnte Marco Gruszka in Nähe des Hellwegs. Den Kicker hatte hierzulande bis dahin kaum jemand auf der Rechnung. Der Ex-Profi sagte: „So ist das nicht gewesen. Martin Broll, der Sportliche Leiter des SuS Merklinde, hat mich schon ein Jahr vorher angerufen.“

Gruszka wird Nachfolger von Kotziampassis

Doch da war der in Dortmund geborene Gruszka noch in Hamm tätig. Ein Jahr später, Skatrunde hin oder her, stellte Broll dann Gruszka als Nachfolger von Toni Kotziampassis als neuen Merklinder Spielertrainer vor.

Marco Gruszka fungierte in den vergangenen Jahren beim SuS Merklinde und bei der Spvg Schwerin als Trainer. © Jens Lukas © Jens Lukas

Wer sich nun durch eine Suchmaschine im Internet über den neuen Mann schlau gemacht hat, war verwundert. Der 1,93-Meter große Spieler mit dem langen Haar – zumeist als Pferdeschwanz gebunden – hatte eine beeindruckende Fußballer-Karriere vorzuweisen. Hoch im Norden zum Beispiel, beim Zweitligisten FC St. Pauli, erreichte der Neu-Merklinder mit dem Spitznamen „Susi“ (wegen der Frisur) einen Kultstatus.

Viele Fans der Merklinder werden sich noch an die Feld-Stadtmeisterschaft 2012 erinnern, als der SuS das Finale mit 4:2 gegen den SV Wacker Obercastrop in der Erin-Kampfbahn gewann. Der Star in diesem Spiel war allerdings nicht der Trainer, sondern Mike Cittrich. Während Gruszka nur verletzt zuschauen konnte, erzielte Cittrich, vor der Saison von Wacker gewechselt, drei Tore.

Das ist Marco Gruszka

  • Beim VfR Sölde begann die Fußballer-Karriere von Marco Gruszka, der es nach den Junioren bei Borussia Dortmund und Eintracht Dortmund, bis hoch in den Norden beim FC St. Pauli zum Kultstatus brachte.
  • Zahlreiche Stationen als Spieler, wie zum Beispiel MSV Duisburg, Preußen Münster, SG Göttingen 05, VfB Oldenburg, und Spvg Hamm, folgten.
  • Als Mannschaftskapitän führte der IT-Experte Göttingen 05 (1999), VfB Oldenburg (2002) und die Spvg Hamm (2006) in den Oberligen zur Meisterschaft.
  • Diese geballten Erfahrungen aus 2. Liga, Regionalliga und Oberliga, brachte er beim SuS Merklinde und schließlich die Spvg Schwerin ein.

Sechs Jahre blieb Gruszka den Merklindern treu und trat dann 2016 bei der Spvg Schwerin das Traineramt an. Schwerins Geschäftsführer Peter Wach sagte damals: „Wenn ich gewusst hätte, dass Marco in der Nähe wohnt, hätten wir uns schon früher um ihn bemüht.“ Gruszka trainierte nicht nur die erste Mannschaft, sondern kümmerte sich auch um die A-Junioren des Vereins, die er in die Bezirksliga führte.

Da waren so gute Burschen dabei, dass er die auch teilweise zu fünft gleichzeitig in der Senioren-Bezirksliga einsetzte. Drei Jahre blieb Gruszka, der mittlerweile in die Castroper Altstadt gezogen war, auf dem Schweriner Berg. Dort wurde er vom Trainer-Duo Dennis Hasecke und Marco Taschke abgelöst. Den Ex-Profi zog es nicht nur 2019 nach Merklinde zurück, sondern er veränderte auch seinen Wohnort, was schließlich zur erneuten Trennung beim SuS sorgen sollte.

Machte sich viele Jahre für den SuS Merklinde krumm: Marco Gruszka (mit Kapitänsbinde). © Jens Lukas © Jens Lukas

Erst kam der Saisonabbruch wegen Corona. Dann hat sich Gruszka entschlossen, auch seine Trainerarbeit in Castrop-Rauxel aufzugeben. Was mit seinem neuen Domizil zu tun hat. Gruszka sagte jetzt: „Ich wohne nun in Haltern am See, und da wurde es mit den Fahrten nach Merklinde zu aufwendig.“ In seiner neuen Heimat, die er auch schon auf zahlreichen Motorrad-Touren erkundete, fühlt er sich richtig wohl: „Wir haben ein schönes Haus gefunden, dieses Angebot konnten wir nicht ablehnen. Wenn ich aus dem Gartentor gehe, bin ich direkt im Wald.“

Dort in Haltern könnte sich der IT-Experte vorstellen, wieder eine Trainerstelle zu übernehmen. Gruszka, der auch einen Tauchschein besitzt und momentan auf seine geliebten Tauchgänge im Mittelmeer verzichten muss, sagte: „Ich habe wegen der Pandemie nicht die Möglichkeit, mir Vereine oder Spiele anzuschauen.“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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