Sebastian Janas (am Ball) hat in Teams bis hinauf zur Regionalliga gespielt. © Volker Engel
Fußball

VfB Habinghorst II: Bekannter Torjäger weiß ganz genau, wo der Ball ins Eckige passt

In seiner Vita sind 172 Spiele und 77 Toren in der Regionalliga, NRW-Liga und Oberliga vermerkt. Inzwischen ist dieser Castrop-Rauxeler Fußballer 37 Jahre alt und kickt in einem Kreisliga-B-Team.

Tore schießen kann ein Fußballer – oder er lernt es nie. Sebastian Janas weiß wo die Kiste steht – und netzt den Ball dort auch oft genug ein. So erst kürzlich gleich acht Mal im Altherrenspiel des VfB Habinghorst gegen den ESV Herne. 23:0 gewann der VfB. Trainer Marc Olschewski (Team eins) hinkte mit drei Toren weit hinterher. Coach Tommy Kantzke (VfB II) kam mit fünf Treffern schon näher.

Acht Tore von Janas in diesem Spiel, ist jedenfalls die offizielle Lesart im Internet bei fußball.de. Dagegen hat der Fußballer schmunzelnd etwas einzuwenden: „Es waren zehn Tore. Der Schiedsrichter muss sich verzählt oder verguckt haben.“ Ein 23:0 sagt aber auch alles über die Qualität der Herner Oldies aus.

„Ein stärkerer Gegner wäre uns lieber gewesen. Wir hatten trotzdem nach so langer Zeit ohne Fußball alle totalen Spaß, wieder im Trikot über den Platz zu laufen“, so Janas, der beim VfB Habinghorst beim VfB II als spielender Co-Trainer fungiert – und selbst mit 37 Jahren nach eigenen Worten noch „voll im Saft steht“.

Mit Headcoach Kantzke habe er für die neue Saison abgesprochen, dass er nicht mehr immer auf dem Platz stehen müsse, erklärt Janas. 20 Tore hat er sich trotzdem vorgenommen. „Wenn ich spiele, will ich auch Tore schießen.“

Auf den VfB Habinghorst stimmt Sebastian Janas indes das hohe Lied des Lobes an: „Was der Vorstand in den letzten Jahren in diesem Verein auf die Beine gestellt hat, ist absolute Spitzenklasse.“ Janas bringt sich beim VfB nicht nur als Fußballer, sondern auch als Platzwart ein. „Als der alte Platzwart verstorben ist, musste das ja einer machen.“

Dass die Kreisliga B für einen Fußballer, der jahrelang Regionalliga gespielt hat, nicht die große Welt ist, sieht Janas indes realistisch: „Mit fast 38 ist der Lack bei einem Fußball eben ein bisschen ab.“ Zum VfB II merkt er an: „Das ist eine gute Truppe. Wir spielen nicht für Geld – vielleicht gibt’s mal eine Kiste Bier.“ Mit der Qualität im Kader sei in der B-Liga durchaus etwas möglich.

Dass er mit 31 Jahren bei Regionalligist Spvg Velbert aufgehört hat, um zum damaligen Bezirkligisten FC Frohlinde zu wechseln, hatte einen triftigen Grund: „Ein Jahr vorher wurde meine Tochter geboren – und ich habe von ihrem ersten Lebensjahr kaum etwas mitbekommen. Ich wollte mehr bei der Familie sein.“

Wie kommt man überhaupt zur Spvg Velbert? Janas erzählt: „Ich hatte bei Vorwärts Kornharpen in der NRW-Liga gespielt. Im zweiten Jahr ging dort das Geld aus und der Klub meldete Insolvenz an. Guido Silberbach kannte den Velberter Präsidenten und hat mich empfohlen.“ Janas war dort genau einmal beim Training, schon lag der Vertrag unterschriftsreif auf dem Tisch.

Sechs Jahre kickte er für Velbert – war Torschützenkönig, ist mit dem Klub aufgestiegen in die Regionalliga. Was aber fehlte, dass der entscheidende Schritt in den Profifußball nicht geklappt hat? „Vielleicht nur ein bisschen Glück“, denkt Janas. Im ersten Seniorenjahr war er beim MSV Duisburg II nah dran. „Bernhard Dietz war Trainer der Profimannschaft. Ich habe bei ihm mittrainiert, aber nie die Chance bekommen, mich im Spiel zu zeigen.“

Und dann klopfte einmal auch Bayer Uerdingen an. „Dieses Angebot kam jedoch ein paar Tage zu spät. Kurz vorher hatte ich bei Velbert um zwei Jahre verlängert. Und wenn ich einmal einen Vertag unterschrieben habe, springe ich nicht wieder ab.“

Sebastian Janas hat auch schon beim BVB gespielt

Als Jugendfußballer hat Sebastian Janas sogar beim BVB gespielt – zwei Jahre C-Jugend und eine Saison in der B-Jugend. Dann ging es zur Spvg Schwerin, die gerade ihre goldenen Jugendfußball-Zeiten erlebte. „In der A-Jugend bin ich mit Schwerin in die Westfalenliga aufgestiegen.“

Bei seiner letzten Fußball-Station vor dem VfB Habinghorst blieb Sebastian Janas ein weiterer Aufstieg versagt mit dem damalige C-Ligisten FC Castrop-Rauxel. „Wir haben das Topspiel leider vergeigt“, weiß der 37-Jährige noch genau.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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