Ein Spieler bleibt beim Westfalenligisten Wacker Obercastrop, obwohl er aktuell nicht viel Einsatzzeit hat. © Jens Lukas
Fußball-Westfalenliga

Trotz seiner aktuellen Rolle verlängert ein Bankdrücker bei Wacker Obercastrop

Sollte die von der Politik vorerst bis zum 10. Januar 2021 verhängte Fußball-Pause wegen Corona einen positiven Aspekt haben, dann ist es der, dass die Vereine früh für die Zukunft planen können.

Westfalenligist SV Wacker Obercastrop ist mit den Planungen für die Saison 2021/22 inzwischen weit fortgeschritten bei den Vertrags-Verlängerungen im eigenen Haus. Der Sportliche Leiter Alexander Wagener meldete jetzt auch die Einigung mit einem Routinier. Martin Kapitza hat sein Ja-Wort für ein weiteres Jahr beim SV Wacker Obercastrop gegeben.

Routinier freut sich, wenn er sich mit Einwechselung hilft

Und das, obwohl der Stürmer vor der Saison-Unterbrechung am 1. November nur Ergänzungsspieler war – jedoch einer mit Einsatzzeiten. Warum Kapitza trotzdem verlängert hat, dazu merkt er an: „Die Situation, nicht zur ersten Elf zu gehören, ist für mich nicht prickelnd. Jeder Fußballer will spielen. Ich freue mich aber darüber, wenn ich der Mannschaft mit meiner Einwechselung helfen kann.“ Zudem fühle er sich bei Wacker pudelwohl. „Die Jungs dort sind alle top in Ordnung und auch das gesamte Umfeld passt.“

Im August 2019 traf Martin Kapitza per Elfmeter zum 2:1-Sieg des SV Wacker Obercastrop gegen den SSV Buer. © Volker Engel © Volker Engel

Ein entscheidender Aspekt, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern, ist für den 31-jährigen Fußballer wie er sagt: „Ich habe seit meinem Wechsel von Schwerin nach Obercastrop wegen Corona noch keine Saison komplett durchgespielt. Die alte Saison wurde im März abgebrochen, die aktuelle wurde im November unterbrochen. So kann man nicht wieder weggehen. Ich hoffe jetzt darauf, dass die nächste Saison ohne Stopps komplett durchgespielt wird.“

Als eine Art „Rentenvertrag“ sieht Martin Kapitza die weitere Zusammenarbeit mit Wacker Obercastrop nicht. Sollte er gesund bleiben, will der 31-Jährige noch ein paar Jahre Fußball spielen. „Auch gerne bei Wacker Obercastrop, wenn der Verein mich dann im hohen Alter sportlich noch gebrauchen kann.“ Momentan zieht Kapitza jedenfalls eine gewisse Freude daraus, wenn ihn 19-Jährige trotz seines höheren Fußballer-Alters nicht stoppen oder umspielen können.

In der Landesliga gehörte Kapitza zum Stammpersonal

Sein Wechsel vom Bezirksligisten Spvg Schwerin – dort war er Kapitän – zu Wacker Obercastrop hatte verschiedene Gründen. Auf diese Gründe möchte Kapitza nicht weiter eingehen: „Das ist alles Schnee von gestern.“

Als Hauptaspekt für den Wechsel nennt der Stürmer: „Ich wollte mit 28 Jahren noch einmal eine Veränderung, um zu sehen, ob ich es in der Landesliga packe.“ Dieser Sprung hat geklappt. In der Landesliga zählte Kapitza zum Stammpersonal bei Wacker Obercastrop.

Dass es im ersten Jahr sogleich eine Etage höher in die Westfalenliga gehen würde, darauf hatte Kapitza nicht spekuliert. „Über die Westfalenliga hat bei Wacker keiner geredet, als ich dort eingestiegen bin.“

Martin Kapitza kam von der Spvg Schwerin zum SV Wacker Obercastrop. © Volker Engel © Volker Engel

Auch den sensationell erfolgreichen Start in der neuen Liga mit Rang fünf hätte niemand erwartet, so Kapitza, der zum sportlichen Wacker-Höhenflug anmerkt: „Das ist ein absolut geiles Gefühl für uns alle. Ob es nach der langen Corona-Unterbrechung genau so überragend weitergeht, kann uns aber keiner garantieren.“

Martin Kapitza hatte schon seine ersten fußballerischen Gehversuche in der Erin-Kampfbahn unternommen – Mitte der 1990er Jahre für die SG Castrop, damals noch auf Asche. Danach ging es zum VfR Rauxel. Weitere Stationen waren die Spvg Schwerin sowie bei den Senioren der VfB Habinghorst in der Landesliga. Anschließend spielte er auch für den TuS Henrichenburg, die Spvg Schwerin und eben jetzt für Obercastrop.

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