Ein Westfalenliga-Fußballer des SV Wacker Obercastrop möchte sich trotz Lufthoheit nicht "Kopfballungeheuer" taufen lassen. © Volker Engel
Fußball-Westfalenliga

Wacker-Spieler: Kopfball-Ungeheuer soll sich nur Hrubesch nennen lassen

Er ist so kopfballstark, wie ihn sich ein Fußballtrainer nicht nur vor Weihnachten wünscht. Den Spitzenamen „Kopfball-Ungeheuer“ von Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch lehnt er aber ab.

Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften, heißt es. Da ist es selbstverständlich, dass dort auch die geeigneten Leute spielen, die ihr Metier verstehen. Kopfballstärke und kompromissloses Spiel sind gefragt. Tugenden, die einen Akteur beim SV Wacker Obercastrop besonders ausmachen. Wenn der Verein zudem einen ganz besonderen Bezug zur Heimat herstellt, ist das umso besser. Jetzt wurde die Weiterverpflichtung eines Defensiven für die Saison 2021/22 bekannt gemacht.

Die Rede ist von Marius Hoffmann, der in Obercastrop an der Katharinenstraße aufgewachsen ist und der seine ersten Kicker-Erfahrungen beim BV Wacker Castrop erlebte. Seit dem 1. Juli 2017 ist der heute 27-Jährige wieder in seiner alten Heimat zurückgekommen.

Marius Hoffmann

  • Marius Hoffmann, Fußballspieler beim SV Wacker Obercastrop, ist am 12. Juni 1992 im Castrop-Rauxeler Rochus-Hospital zur Welt gekommen.
  • An der Katharinenstraße ist er aufgewachsen und hat die ersten Schritte als Fußballer unweit des elterlichen Hauses bei Wacker Castrop unternommen.
  • Nach dem Abitur am Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG) hat der Wacker-Kicker an der TU Dortmund das Studium im Wirtschaft- und Ingenieurwesen mit dem Bachelor abgeschlossen.
  • Mit Mengede 08/20 hatte der heute 28-Jährige, der seit Juli 2017 wieder im Heimatort spielt, in der Westfalenliga Erfahrungen sammeln können.
  • Vor kurzer Zeit ist er nach Recklinghausen-Süd gezogen. Dort wohnt er mit Freundin Sabrina in einer Eigentumswohnung.

Vorsitzender Janicki war fünf Jahre lang an Hoffmann dran

Dem fünfjährigen Werben von Martin Janicki konnte er nicht mehr widerstehen. Zum Glück. Mit dem SV Wacker Obercastrop hat Marius Hoffmann zwei Aufstiege erlebt. Von der Bezirksliga in die Landesliga und von dort in die Westfalenliga.

In den bisherigen Spielen hat er sich bis zum Corona-Abbruch als absoluter Stammspieler herauskristallisiert. Von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz gestanden. Und dabei kräftig mitgeholfen, dass das Team von Trainer Aytac Uzunoglu erst ein Gegentor kassiert hat.

Als König der Lüfte oder wie viele sagen, als Kopfball-Ungeheuer, hat Hoffmann dafür gesorgt, dass von oben kaum Gefahr in die Nähe des eigenen Tores kam. Auf die Bezeichnung Kopfball-Ungeheuer, mit dem Titel, der in früheren Jahren Nationalspieler Horst Hrubesch zugeschrieben wurde, sagte der Wacker-Akteur im Gespräch mit unserem Reporter: „Dafür müsste ich noch mehr Tore erzielen, meine Stärke ist es, die Bälle hinten herauszuköpfen.“ Allerdings sind auch die starken Aktionen in Zweikämpfen eine Etage tiefer, des großgewachsenen Hoffmann, nicht von der Hand zu weisen.

Marius Hoffmann (Mitte) lernte in der Wacker-Jugend das Fußball-Spielen. © Volker Engel © Volker Engel

Der Sportliche Leiter der Wackeraner, Alexander Wagner, hat derzeit mit den Vertragsgesprächen mit den Spielern mehr zu tun als der Weihnachtsmann. Auch mit Hoffmann hat er die Saison 2021/22 klargemacht. Marius Hoffmann sagte dazu: „Das war ein kurzes Gespräch.“

Wie lange die Corona-Pause nun anhält, weiß natürlich auch Hoffmann nicht. Dieser hält sich in der Zeit ohne Mannschafts-Training mit Ausdauerläufen und Krafttraining fit: „Wenn es wieder losgeht wollen wir angreifen, denn dann erwarten uns gleich dicke Brocken. Aber durch unseren starken Kader bin ich guter Dinge, dass wir oben weiter mitspielen können.“

In Waltrop unter Backwinkler in der Landesliga

Die Erfahrung besitzt Hoffmann, der nach der Elisabethschule am Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG) das Abitur machte und auf der TU Dortmund seinen Bachelor folgen ließ. Lange ist es her, dass er von Wacker zur Spvg Schwerin als D-Junior (zu Trainer Jürgen Krause) wechselte. Nach sieben Jahren ging es vom Berg zum VfB Waltrop. Dort stieg er mit Kickern wie Jimmy Thimm oder Vaidas Rocys unter Trainer Martin Backwinkler als junger Akteur mit den Senioren in die Landesliga auf.

Ab 2015 bekam Hoffmann mit Mengede 08/20 schon einen Eindruck von der Westfalenliga. Zwei Jahre schnupperte er dort die Luft in der Liga, die er jetzt in der Obercastroper Erin-Kampfbahn atmen kann. Bei Mengede 08/20 spielte er mit Kevin Brewko und Kerem Kalan (heute Frohlinde).

Mengede stieg 2017 aus der Westfalenliga ab, Hoffmann stieg 2020 mit Wacker dorthin auf. Ein bitteres Ende wie bei den Dortmundern weist der Wackeraner, der kürzlich mit Freundin Sabrina eine Eigentumswohnung in Recklinghausen-Süd bezog, weit von sich. Er sagte: „Das ist hier alles eine gute Sache und ich bin gespannt, was noch möglich ist.“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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