Aktuell steht noch nicht fest, die der Amateurfußball vom Corona-Problem befreit werden kann. © Jens Lukas
Meinung

Über die 50-Prozent-Regel des FLVW muss diskutiert werden!

Bei den heimischen Fußball-Clubs herrscht Verunsicherung. Sie spielen für sich die vom Verband proklamierte 50-Prozent-Regel für die Saisonwertung durch. Zur Regel hat einer unserer Autoren eine Meinung.

Soll das Fairplay sein? Bisher sind im Amateurfußball alle davon ausgegangen, dass diese Saison mit Auf- und Abstieg gewertet wird, wenn in einer Liga die Hälfte der Spiele ausgetragen wurden.

Soll heißen: Eine komplette Hinrunde reicht. Das wäre zwar nicht ideal – aber fair. Weil somit jeder gegen jeden gespielt hätte.

FLVW-Vize Manfred Schnieders klärte jetzt aber auf, dass die 50-Prozent-Regel nicht gleichzusetzen sei mit einer komplett gespielten Hinrunde. Soll heißen: Nicht jeder Club muss die Hälfte aller Spiele absolviert haben, sondern nur die jeweilige Liga. Egal, ob ein Verein durch viele Corona-Absagen hinterherhinkt bei einem eventuellen Saison-Abbruch.

Festgemacht an der Kreisliga A in Herne/Castrop-Rauxel – dort spielen 17 Teams – müssten von 272 Spielen folglich mindestens 136 ausgetragen sein – egal wie schief die Tabelle dann ausschauen mag. Victoria Habinghorst hechelt nach acht Spieltagen schon mit vier Corona-Ausfällen hinterher.

Man muss kein Prophet sein, dass sich weitere hinzugesellen werden, da Corona am 1. Januar 2021 nicht „Dann bin ich mal weg“ sagen wird. Theoretisch könnte Victoria Habinghorst bei einem Saison-Abbruch nach 136 Spielen folglich nicht gegen jeden Gegner gespielt haben. Man würde jedoch in denselben Quotienten-Abrechnungs-Topf geworfen wie alle anderen.

Zusätzliches Pech wäre, sollte die Victoria ausgerechnet gegen Vereine aus der unteren Tabellen-Region nie gespielt haben, gegen die einige Punktgewinne möglich gewesen wären.

Es kann durchaus passieren, dass wegen der Quotienten-Rechnung für Habinghorst es zum Abstieg kommt. Weil ja in der Kreisliga A ja 50 Prozent aller Spiele ausgetragen wurden.

Soll das dann Fairplay sein?

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt