Andreas Menne (am Ball) gründete zusammen mit Dino Viotto die dritte Mannschaft des TuS Henrichenburg. © Volker Engel
Fußball-Kreisliga

TuS Henrichenburg: Am Kultstatus eines Teams wird im eigenen Haus geknabbert – von Altherren

Wenn sich eine Mannschaft im Verein so etwas wie einen Kultstatus erarbeitet hat, ist ein neuer Konkurrent nicht unbedingt gerne gesehen. Oder ist das in diesem Fall anders?

Der TuS Henrichenburg II spielt in der Kreisliga C4 des Fußballkreises Recklinghausen. Und hat im Verein quasi einen Kultstatus erlangt. Daran knabberte lange niemand herum. In dieser Saison ist das anders. Beim TuS Henrichenburg gibt es eine neue Dritte. Das ist die Ex-Altherrenmannschaft, die mit der Anmeldung zum offiziellen Spielbetrieb einfach öfter kicken wollte. Die Dritte spielt auch in der Kreisliga C4 – und steht in der Tabelle besser da als der TuS II.

Die Dritte steht in der Tabelle vier Plätze vor der Zweiten

Ist der Kultstatus in Gefahr? „Das hoffe ich nicht“, sagt TuS-II-Trainer Marius Biebler und lacht. Die Saison sei noch jung – bis zum letzten Spieltag könne daher sehr viel passieren. Das sportliche Ziel für den TuS II hat Biebler jedenfalls nicht aus den Augen verloren: „Wir wollen unter den Top drei landen.“

Marius Biebler (l.), hier auf einem Archivbild, bleibt Trainer des TuS Henrichenburg II. © Volker Engel © Volker Engel

Das sei keine utopische Zielvorgabe, so Biebler. Der Blick auf die C4-Tabelle zeigt, wie recht der Trainer hat. Der TuS III steht nur drei Punkten besser da als das TuS-Kultteam mit drei Siegen und drei Niederlagen. Nicht zu vergessen: Die Dritte hat ein Spiel mehr absolviert. Jedoch trennen beide Henrichenburger Teams einige Tabellenplätze: TuS II ist Zehnter – TuS III belegt Rang sechs.

Ende November steht das vereinsinterne Duell an

Über dieses aktuelle Tabellenbild macht sich Trainer Biebler keinen großen Kopf: „Selbst Spitzenreiter Bossendorf II hat nur vier Punkte mehr als wir.“ Der Grund ist einfach, warum Bieblers Team nicht weiter oben steht. „Wir sind schwach gestartet und haben uns anfangs in den Spielen selbst geschlagen. Das ist jetzt aber vorbei.“

Zum Showdown zwischen TuS II und TuS III kommt es auf dem Henrichenburger Sportplatz an der Lambertusstraße am 20. November. Gegen 16 Uhr steht dann fest, wer mehr Kult ist. Klar ist für Biebler schon heute: „Dieses Spiel will keiner verlieren.“ Aber auch: „Nach dem Schlusspfiff trinken wir alle miteinander eine Kiste Bier.“ So sollte Fußball sein.

Zwischen den Mannschaften findet kein Spieleraustausch statt

Auf dieses vereinsinterne Duell ist Biebler jedenfalls sehr gespannt: „Warten wir mal ab, wer danach den Kultstatus inne hat.“ Vor dem TuS III hat der Trainer indes großen Respekt: „Dort spielen einige gute Fußballer, die im Henrichenburger Abstiegsjahr aus der Kreisliga A in der ersten Mannschaft gekickt haben.“

Einen Spieleraustausch zwischen TuS II und III gibt es nicht. „Wir verstehen uns gut. Beide Mannschaften bleiben aber unter sich.“ Seinen Kader sieht Trainer Biebler gut aufgestellt. Die Qualität stimme – mit 27 Fußballern passe auch die Quantität, 18 Spieler seien immer beim Training.

Einige könnten wegen privater und beruflicher Dinge aber nicht immer trainieren. „Bei mir spielen trotzdem immer die besten Fußballer, selbst wenn sie nicht beim Training waren.“ Dagegen gebe es auch keinen Widerspruch, sagt Biebler. So ist sie eben gestrickt, diese Henrichenburger Kult-Mannschaft: Einer für alle – alle für Einen.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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