Ein Jahrzehnt lang wirkte jetzt in der Kampfbahn Habichthorst ein Funktionär, der jetzt beim VfB Habinghorst aus der ersten Reihe zurücktritt. © Jens Lukas
Fußball

VfB Habinghorst: Legendärer Akteur verschwindet aus der ersten Reihe

Der Posten des Geschäftsführers ist innerhalb des Vorstands eines Sportvereins wohl der arbeitsintensivste und verantwortungsvollste. In Castrop-Rauxel zieht sich jetzt solch ein Funktionär zurück.

Der Geschäftsführer eines Fußballvereins sorgt dafür, dass Woche für Woche der Spielbetrieb läuft. Er kümmert sich um die Pässe der Spieler und pflegt intensive Kontakte mit der Stadt. Wenn dieser Mann oder diese Frau über Jahre reibungslos arbeitet, möchte jeder Verein solch eine Person gerne für immer behalten. Es gibt aber Aspekte im Leben, die einen Rückzug notwendig werden lassen.

Jobwechsel verändert die Situation

Markus Lüneberg hat beim VfB Habinghorst seinen Abschied als 1. Geschäftsführer vollzogen. Aus einem Grund, der allen einleuchtet. „Meine Firma, in der ich 26 Jahre gearbeitet habe, hat zugemacht. Zwar habe ich zum Glück einen neuen Job gefunden. Dieser lässt mir aber nicht mehr die Zeit, beim VfB Habinghorst weiterhin als 1. Geschäftsführer zu fungieren“, erklärt Lüneberg seinen Rückzug aus vorderster Reihe beim VfB.

Markus Lüneberg im April 2021. © Jens Lukas © Jens Lukas

Doch wie jeder seit dem Trude-Herr-Schlager weiß: „Niemals geht so ganz…“. Auch Markus Lüneberg ist nicht komplett weg. Der Funktionär rückt nur ins zweite Glied als 2. Geschäftsführer, steht seinem Nachfolger Lukas Cyl weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Wohl dem Sportverein, der eine Nachfolge so reibungslos sichern kann. Lukas Cyl übernimmt diesen Job zunächst kommissarisch.

„Das passt ja gut. Ich sitze gerade mit Lukas im Garten und übergebe ihm wichtige Unterlagen“, lacht Lüneberg am Gründonnerstag beim Interview-Anruf. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung (Lüneberg: „Wegen Corona kann niemand sagen, wann die sein wird“) wird sich Cyl beim VfB Habinghorst dann zur Wahl des 1. Geschäftsführers stellen.

Das Ehrenamt zieht sich durch Lünebergs gesamtes Fußball-Leben. Der Ursprung war beim GFV Apollon. Dort hatte er gespielt und war auch 2. Geschäftsführer. Dann gab es eine kurze Stippvisite bei der SG Castrop. Dort spielte sein Bruder Stefan, der Papa war Betreuer der ersten Mannschaft, die Mama war fleißig im Verkaufsteam. Anschließend ging es für Markus Lüneberg zur Eintracht Ickern.

Markus Lüneberg im Jahr 2012. © Olaf Ziegler / LICHTBLICK © Olaf Ziegler / LICHTBLICK

Auch in den 19 Jahren bei der Eintracht war er 2. Geschäftsführer. Sein „Boss“ in diesem Job war der leider schon verstorbenen legendäre Diethelm Dahlhoff. Lüneberg erinnert sich: „Wenn Diethelm in der Rhön im Urlaub war, gehörte es zu meinen Aufgaben, seine Blumen und Kakteen zu gießen.“

Es folgte der Schritt zum VfB Habinghorst. „Dort war ich nach drei Monaten schon 2. Geschäftsführer, weil der Vorstand keinen anderen finden konnte“, so Lüneberg. Bei den Altherren des VfB hatte er gekickt. Lüneberg: „Mit jetzt knapp über 50 Jahren war genug damit.“ Und aktuell eben auch der Schnitt als 1. Geschäftsführer.

Viele Jahre („Ich weiß nicht genau, ob es zehn oder elf sind“) war Markus Lüneberg der 1. Geschäftsführer des VfB Habinghorst. „Ich habe alle Abstiege von der Landesliga bis zur Kreisliga B mitgemacht“, scherzt er – und weiter: „Dann wurde eine neue Vorstandsriege gewählt und wir sind wieder in die Kreisliga A aufgestiegen. Mittelfristig soll es die Bezirksliga werden.“ Wehmut schwingt nicht mit, schließlich scheidet er ja nicht völlig aus. Denn: „Niemals geht man so ganz…“, wusste schon Trude Herr.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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