Nicht selten war in den vergangenen Jahr der Sportplatz von Victoria Habinghorst am Gänsebusch im Frühjahr unbespielbar und daher gesperrt. © Volker Engel
Fußball-Kreisliga A

Victoria Habinghorst: Club-Chef wünscht sich rasche Re-Start-Entscheidung

Gespielt wird auf einem Rasenplatz - es gibt kein Flutlicht. Das sind Handicaps bei einem möglichen Re-Start im Amateurfußball mit vielen Nachholspielen ab dem kursierenden Termin Mitte Februar.

Bis in den April hinein ist rund um 18 Uhr Sonnenuntergang. Wie sollen also wochentags überhaupt Fußball-Spiele nachgeholt werden können? Ohne Flutlicht und auf Rasen, der zur kalten Jahreszeit nicht selten unbespielbar ist? Beim Lockdown am 1. November hat es in der Kreisliga A des Fußballkreises Herne/Castrop-Rauxel acht Spieltage gegeben. Victoria Habinghorst hat jedoch nur an vier von diesen gespielt. Die weiteren vier Partien wurden wegen Corona-Verdachtsfällen oder erkrankten Spielern abgesagt.

Sechs Spiele müssen aus November und Dezember nachgeholt werden

Vom 1. November bis zum Winterpausen-Beginn am 20. Dezember (14. Spieltag) kommen noch sechs zudem ausgefallene Spiele hinzu. Für A-Kreisligist Victoria Habinghorst bedeutet das: Zehn Nachholspiele stehen auf der Agenda, sollte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) dabei bleiben, die Saison beim Re-Start (wenn Mitte Februar) mit dem 15. Spieltag anlaufen zu lassen. Diese vielen Nachholspiele auszutragen, wäre quasi ein Ding der Unmöglichkeit für Victoria Habinghorst.

„Wer sagt denn, dass wir Mitte Februar wieder Fußball spielen dürfen?“, fragt sich Victorias Vorsitzender Dirk Konisch. Er persönlich sieht keinen Fußball-Re-Start vor Anfang April: „Die Politik wird wegen der hohen Corona-Zahlen im November und Dezember viel vorsichtiger beim Neustart im Amateurfußball sein, um nicht kurze Zeit später einen Frühjahrs-Lockdown zu riskieren. Wirtschaftliche Hilfen müssten dann ja auch wieder bezahlt werden.“

Dirk Konisch, der Vorsitzende von Victoria Habinghorst. © Jochen Affeldt © Jochen Affeldt

Es gibt noch keinen Heimspiel-Plan auf einem anderen Platz

Allein wegen der vielen Unwägbarkeiten rund um einen Fußball-Re-Start habe sich der Vorstand von Victoria Habinghorst noch keine Gedanken darüber gemacht, ob man in Nachholspielen wegen fehlenden Flutlichts auf dem eigenen Sportplatz eventuell auf eine Anlage mit Flutlicht ausweichen würde, so Konisch.

„Solange der FLVW sich weiter zurückhält mit einer klaren Entscheidung, wie diese Saison überhaupt weitergehen wird, hängen alle Vereine doch völlig in der Luft“, sagt Konisch, der sich eine so rasche, klare Verbands-Entscheidung wünscht wie zuletzt beim Saison-Abbruch im März 2020.

Über ein einzig praktikables Szenario für einen fairen Abschluss dieser Spielzeit sagt der Victoria-Vorsitzende: „Wenn irgendwann wieder gespielt werden darf, sollte es mit dem neunten Spieltag weitergehen, um so eine komplette Hinrunde werten zu können – mit Auf- und Aufstieg. Dann hätten alle einmal gegen jede andere Mannschaft gespielt. Und auch die Nachholspiele ließen sich locker einbauen.“

Warum sich der FLVW zudem davor scheut, diese Corona-Spielzeit nicht sogar bis in den Juli hinein zu verlängern, mag Dirk Konisch ohnehin nicht nachvollziehen. „Aus den Amateurligen wird kein Spieler bei Europameisterschaft mit dabei sein. Daher ist es doch völlig egal, wie lange bei den Amateuren diese Saison dauert.“

Der FLVW hat sich auf den 30. Juni als Saison-Ende festgelegt

Um in den Ligen die Quote von 50 Prozent aller Spiele zu erreichen für eine Saison-Wertung, hat sich der FLVW festgelegt auf ein mögliches Datum. Vize-Präsident Manfred Schnieders erklärte jüngst: „Wir werden dann bis zum 30. Juni, also bis zum letzten möglichen Tag, Spiele austragen.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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